Jan Doležel beeindruckt die Zuhörer

Organist Jan Doležel.
Organist Jan Doležel.
Was wir bereits wissen
Fesselnder Hörgenuss in der Altstadtkirche anlässlich des Orgelfestivals Ruhr.

Gelsenkirchen.. „Das Orgelfestival Ruhr ist eine renommierte Reihe, so ging das mit dem Ersatz sehr schnell“, resümierte Kreiskantor Andreas Fröhling am Sonntag in der Altstadtkirche nach einer turbulenten Woche. Die Organistin Marie Zahradkova hatte am Montag ihr Konzert krankheitsbedingt absagen müssen, am Donnerstag stand schon der Kollege Jan Doležel als Ersatz fest, Fröhling hatte so noch Zeit, neue Programme zu drucken.

Jan Doležel , Dozent für Orgel an der Hochschule Würzburg, brachte ein außerordentlich interessantes Programm mit. „Tschechische Komponisten aus meiner Heimat und natürlich einen Johann Sebastian Bach, der von allen Organisten verehrt wird“.

„Toccata und Fuge“ von 1939

Den Anfang aber machte ein mitreißendes Werk des deutschen Musikers Heinrich Kaminski. Die „Toccata und Fuge“ aus dem Jahr 1939 bot 15 Minuten aufwühlende Emotionen. Hell strahlende Soloflötenregister wechselten mit dunkeln Choralbässen, trillernde Einwürfe wie spielerische Fragen nach dem Unendlichen setzten sich auf sonore Klangteppiche. Sich langsam aufbäumende Spannungsbögen, „crescendi“ mit suchendem Charakter, Brüche und leise davonschleichende Töne – ein ungewohnter doch fesselnder Hörgenuss, der monumental mit einem „organum plenum“ endete.

Das anschließende Präludium vom Antonin Dvořák ließ die romantische Klangfarbe der großen Schuke-Orgel erblühen. Leidenschaftlich die zwei Werke von Leos Janacek. Bei allem konnten die knapp 50 Zuhörer dem Organisten dank einer Direktübertragung auf einen Großbildschirm auf die Füße und Hände schauen. Gut zu sehen, welch körperlicher Einsatz, ausgeprägter Gleichgewichtsinn und perfekte Koordination für das Spiel an der „Königin der Instrumente“ notwendig sind.

Glänzende Ausführung

Nach der Fantasie in C-Dur von Johann Sebastian Bach erfreute der Künstler die Gäste mit einer seltenen Perle – das St. Wenzel Triptychon von Vitezslav Novak. Über 300 Registerkombinationen kamen in dem 30-minütigen Werk zum Einsatz. Ein bemerkenswert orchestral gedachtes Werk für Orgel-Solo, von Doležel glänzend ausgeführt.