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Kein „Hurra-Wachstum“

19.02.2010 | 13:00 Uhr
Kein „Hurra-Wachstum“

Gelsenkirchen.Zuerst die gute Nachricht: Der regionale Arbeitsmarkt steht trotz Wirtschaftskrise relativ gut da. Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber Januar 2009 um gerade einmal 377 angestiegen, weit weniger als auf dem Höhepunkt der Krise befürchtet.

Diese Zahlen stehen im jetzt veröffentlichten Emscher-Lippe-Index (Elix), den die Sparkassen Vermögensmanagement GmbH (SVM) in Kooperation mit der IHK veröffentlicht. Grundlage des Index ist die Befragung von 150 Unternehmen aus der Region. „Wir erhalten sehr zuverlässige Ergebnisse“, berichtet Peter Schnepper, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen. „Die Prognosen bestätigen sich in der Regel ein halbes Jahr später.“ Er verstehe den Elix als wichtiges Mittel, um „zu sehen, wo wir gerade stehen.“

Demnach beurteilen rund 83 Prozent der befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als befriedigend oder besser. Die Zahl derer, die ihre Lage als gut einschätzen, ist sogar gegenüber dem Sommer um sieben Prozentpunkte auf 14 Prozent gestiegen. Etwas „gedämpft“ seien hingegen die Erwartungen für das laufende Jahr 2010. Zwar schätzen immer noch rund 81 Prozent die Entwicklungschancen als befriedigend oder besser ein. Jedoch sank der Anteil der Befragten, die gute Erwartungen an die kommenden Monate haben, um sechs Prozentpunkte auf 20 Prozent. Dennoch „haben wir die Talsohle durchschritten“, sagt Peter Schnepper. „Wir werden aber in diesem Jahr kein Hurra-Wachstum erleben, sondern eher auf dem aktuellen Level stagnieren.“

Ursachen für die nur gedämpft positive Stimmung sehen Schnepper und Cordts in zwei Hauptfaktoren: „Erstens zieht der Export noch nicht so an, wie wir es brauchen. Zweitens haben viele Unternehmer Sorge, dass die Inlandsnachfrage sinkt, weil die Menschen momentan lieber vorsorgen und ihr Geld für schlechte Zeiten ansparen.“

Den Städten und Kommunen rät der IHK-Geschäftsführer, „jetzt nicht die Gewerbesteuer zu erhöhen.“ Das sei „ein völlig falsches Signal. Jeder Unternehmer wird sich fragen, warum er hier und nicht ein paar Kilometer weiter nördlich investieren soll, wenn die Steuern weiter steigen.“ So drohe der Stadt auf lange Sicht ein dickes Minus bei der Gewerbesteuer. Zudem sollte die Stadt Aufträge, die „noch in der Pipeline sind und über das Konjunkturpaket II finanziert werden können“, möglichst schnell anschieben. Denn diese Maßnahmen – etwa Straßenbau oder Schulsanierungen – seien ein starker Motor besonders für die lokale Wirtschaft. „Außerdem könnte sich Gelsenkirchen im Bereich der Gewerbeflächen noch besser für die Zukunft aufstellen“, meint Peter Schnepper. „Das momentane Angebot reicht gerade einmal noch für zwei, drei Jahre.“

Sascha Döring

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