Keine Informationen zu PCB, nirgendwo

Die SPD-Fraktion im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz hatte sich Informationen und Aufklärung zum Thema Belastung des Trinkwassers durch hochgiftiges PCB-Grubenwasser gewünscht. Die Stadt fragte bei den vermeintlich zuständigen Behörden an. Doch sowohl die Bergaufsicht, die Bezirksregierung Arnsberg als auch das Landesumweltamt in Recklinghausen lehnten ab. Man sei nicht zuständig, hieß es in Arnsberg. Es gebe die strikte Auflage, die Ergebnisse des Sondermessprogramms zunächst nach Düsseldorf zu geben, so die Antwort des Landesumweltamtes. Im Januar hatte die Landesregierung angekündigt, Messungen durchzuführen.

In der Tat werde zunächst das zuständige Umweltministerium über die Ergebnisse informiert, bestätigte Ministeriumssprecher Frank Seidlitz. „Wir sind die Auftraggeber und machen keine Zwischenstandsmeldungen.“ Einzelwerte machten keinen Sinn. Mit dem Abschlussergebnis sei im Herbst zu rechnen, da die Messungen erst im März/April 2015 begonnen hätten.

Auf Antrag von Michael Maaßen (SPD), Mitglied im Umweltausschuss, soll nun die Ruhrkohle AG in den Ausschuss geladen werden. „Es geht um PCB im Grundwasser, aber auch um den Anstieg des Grubenwassers und ob undurchlässige Tonschichten einen Aufstieg des PCB verhindern“, verdeutlichte Maaßen.

Auch in Sachen Arbeitskreis „Mülleinlagerungen“ müssen sich die Kommunalpolitiker in Geduld üben. Der Landesarbeitskreis, der das Gutachten zum Giftmüll unter Tage begleiten soll, hat bislang noch nicht getagt. In ihm sitzt auch Dr. Gerhard Ruppel vom Referat Umwelt für die Stadt Gelsenkirchen sitzt. „Der Arbeitskreis tagt erst, wenn das Gutachten vergeben ist“, so Seidlitz. Da das Gutachten um die PCB-Problematik ergänzt worden sei und die Ausschreibung europaweit laufe, habe sich die Vergabe verzögert. Wann der Zuschlag efolgt, konnte der Ministeriumssprecher nicht sagen. „Wir werden zeitnah informieren.“