Kreisverband streitet für die Belange der Fahrradfahrer

ADFC Vorsitzender Peter Bruckmann (rechts) und ADFC-Urgestein-Mitglied Andreas Andersen sind begeisterte Fahrradfahrer.
ADFC Vorsitzender Peter Bruckmann (rechts) und ADFC-Urgestein-Mitglied Andreas Andersen sind begeisterte Fahrradfahrer.
Foto: Michael Korte
Er ist der Anwalt der Fahrradfahrer – der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Der Kreisverband (285 Mitglieder) organisiert Touren und schreibt Tourenberichte, verweist auf Mängel und Defizite im Radwegenetz, sitzt im Arbeitskreis Radverkehr etc.

Gelsenkirchen.. Er ist der Anwalt der Fahrradfahrer – der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Das Fahrradbündnis, das 1991 in Gelsenkirchen von 60 Interessierten aus der Taufe gehoben wurde und dem inzwischen 285 Mitglieder angehören, streitet für die Belange der Radfahrer. Der Kreisverband organisiert Touren und schreibt Tourenberichte, verweist auf Mängel und Defizite im Radwegenetz, sitzt im Arbeitskreis Radverkehr etc.

Das Wort streiten hört der Vorsitzende Peter Bruckmann allerdings nicht gerne. Eher nennt er es „in Zusammenarbeit mit“. Nur so könne der Kreisverband seine Ziele erreichen. Denn dem Verein ist die Zusammenarbeit mit anderen Städten in der Region mit dem Ziel wichtig, „andere Mobilitätsformen“ einzusetzen. „Es geht nicht nur ums Fahrrad, es geht auch um den ÖPNV.“

Radfahrverkehr habe in Gelsenkirchen höheren Stellenwert

Andreas Andersen ist seit über 15 Jahren Mitglied im Verein. Fragt man ihn, welche Entwicklung die Stadt in Sachen Radverkehr genommen hat, sagt er: „eine positive.“ Der Radfahrverkehr habe in Gelsenkirchen einen höheren Stellenwert bekommen. „Für mich ist das Fahrrad für einen Umkreis von fünf, sechs Kilometern das schnellste Verkehrsmittel. Mit dem Rad bin ich unschlagbar schnell. Und es ist gesundheitsfördernd.“

Grund zur Klage gibt es trotzdem. „Die Nord-Süd-Verbindung in der Stadt liegt im Argen. Das ist das größte Problem“, sagen die beiden AFDC-Vertreter. Wer je versucht hat, mit dem Fahrrad auf der Kurt-Schumacher-Straße zu fahren, weiß, wovon die Rede ist. Der ADFC hat inzwischen einen Vorstoß unternommen, dass die Stadt eine Alternativ-Strecke für ortsunkundige Radfahrer ausschildert. „Die ist zwar 1,2 Kilometer länger, aber sicherer“, so Bruckmann.

Fahrradclub hat Nachwuchs-Probleme

Der Verein hat Probleme, wie andere im Land auch, Nachwuchs zu gewinnen. Mitglieder versucht er über Tourenangebote zu bekommen. In diesem Jahr stehen 29 Touren von März bis November auf dem Programm. Zum Hof Kökelsum in Olfen, zum Beispiel, oder zum Haus Ripshorst in Oberhausen. Der Verein hat sich das gemütliche Radfahren auf die Fahnen geschrieben (Altersdurchschnitt 40 Jahre und aufwärts). „Es ist schwierig, junge Familien zu erreichen“, sagt der Vorsitzende. Auch an den Schulen läuft der Verein nicht gerade offene Türen ein.

Dass von 91 Kilometern Radwegenetzlücke erst sechs geschlossen wurden, findet der ADFC unverständlich, da „zu langsam“. Dass das Netz komplettiert wird, ist eines der größten Anliegen, gefolgt von einem Verleihsystem für Räder, mehr fahrradfreundlichen Unternehmen (Duschen für die Mitarbeiter, Abstellmöglichkeiten für Räder) und einer Ladestation für Pedelecs in der Stadt. Bruckmann ist kein Rufer in der Wüste, „aber die Stadt sollte den Trend zum Fahrrad nicht verschlafen und den Anschluss an den Radschnellweg nicht verpassen.“ Fahrradfreundlichkeit hebe das Image einer Stadt und mache sie attraktiv als Wirtschaftsstandort für Neubürger und Touristen.

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