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Gelsenkirchen

Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt

23.07.2009 | 18:52 Uhr

Überflutungen nach Unwettern sind trotz regelmäßiger Reinigung durch Gelsendienste nicht immer zu vermeiden

Unwetter in Gelsenkirchen / Hochwasser / Hagel / Sturm Ringstraße waz-Bild: Patrick Schleu am 03.07.2009

„Warum läuft immer wieder in bestimmten Straßenläufen in der Stadt das Wasser an den am Straßenrand positionierten Abläufen nicht mehr ab?” Gleich mehrere Leser stellten nach der aktuelle Berichterstattung über Unwetterfolgen diese Frage. Überflutete Straßen, gleich mehrmals in einem Monat, hatten bei ihnen den Eindruck hervorgerufen, die Stadt komme ihrer Straßenreinigungspflicht nicht in vollem Maße nach.

Turnusmäßig werden die Auffangnetze in den Steigrohren, die ins Kanalsystem führen, einmal jährlich gereinigt, erklärt Gelsendienste-Sprecherin Stefanie Genthe. So schreibt es die Straßenreinigungssatzung der Stadt vor. „Faktisch kennen wir die Schwerpunkte”, fügt sie hinzu. So würden Abläufe an Straßen mit großem Baumbestand häufiger kontrolliert, genau wie solche in Senken, denn Täler laufen eben schneller voll. „Deshalb sind die Probleme im Süden auch häufiger”, sagt Stefanie Genthe. Buer liege höher.

Wie es trotz Gulli zu Straßenüberflutungen kommen könne? „Das kann man sich vorstellen wie bei einer Badewanne. Wasser kommt von oben in großen Mengen – und das drückt auf den Gulli.” Mit dem Wasser wird auch Laub und Dreck in den Ablauf gedrückt. So werden die Körbe verstopft, die weiterführende Leitungen schützen sollen.

Gelsenkirchen verfügt über 30 000 sogenannte Straßenabläufe. Die beiden Absaugfahrzeuge der Gelsendienste sind also mehr als gut ausgelastet. „Da kann man sich dranhalten”, sagt Genthe. Lange blieben die Netze nie sauber. „Innerhalb kürzester Zeit setzt sich das wieder zu.” Blätter, Borke, Müll – ruckzuck füllen sich die Siebe wieder.

Das sei ein grundsätzliches Problem, sagt Genthe, das mit dem Kanalsystem zusammen hänge. Denn die Siebe werden gebraucht, damit es in Steigrohren und Abwasserkanälen nicht zu Verstopfungen komme. Erschwerend hinzu komme, dass die Kanalisation nicht wirklich für Starkregen ausgelegt sei. Und so komme es eben gelegentlich zu Überschwemmungen an bestimmten Straßen.

Den Vorwurf, der Dreck aus den Netzen würde am Straßenrand ausgekippt und sorge so nur für noch mehr Verschmutzung, entkräftet Genthe: „Die Körbe werden ausgesaugt.” Und zwar mit einem der beiden Saugfahrzeuge.

Nina Estermann

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Kommentare
25.07.2009
05:22
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von sequencer | #10

Es würde wahrscheinlich schon reichen, nach Ereignissen wie in den letzten Wochen mit Starkregen und Überschwemmungen, ein paar Überstunden zu genehmigen und die Abläufe ein zweites Mal zu reinigen.
Beim Gang durch die Straßen sieht man genügend Gullis aus denen Äste und Grünzeug herausstehen, potenzielle Überflutungsrisiken.

25.07.2009
00:27
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von politikklüngelskerl | #9

oder aus dem dunstkreis der dkp

24.07.2009
16:53
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von holzwurm. | #8

Und nur weil ab und an einmal ein nicht gereinigter Syphon überläuft muß nicht gleich das gesamte Gelsenkirchener Kanalnetz erneuert werden.
So eine dumme Forderung kann nur wieder aus der linken Ecke kommen.

24.07.2009
16:50
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von holzwurm. | #7

Was ist bitte ein Looser?
Der Loser unter # 5 von spectator scheint nicht nur mangelhafte Fremdsprachenkenntnisse zu haben!

24.07.2009
16:23
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von Spiderman | #6

Wenn unsere Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt ist, dann sollte unsere Stadtverwaltung sorgen, daß dieses Problem ausgeräumt wird.

Vor dem Hintergrund des sich vollziehenden Klimawandels ist ja mit ähnlichen bzw. größeren Niederschlagsmengen zu rechnen.

Die Stadtverwaltung ist gut beraten, ihre sich zu recht beschwerenden Bürgen nicht auf das mangelhafte Kanalnetz hinzuweisen, sondern zügigst mit der Schadenminimierung in Form des Umbaus des Kanalnetzes zu beginnen.

