Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 10°C
Schlecker-Pleite

Klagen vor dem Arbeitsgericht - Schlecker-Frauen in Gelsenkirchen werden leer ausgehen

04.10.2012 | 09:00 Uhr
Klagen vor dem Arbeitsgericht - Schlecker-Frauen in Gelsenkirchen werden leer ausgehen
Das Ende der Drogerie-Kette bedeutete auch das Aus für die Filiale an der Virchowstraße 27 in Gelsenkirchen.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   67 ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen hatten gegen ihre Kündigung vor dem Arbeitsgericht geklagt. Ihr Kündigungstermin wurde per Vergleich um zwei Monate verlängert. Geld für theoretisch ausstehende Gehälter ist allerdings nicht vorhanden.

Für die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen geht die gerichtliche Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber allmählich zu Ende. Mit 67 Kündigungsschutzklagen befasste sich das Arbeitsgericht seit März . Die meisten endeten mit einem Vergleich.

Bei Güteterminen im Mai kam es zu keiner Einigung mit dem Insolvenzverwalter. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, wie viel Geld aus der Insolvenzmasse zur Verfügung stehen würde. Viele der Frauen machten sich ohnehin keine Illusionen, auch nur einen Cent zu erhalten.

Dann erreichte die klagenden Frauen, denen zum 30. Juni gekündigt worden war, eine zweite Kündigung zum 31. Oktober. „Die Klagebereitschaft“, weiß Johannes Jasper, Direktor des Arbeitsgerichts, „nahm danach drastisch ab. Viele waren offensichtlich sehr realistisch und wussten um ihre Erfolgschancen.“ Nur noch 13 Klagen gingen nach der zweiten Kündigungswelle beim Gericht ein. Allerdings hatte die Hälfte der ersten Klägerinnen auch die zweite Kündigung angegriffen.

Verärgerung und Zukunftsängste

Wie schlecht es um die Masse gestellt war, über die der Insolvenzverwalter verfügte, wurde Ende August deutlich. Gegenüber dem Insolvenzgericht kündigte Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz eine drohende Masseunzulänglichkeit an. Was nicht nur einer Insolvenz innerhalb einer Insolvenz gleichkommt, sondern auch bedeutete, dass die ehemaligen Beschäftigten leer ausgehen würden.

„Die Klägerinnen“, so Jasper, „mussten davon ausgehen, nicht mehr so bedient zu werden, wie es im Sozialtarifvertrag vereinbart worden war.“ Am Anfang hat Johannes Jasper bei den Klägerinnen eine tief empfundene Verärgerung gepaart mit Zukunftsängsten festgestellt. Am Ende hätten wohl viele Schlecker-Frauen resigniert und bezweifelt, noch etwas gewinnen zu können.

Die meisten Kammertermine endeten mit einem Vergleich. Man einigte sich auf einen Kündigungstermin zum 31. August. Damit stehen den Klägerinnen theoretisch noch zwei Monatsgehälter zu. Das Geld werden sie kaum sehen, da die Masse drastisch zusammengeschrumpft ist.

Klage auf Weiterbeschäftigung

Dass mitunter auch Rechtsanwälte mehr um das Wohl des eigenen Kontos bedacht sind, zeigte sich in einem Fall. Der Rechtsvertreter einer Klägerin hatte zusätzlich zur Kündigungsschutzklage auf Weiterbeschäftigung geklagt, obwohl die Filialen längst geschlossen waren .

Klaus Johann



Kommentare
04.10.2012
11:30
Klagen vor dem Arbeitsgericht - Schlecker-Frauen in Gelsenkirchen werden leer ausgehen
von Wen_juckts | #3

Der Insolvenzverwalter sollte von dem bezahlt werden, was unterm Strich noch übrig bleibt, dass würde auch motivieren, die Unternehmen nochmal ans Luafen zu bekommen.

04.10.2012
11:27
Klagen vor dem Arbeitsgericht - Schlecker-Frauen in Gelsenkirchen werden leer ausgehen
von Klug99 | #2

Verdi hat die Pleite geschürt und Verdi hat die Vergleiche konterkariert, mit dem Erfolg, dass die restliche Kette wg. der drohenden Risiken nicht zu verkaufen war. - Warum bittet man Verdi nicht zu Kasse?

04.10.2012
10:32
Klagen vor dem Arbeitsgericht - Schlecker-Frauen in Gelsenkirchen werden leer ausgehen
von neuich | #1

Wenn doch keine " Masse " vorhanden ist, warum bekommt der Insolvenzverwalter dann ca. 15.000.000€? Dieses Geld hat er nicht verdient, erarbeitet. Hier sollte der Gesetzgeber eingreifen und das Geld denen zugestehen welche dafür Ihre Arbeitsleistung tatsächlich erbracht haben. Den Schlecker Mitarbeitern/innen!

Aus dem Ressort
Autorin besucht die Proben im Consol Theater
Theater
Die prominente Dramatikerin Sibylle Berg schrieb für das Consol Theater das Jugendtheaterstück „Mein seltsamer Freund Walter“. Vor der Uraufführung kam sie zu einem Probenbesuch nach Gelsenkirchen.
Wie viel Steuergeld darf ein Theaterbesuch in Gelsenkirchen kosten?
Kulturförderung
Auch wer als Gelsenkirchener nie ins Theater geht, finanziert jeden Besuch des Musiktheaters im Revier mit. Im Jahr 2012 wurden im Schnitt 120 Euro pro Besuch aus dem Stadtsäckel bezogen. Zu viel Geld, moniert der Bund der Steuerzahler in NRW: Gelsenkirchen landet in der Negativstatistik im oberen...
Gelsenkirchener Tafel hat nach wie vor viele Spender
Tafel
Allerdings verzeichnet die Hilfsorganisation in Gelsenkirchen einen gestiegenen Bedarf.Die Klientel hat sich verändert, Flüchtlinge und Zuwanderer stehen vermehrt in der Warteschlange.
Brand zerstört Einfamilienhaus in Gelsenkirchen-Resse
Löscheinsatz
Freitag um 12.30 Uhr wurden die Rettungskräfte alarmiert. In einem Einfamilienhaus in Gelsenkirchen-Resse an der Straße Im Eichkamp war ein Feuer im Erdgeschoss ausgebrochen. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig ins Freie retten.
Fackellauf, Halloween und Modernjazz in Gelsenkirchen
Termintipps
Das Wochenende hält zwei Grusel-Partys bereit. Im Lebenshilfe Center feiert man auf die amerikanische Art Halloween, auf dem Ziegenmichelhof bedient man sich stattdessen an der Walpurgisnacht. Die findet eigentlich im April statt. Außerdem gibt es Modern Jazz auf Consol und einen „Sunset Firewalk“.
Umfrage

Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), dann sollen langjährige Empfänger von Hartz IV, die kaum noch Aussicht auf Rückkehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben, als „Assistenten“ in Schulen, Kitas sowie Alt- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden ihre Sozialleistungen aufgestockt und künftig als „Gehalt“ gezahlt. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Schalke-Choreos
Bildgalerie
Schalke-Fans
Bierpreise in Bundesliga und Region
Bildgalerie
Bierpreise
Erster Heimsieg für Di Matteo
Bildgalerie
Schalke 04