Kannibalen treten im Kino auf

Das Theaterstück „ Zeit der Kannibalen“ vom „Theater glassbooth“ kommt mit  Jens Dornheim (l.), Alexandra Schlösser und Dietmar Meinel ins Kino „Schauburg“
Das Theaterstück „ Zeit der Kannibalen“ vom „Theater glassbooth“ kommt mit Jens Dornheim (l.), Alexandra Schlösser und Dietmar Meinel ins Kino „Schauburg“
Foto: Jörg Baier
Was wir bereits wissen
Das Theater „Zeit der Kannibalen“ vom „Theater glaabooth“ kommt in die Schauburg nach Buer.

Gelsenkirchen..  Wenn ein Kinofilm zum Theaterstück wird, und dieses Stück dann in einem Kino aufgeführt wird, dann sind Aha-Effekte garantiert. Und die soll es geben, wenn das „theater glassbooth“ am Mittwoch, 26. Oktober, ab 20 Uhr auf seiner Tournee durch diverse Ruhrgebietsstädte in der Schauburg an der Horster Straße Station macht.

Gezeigt wird dann die allerletzte Aufführung des Stückes „Zeit für Kannibalen“. Sie gehen über Leichen, sorgen dafür, dass tausende Menschen ihre Jobs verlieren, damit einige Wenige ihren Profit maximieren können: Die „Kannibalen“ der westlichen Welt, die als geschäftstüchtige Unternehmensberater in Entwicklungsländern verbrannte Erde hinterlassen.

Dass die harten Typen mitunter auch einen weichen Kern und eigene Sorgen haben, wollten die Filmemacher Johannes Naber und Stefan Weigl mit ihrem Film „Zeit der Kannibalen“ zeigen, der 2014 in die Kinos kam – und trotz toller Besetzung floppte. Der Gladbecker Theatermacher Jens Dornheim vom „theater glassbooth“ entdeckte jedoch sofort die Kammerspiel-Qualitäten der Geschichte und trommelte ein junges Team zusammen, um „Zeit der Kannibalen“ als Theaterstück auf die Bühne zu bringen.

Die amerikanisch-deutsche Regisseurin Julie Stearns formte das sechsköpfige Darstellerensemble zu fiesen Typen – und schickte es auf die Off-Theaterbühnen des Ruhrgebietes.

„Hier in Gelsenkirchen ist der Rahmen natürlich besonders passend, weil wir die Theaterversion eines Kinofilmes zurück ins Kino bringen“, sagt Jens Dornheim, der in dem Stück den Unternehmensberater Frank Öllers spielt.

Dabei ist „Zeit der Kannibalen“ nicht das erste Stück, das das „theater glassbooth“ in der Schauburg auf die Bühne bringt. „Wir sind bereits zum vierten Mal mit einer Produktion vor Ort, das Lux ist dank seiner kleinen Bühne wirklich gut für Aufführungen geeignet“, erklärt Jens Dornheim. Und Ralf Kolecki, Betriebsleiter der Schauburg, ergänzt: „Die Theaterversion eines Kinofilms passt natürlich auch hervorragend in so einen Kinosaal.“ Er hat bereits eine der Aufführungen des glassbooth-Ensembles gesehen und schwärmt von einer „sehr reizvollen Geschichte“. Das Publikum darf also gespannt sein auf das Theaterstück an ungewohnter Stelle.