Kein Abi-Ball im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus?

Auch das geht im Bürgerforum des Hans-Sachs-Hauses: die Miss Turkuaz Germany 2014.
Auch das geht im Bürgerforum des Hans-Sachs-Hauses: die Miss Turkuaz Germany 2014.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
CDU Gelsenkirchen kritisiert die bestehende Regelung im Ausschuss für Verkehr. Stadt und Emschertainment: „Überarbeitung der Verordnung ist notwendig.“

Gelsenkirchen.. Dass das Hans-Sachs-Haus (HSH) erste Wahl für Veranstaltungen aller Art ist, davon zeugen etliche (Gala-)Empfänge von Wirtschaft und Politik sowie Tagungen und Kongresse seit Sommer 2013. Allein im Vorjahr verbuchte Dr. Helmut Hasenkox vom Betreiber Emschertainment 60 Anmietungen. Warum darunter kein Abi-Ball sein dürfe, wollte jetzt die CDU über Alfred Brosch im Ausschuss für Verkehr, Bauen und Liegenschaften wissen.

Eine gute Frage, denn die Nutzungs- und Entgeltordnung für das HSH, am 18. August 2013 eiligst noch vor der Eröffnung des Gebäudes verabschiedet im Rat, befürwortet klar „Veranstaltungen gesellschaftlicher und unterhaltender Art“ (siehe Info-Box), wozu ein Abi-Ball ganz sicher zählen dürfte.

Stadtbaurat steht der Anfrage positiv gegenüber

So angesprochen, kam die Replik postwendend von Stadtbaurat Martin Harter, der erstmals in diesem Gremium saß. Er führte aus, dass „die Stadt der Anfrage einer Schule, im Hans-Sachs-Haus ihren Festakt zu veranstalten, positiv gegenüberstehen würde, aber sicher nicht, wenn Schüler planen, das Rathaus mit einer Party zu rocken.“

Die Antwort dürfte ein Dämpfer für die CDU gewesen sein. Denn im Vorfeld der Sitzung wurde kolportiert, dass eine oder mehrere Schulen bereits in Sachen Abi-Ball angefragt und sich von Stadt/Betreiber mit Verweis auf die Nutzungsordnung eine Absage eingefangen hätten.

Gala mit 200 Gästen: 1000 Euro

In die vermeintliche Streitfrage um Ungleichbehandlung scheint nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen) Bewegung zu kommen. Martin Harter kündigte in der Sitzung an, dass man an einer Novellierung arbeite. Helmut Hasenkox äußerte sich ähnlich: „Auch wenn bislang noch keine Anfrage einer Schule bei uns als Betreiber des Bürgerforums vorliegt: Eine Überarbeitung der Nutzungsordnung ist sicher notwendig und dazu werden schon erste Gespräche geführt.“ Ein Thema werden sicher auch die Entgelte sein, die „angepasst werden müssen“ – sprich: Sie sind vergleichsweise niedrig.

Hier ein Überblick über die Kosten, die beim Anmieten des Bürgerforums anfallen: Das Spektrum reicht für Vorträge oder Preisverleihungen vor einem sitzenden Auditorium mit bis zu 100 Personen ohne Veranstaltungstechnik für 200 Euro über die Nutzung als Konferenzraum mit Podium sowie Plätzen an Tischen für bis zu 200 Personen für 700 Euro, bis hin zu Galaveranstaltungen mit runden Tischen für bis zu 200 Personen, kleiner Bühne und vollständiger Veranstaltungstechnik (1000 Euro). Am teuersten sind Karnevalsveranstaltungen mit bis zu 300 Personen – sie kosten 1300 Euro.

„Petitesse“ am Rande: Emschertainment-Chef Helmut Hasenkox wunderte sich darüber, dass das Thema überhaupt auf der Tagesordnung erschien, immerhin sei die Nutzungsordnung „seinerzeit einstimmig“ beschlossen worden, also mit dem Segen der CDU. Laut Verwaltung lediglich „mehrheitlich“. Immerhin, sonst wäre der Schuss wohl nach hinten losgegangen.

Nutzungs- und Entgeldordnung für das Bürgerforum