24.07.2009
11:32
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von spectator | #5

Durch Sparmaßnahmen haben die Menschen in NRW in den vergangenen Jahrzehnten den Pro-Kopf-Verbrauch von 150 Litern pro Kopf am Tag auf 125 Liter reduzieren können. Was sich für Umweltschützer gut anhört, heißt für die Abwasserversorgung mehr Arbeit: Wird zu wenig Wasser durch die Leitungen gespült, bleiben z.B. Fäkalien liegen: Es entsteht Schwefelsäure und die frisst Löcher in die Wasserleitungen. Also müssen die Rohre mit Wasser gespült werden, um entstehende Reparaturkosten zu vermeiden.
Auch die Gelsenwasser AG klagt. Wassersparen, wie wir es in den 70er Jahren propagiert haben, macht heute weder aus ökologischen noch ökonomischen Gründen Sinn, meint Gelsenwasser-Sprecher Felix Wirtz. Probleme gäbe es nicht nur beim Abwasser sondern auch beim Frischwasser, denn auch hier darf das Wasser nicht zu lange in den Leitungen stehen: Wir sind nach der Trinkwasserverordnung verpflichtet, Auflagen für das frische Wasser zu erfüllen. Stagnierendes Wasser, das länger in den Leitungen stehe, weil die Bürger nicht genug abzapfen, könnte im schlimmsten Fall zu Verkeimung führen. Um das zu verhindern, wird auch in den Frischwasserleitungen zusätzliches Wasser durchgespült.

24.07.2009
11:12
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von spectator | #4

sieh mal einer an - wieder eine FAULE BANANE die sich einen anderen namen zu eigen macht - der spectator mit punkt dahinter. LOOSER wäre die bessere Wahl gewesen!!

24.07.2009
09:38
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von spectator. | #3

Meine Güte!
Was will uns Kommentar zu 1 o. 2 denn eigentlich sagen?
Die Aneinanderreihung von Beschlüssen und Vorlagen dient nur der Selbstdarstellung des Kommentators.

Was manche Leute für ihr Ego nicht alles tun.

23.07.2009
22:48
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von Friedhelm Mathiebe | #2

Korrektur:
Die Beschlussvorlage 04-09/2092 ( 7. Satzung zur Änderung der Satzung über die Reinigung öffentlicher Straßen im Stadtgebiet Gelsenkirchen und über die Erhebung von Straßenreinigungsgebühren (Straßenreinigungs- und Gebührensatzung ) vom 17.12.1999) mit der Änderung ist am 15.12.2005 im Rat der Stadt Gelsenkirchen behandelt worden.

23.07.2009
22:40
Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt
von Friedhelm Mathiebe | #1

... Mit dem Wasser wird auch Laub und Dreck in den Ablauf gedrückt. So werden die Körbe verstopft, die weiterführende Leitungen schützen sollen. ...
... Lange blieben die Netze nie sauber. „Innerhalb kürzester Zeit setzt sich das wieder zu.” Blätter, Borke, Müll – ruckzuck füllen sich die Siebe wieder. ...

Aha - das sind die Kernaussagen warum es Probleme mit den Ablaufkörben in den Regenwassereinläufen am Starßenrand an bestimmten Starßenläufen insbesonders im Süden der Stadt gibt: Ein erkanntes Problem was eben beobachtet wird !!!
Turnusmäßig werden diese Auffangnetze in den Steigrohren, die ins Kanalsystem führen einmal jährlich gereinigt, erklärt uns Gelsendienste-Sprecherin Stefanie Genthe, weil es so die derzeitige geltende Straßenreinigungssatzung der Stadt Gelsenkirchen nun einmal vorschreibt und trotz neuer wichtiger Erkenntnisse über die jetzt auftretenden Regenmengen und deren Abtransport eben reichen muß.
Wie schön das man hierfür auch schnell ein schlagkräftiges Argument zur Hand hat:
Eine Kanalisation ist nicht für Starkregen ausgelegt
Erschwerend hinzu komme, dass die Gelsenkirchener Kanalisation nicht wirklich für Starkregen ausgelegt sei. Und so komme es eben gelegentlich zu Überschwemmungen an bestimmten Straßen. Das wars zur Beruhigung.

Stefanie Genthe: Faktisch kennen wir diese Schwerpunkte. So würden Abläufe an Straßen mit großem Baumbestand häufiger kontrolliert, genau wie solche in Senken, denn Täler laufen eben schneller voll.
Wie schön, da sich -mit mir- gleich mehrere Bürger für dieses Problem interessiert haben und sich ebenfalls gemeldet haben, hoffen wir das in Zukunft eine Reinigung an solchen Stellen in kürzerer Abfolge erfolgt - trotz derzeitige geltender Straßenreinigungssatzung der Stadt Gelsenkirchen.
Doch hoffentlich nicht von der Beschlussvorlage 04-09/2092 ( 7. Satzung zur Änderung der Satzung über die Reinigung öffentlicher Straßen im Stadtgebiet Gelsenkirchen und über die Erhebung von Straßenreinigungsgebühren (Straßenreinigungs- und Gebührensatzung ) vom 17.12.1999) mit der Änderung vom 12.09.2005.

Den Vorwurf, der Dreck aus bemängelten Auffangkörben aus den Netzen würde am Straßenrand ausgekippt und sorge so nur für noch mehr Verschmutzung, entkräftet Genthe: „Die Körbe werden ausgesaugt.” Und zwar mit einem der beiden Saugfahrzeuge.
Sehr geehrter Herr Genthe, trotz heutiger Absaugung auf der Schwarzmühlenstraße (zwischen Hördeweg und Zeppelinallee) blieb der von der Feuerwehr Anfang der Woche entleerte Schlamm aus einem der von ihr gereinigten Ablaufkorb auf der neben liegenden Wiese zurück; auch noch am heutigen Abend.



siehe auch hierzu

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/gelsenkirchen/2009/7/22/news-126702503/detail.html

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