Junge Kunst, von China inspiriert

Ausstellungskuratorin Jutta Kabuth eröffnete in der Sparkasse Gesenkirchen-Buer eine Ausstellung mit Werken von Mario Weinberg, der zur Zeit in China lebt und per Skype zur Eröffnung zugeschaltet wurde.
Ausstellungskuratorin Jutta Kabuth eröffnete in der Sparkasse Gesenkirchen-Buer eine Ausstellung mit Werken von Mario Weinberg, der zur Zeit in China lebt und per Skype zur Eröffnung zugeschaltet wurde.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mario Weinberg lebt und arbeitet in Shanghai und zeigt Malerei in der Sparkasse Buer.

Gelsenkirchen.. China und die Kunst, das ist in diesen Tagen ein angesagtes Thema. Auch in Gelsenkirchen: So beteiligt sich die Stadt nicht nur an dem Mega-Ausstellungsprojekt „China 8“. Ab sofort präsentiert zudem die Sparkasse in Buer Werke eines jungen Künstlers von der Kunstakademie Münster, der seit zwei Jahren in Shanghai lebt und arbeitet.

So können Kunstinteressierte nun im Museum Arbeiten zeitgenössischer Künstler aus dem Reich der Mitte betrachten und in der Sparkasse 15 großformatige, abstrakte Öl- und Acrylgemälde des 32-jährigen Mario Weinberg, die inspiriert sind vom Alltag in China.

Seit einigen Jahren schon bietet die Sparkasse junger Kunst ein attraktives Forum und stellt mit Unterstützung der Kuratorin Jutta Kabuth Meisterschüler deutscher Akademien aus. Diesmal widmet sich die Reihe Studenten aus der Klasse von Prof. Cornelius Völker.

An China reizen Weinberg die Kontraste

Der in Werl geborene Mario Weinberg kam vor zwei Jahren über das Stipendium einer chinesischen Galerie nach Shanghai, fasste schnell Fuß und verlängerte seinen Aufenthalt. Zur Vorbesichtigung der Schau klinkte er sich per Skype ein und erzählte: „Was mich an China reizt, sind die starken Kontraste zwischen arm und reich, sauber, glatt poliert und sehr heruntergekommen, zwischen Ruhe und hohem Tempo.“ Diese Widersprüche spiegeln sich nun in den aktuellen, oft zweigeteilten Werken wider.

Da trifft eine ruhige, monochrome Farbfläche auf äußerst bewegte, dynamische Malerei, die immer auch den Malprozess selbst thematisiert. Die raschen Bewegungen des Pinsels, Farbe, die die Leinwand hinunter fließt, Zeichen, die in die Farbe hineingeritzt wurden. Die Doppelarbeiten dominieren, auf der einen Seite moderne, frech-fröhlich leuchtende Farbe und auf der anderen nostalgisch beige, blasse Töne.

„In China“, sagt Weinberg, „wird die Tradition in der Kunst stärker gepflegt, während man sich in Europa ständig neu erfinden will.“ Seine experimentellen Werke verkaufen sich dennoch gut in China, können nun auch in Gelsenkirchen erworben werden. Bis 31. August, Sparkasse, Nienhofstraße 1-5.