Königsnatter bezahlt ihren Ausflug mit dem Leben
03.06.2008 | 19:46 Uhr 2008-06-03T19:46:47+0200Resse: Schlangenexperte versuchte, Tier zu fangen
Eine entlaufene Königsnatter hat am Montag die Feuerwehr in Resse mehrere Stunden beschäftigt. Für die Schlange endete ihr Ausflug letztlich allerdings tödlich.
Woher das Reptil kam, ist unklar, möglicherweise hatte es aus einem Terrarium im Umfeld der Straße Am Wildgatter auf und davon gemacht. Zumindest hat sich der Besitzer nicht gemeldet. Alarmiert wurde die Feuerwehr gegen 17 Uhr. Unter einem abgestellten Pkw hatten Passanten das rund ein Meter lange Tier ausgemacht, das sich zunächst im Radkasten versteckt hatte.
Mit Bränden und anderen Noteinsätzen kennt sich die Feuerwehr aus, nicht aber im Schlangenfang. So verständigte sie Roland Byner. Der Bochumer Schlangenfachmann, der bei der Werksfeuerwehr von Opel arbeitet, springt bei Noteinsätzen in der Region ein. Giftig ist die Königsnatter nicht und gerade mal knapp doppelt so dick wie ein Daumen. Aber kräftige Zähne hat sie.
Lange bemühte sich Roland Byner, das Tier unter dem Wagen hervor zu bekommen. Mit Wasser versuchte er es, mit einer Spirale, auch mit Warten, ob sich die Schlange wieder freiwillig herausschlängelt. "Zuletzt hatte sich das Tier durch ein kleines Loch in einem Querträger verkrochen. Es ging nicht mehr vor und nicht zurück", berichtet Byner. Durch die vergeblichen Befreiungs- und Fangversuche, hatte sich die Schlange derart verletzt, dass sie noch vor Ort mit Gas eingeschläfert wurde. Das Tier "in aller Öffentlichkeit vor Passanen zu töten", stieß einem Anwohner übel auf. "Das ist mir bislang auch noch nicht passiert, aber es gab einfach keine andere Möglichkeit", bedauert Roland Byner. -er
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