Jäger-Protest mit Hornsignalen in Gelsenkirchen

Mit Plakaten und Hörnern demonstrierten am Freitag fast 90 Mitglieder der Kreisjägerschaft Gelsenkirchen beim Stadtempfang vor dem Musiktheater im Revier gegen eine Gesetzesnovellierung.
Mit Plakaten und Hörnern demonstrierten am Freitag fast 90 Mitglieder der Kreisjägerschaft Gelsenkirchen beim Stadtempfang vor dem Musiktheater im Revier gegen eine Gesetzesnovellierung.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Gelsenkirchener Jägerschaft bringt sich gegen die geplante Jagdrechtsreform in Stellung. Ihre Kritik betrifft besonders die Grünen. Bei deren Neujahrsempfang wollen die Jäger wieder demonstrieren.

Gelsenkirchen.. Die Jäger bringen sich in Stellung gegen die geplante Jagdrechtsreform und das neue Landesjagdgesetz. Lautstark verschafften sie sich bereits beim Neujahrsempfang der SPD Gehör, mit Hornsignalen und Hundegebell empfingen sie Freitagabend auch die über 800 Gäste beim Stadtempfang vor dem Musiktheater im Revier. Es war wohl nur das lautstarke Wecksignal für weitere lokale Proteste. Denn am 24. Januar bitten die Gelsenkirchener Grünen zum Neujahrsempfang. Als Redner wird Landes-Umweltminister Johannes Remmel erwartet – und den hat die Jägerschaft nach Debatten und Expertenanhörungen im Landtag als Hauptgegner im Visier. Das zeigten sie auch Freitag auf Transparenten. „Jäger lassen keine Tiere verhungern“ oder „Gegen Grüne Parteideologie“ gehörte da zu den milderen Protest-Sprüchen.

Fast 90 Demonstranten formierten sich – größtenteils Jäger und Jägerinnen aus Gelsenkirchen und „aus der Mitte der Gesellschaft“, wie Stefan Lacher, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft betonte. Demo-Aktionen gehörten bislang nicht unbedingt zum Jagdwesen. „Das mussten wir erstmal üben“, so Lacher. „Aber wir steigern uns von Mal zu Mal.“

Geplanter Eingriff in den Katalog der jagdbaren Arten

Gegen die Gesetzesnovelle und Naturschutzverbände wehren sich Jäger, weil sie den geplanten Eingriff in den Katalog der jagdbaren Arten als „maßlosen und verfassungswidrigen Angriff auf die Eigentums- und Handlungsfreiheit“ werten, weil sie die Hegeleistung der Jäger für Artenvielfalt und -Schutz missachtet sehen. Strittig sind das geplante Verbot der Baujagd, das generelle Tötungsverbot für wildernde Katzen oder die Lockjagd zur Eindämmung der Rabenkrähen und auch das vorgesehene Fütterungsverbot von Schwarzwild in Notzeiten sowie die angestrebte Wiedereinführung der Jagdsteuer.