Kripo-Beamte leisteten 2011 in Gelsenkirchen 13.000 Überstunden

Der Polizei stehen weniger Beamte zur Verbrechensbekämpfung zur Verfügung.
Der Polizei stehen weniger Beamte zur Verbrechensbekämpfung zur Verfügung.
Foto: Kerstin Kokoska
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter im Bezirk Gelsenkirchen fordert nach der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik mehr Personal, um die Kriminalität effektiver bekämpfen zu können.

Gelsenkirchen.. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2011 zeichnete für Gelsenkirchen mit 26.578 begangenen Straftaten ein schlechtes Bild. Damit liegt die Stadt im landesweiten Vergleich im unteren Tabellendrittel. Auch die Aufklärungsquote von 44,8 Prozent ist so niedrig wie lange nicht mehr. Von 1131 Taschendiebstählen wurden nur 43 aufgeklärt, bei Diebstählen aus Kraftfahrzeugen liegt die Aufklärungsquote ebenfalls bei nur schwachen 3,17 Prozent.

Arbeitet die Polizei also schlecht? „Nein“, sagt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) im Bezirksverband Gelsenkirchen. Die personellen Ressourcen der Direktion Kriminalität wurden in der vergangenen Jahren erheblich reduziert. „Im Vergleich zu 2007 wurde die Direktion fast um die Stärke von zwei Ermittlungsdienststellen reduziert“, erklärt Karl-Heinz Grollmann, Vorsitzender des BDK im Bezirk Gelsenkirchen in einer Stellungnahme.

"Mit großem Engagement"

Rein rechnerisch blieben den zuständigen Beamten für den Bereich Einbruch/Diebstahl bei 12.699 Fällen nur 1,9 Stunden pro Fall für Anzeigenaufnahme, Tatortaufnahme, Ermittlungen, Vernehmung und Abschluss des Vorgangs. „Bei diesem Zeitansatz muss eher von Kriminalitätsverwaltung als von effektiver Kriminalitätsbekämpfung gesprochen werden“, so Grollmann. 13.000 Überstunden leisteten allein die Beamten der Direktion Kriminalität nur im Jahr 2011.

Die von Polizeipräsident Rüdiger von Schoenfeldt und Direktionsleiter Jürgen Henschel präsentierten Zahlen machten trotzdem deutlich, „dass die Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung ihren Aufgaben mit großem Engagement nachgehen“, so Grollmann.Mit einer Verbesserung der Zahlen rechnet der BDK-Bezirkschef nicht, da bis 2022 fast die Hälfte der jetzt noch aktiven Kriminalbeamten pensioniert wird. Der erforderliche Nachersatz sei aber nicht in Sicht.

„Der BDK Gelsenkirchen fordert eine personelle Aufstockung der Direktion Kriminalität mit dem Ziel einer effektiveren Kriminalitätsbekämpfung“, schließt Groll seine Ausführungen.