Jazz mit Seele in der Consol-Kellerbar

Katharina Maschmeyer und der Gelsenkirchener Schlagzeuger Jens Otto bei „Gejazzt“ auf Consol.
Katharina Maschmeyer und der Gelsenkirchener Schlagzeuger Jens Otto bei „Gejazzt“ auf Consol.
Foto: Christoph Giese
Was wir bereits wissen
Das Katharina Maschmeyer Quartett präsentiert ihr drittes Album in der Consol-Kellerbar . „Duck On Ice, Flying Cow“ heißt das Werk der Osnabrücker Saxofonistin.

Gelsenkirchen.. Eine gelbe Gummiente steht auf dem E-Piano von Philipp Rüttgers. „Duck On Ice, Flying Cow“ heißt eben die neue, dritte Platte des Katharina Maschmeyer Quartetts. Ein doch merkwürdiger Titel, der nicht passen will zu der ganz und gar nicht sonderbaren Musik der Osnabrücker Saxofonistin und ihrer Band.

In der trommelt der Gelsenkirchener Jens Otto alles was so anfällt ideenreich und mit großer Präzision. Nils Pollheide bedient die E-Gitarre als Jazzgitarrist, der seine Vorliebe für Funk und Rock nicht verbirgt. Und Philipp Rüttgers sorgt neben groovenden Fender Rhodes E-Piano-Klängen auch noch mit der linken Hand auf der Tastatur für tief brummende Synthi-Bass-Pulsschläge.

Bei derartiger Unterstützung kann sich Frontfrau Katharina Maschmeyer auf dem Sopran-, aber vor allem auf dem Tenorsaxofon ihrem lyrischen und doch packenden Spiel widmen. Oft in feinen Unisono-Linien mit ihrem Gitarristen. Aber der Vierer mag auch ungerade Metren mit unerwarteten Rhythmuswechslen. Die bringen das Quartett erfreulicherweise aber nie aus dem Takt. Die Musiker behalten immer die Kontrolle. Was man, wenn man möchte, auch ein wenig negativ sehen kann. Denn eigentlich ist es an diesem Abend nur Gitarrist Nils Pollheide, der manches Mal mit rockiger Kratzbürstigkeit in seinen Soli ausbricht aus dem ansonsten so strukturierten Bandsound.

Aber Maschmeyer ist eben nicht die exaltierte Persönlichkeit, die auf der Bühne ihr Innerstes ungehemmt nach außen dreht. Sie ist vielmehr eine besonnene, ruhige Zeitgenossin, die lieber kühl und doch mit viel Seele klasse Musik schreibt und spielt. Und sich in der Consol Kellerbar etwa mit dem Song „Potter´s Magic Tricks“ gekonnt mit der Klangwelt ihres Vorbildes, US-Saxofonist Chris Potter, auseinandersetzt.