Jedes Jahr 40 000 Demenzkranke mehr

Der menschliche Ansatz in der medizinischen Betreuung sei das Wichtigste, erklärte Dr. Peter Gunther Auer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. „Diese Patienten unterscheiden sich durch ihre Verletzlichkeit und ihre Angst von anderen. Sie suchen nach der sicheren Basis.“

Sie seien konfrontiert mit dem gefühlten Verlust von Heimat und der eigenen Tagesstruktur. „Drei Ängste dominieren: die verloren zu gehen, die zu verhungern und sexuelle Angst.“ Dies sei besonders der Fall, weil viele heute Betroffene Kriegserfahrungen sammeln mussten und traumatisiert seien.

Die Erkrankung mache auch die Kommunikation mit dem Patienten schwieriger, erläuterte Dr. Andreas Reingräber, Chefarzt der Klinik für Geriatrie. Zudem nehme beim dementen Patienten nicht nur die Gedächtnisleistung ab, auch die Orientierung im Raum sei beeinträchtigt sowie das Verständnisvermögen. Eine Situation, auf die sich Mediziner zunehmend einstellen müssen.

„Wir haben jedes Jahr 40 000 Demenzkranke mehr in Deutschland“, so Reingräber, der nicht sicher war, ob die Zahl weiter so steigen werde. „Die Kriegsgeneration hat sich schlecht ernährt. Heute leben die Menschen gesünder.“ Und ein gesunder, aktiver Lebenswandel sei auch bei der Demenz die beste Vorsorge.