Initialzündung für neues digitales Zeitalter

Die Emscher-Lippe-Region ist im Aufbruch. Und zwar im digitalen. „Umbau 21 - Smart Region“ heißt die Initiative, zu der es gestern in der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen den Startschuss gab.

Hochkarätig besetzt war die Veranstaltung mit Garrelt Duin, NRW-Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk, mit Dozenten von Universitäten, mit Politik und Wirtschaft. Über kommunale Grenzen hinweg kein Kirchtumsdenken mehr, das so oft kritisiert wird.

Hochschule, Verwaltung, Wirtschaft, Kommunen - sie alle sollen sich an dem Schub nach vorne beteiligen. Es ist nicht ein einziges Projekt, das angeschoben wird, es soll eine Initialzündung in ein neues Zeitalter sein. Digitale Vernetzung der Region, Austausch von Wissen, Erarbeiten von Projekten, die der Emscher-Lippe-Region helfen. Und das mit Kopf hoch und ganz selbstbewusst, wie der Minister betonte.

Professor Bernd Kriegesmann, Leiter der Hochschule, erklärte, man wolle auch in seinem Bereich „sichtbare Fußabdrücke“ setzen. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski betonte, dass Gelsenkirchen schon lange auf digitaler Spur fahre.

„Jede Schule in der Stadt ist ans Glasfasernetz angeschlossen. Wir wollen als Region das Potenzial nutzen.“ Es gehe um Vernetzung und Verzahnung. An den Vorschlägen für Projekte werde sich auch Gelsenkirchen beteiligen.

Cay Süberkrüb, Landrat des Kreises Recklinghausen, hob die Bedeutung der Emscher-Lippe-Region hervor. „Hier leben alleine eine Million Menschen. Nach der Trauerarbeit über die 100-jährige Tradition, müssen wir gucken, wie wir die Region smart machen. Wir gehen jetzt in den Wettbewerb für den Umbau 21. Ein herzliches Glückauf.“ Minister Duin erinnerte daran, dass es eine ähnliche Aufbruchstimmung vor langer Zeit bei Opel gegeben habe. Da hieß der Slogan „Umparken im Kopf“. Das sei jetzt auch hier der Fall. Zwei Dinge seien wichtig zu wissen: Die Wahrnehmung der Region ist veränderbar, und das Produkt muss stimmen.

Der Emscher-Lippe-Region wolle man mit der Digitalisierungsinitiative einen „kräftigen Hebel an die Hand geben, um Überraschungseffekte zu erzielen. Und nicht zuletzt Arbeitsplätze zu schaffen. Denn letztlich gehe es in dieser Region auch immer um industrielle Arbeitsplätze. Der Projektaufruf richtet sich an alle interessierten Unternehmen, die Hochschule und Forschungseinrichtungen sowie die Kommunen und ihre Einrichtungen, die sich mit ihren Ideen für Kooperationsprojekte beteiligen möchten. Die besten Projektideen werden nach einem Auswahlverfahren mit Fördermitteln des Landes unterstützt.

Die Vernetzung soll dabei nicht nur allein auf technischer Ebene eine Rolle spielen. Der Mensch steht im Mittelpunkt. „Denn die vielfältigen Aufgaben sind für die Städte kaum noch alleine zu lösen.“ Egal, ob es um die Bereiche Medizin, öffentlicher Nahverkehr, Energie, Wasserwirtschaft, Chemie oder Breitbandnetze geht.

Wer sich beteiligen möchte, findet alle Infos im Internet unter „Umbau 21 - Smart Region“. Für die Projekte, die ausgewählt werden, stellt NRW die notwendigen Gelder zur Verfügung.

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