Inge Meyer-Dietrich liest in Gelsenkirchen

Die in Gelsenkirchen lebende Kinder- und Jugendbuchautorin Inge Meyer-Dietrich (70) liest vor Schüler der Lessing-Realschule aus ihren Büchern.
Die in Gelsenkirchen lebende Kinder- und Jugendbuchautorin Inge Meyer-Dietrich (70) liest vor Schüler der Lessing-Realschule aus ihren Büchern.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der sechste Jahrgang der Lessing-Realschule kam in den besonderen Genuss einer Autorenlesung mit Kinder- und Jugendbuchautorin Inge Meyer-Dietrich.

Gelsenkirchen.. Mit samtiger und belebter Stimme liest Inge Meyer-Dietrich (70), Gelsenkirchener Kinderbuchautorin, am Dienstag im Bildungszentrum aus ihren Büchern vor. Erwachsene wie Kinder hören ihr gebannt zu, um den Abenteuern von Luca und Sophie, aber auch der Geschichte über Plascha zu lauschen.

Zwischen den Lesungen nimmt sich Meyer-Dietrich auch viel Zeit, um die neugierigen Fragen der Kinder zu beantworten, schließlich ist es „nichts Alltägliches, eine Schriftstellerin kennenzulernen“, wie Kinderbibliotheksleiterin Vera Piontek-Krebber anmerkt. Schließlich ist Meyer-Dietrich eine der bekannteren Kinderbuchautorinnen Deutschlands. Vor knapp dreißig Jahren brachte sie ihr erstes Werk, „Mein blauer Ballon“, heraus. Es folgten knapp 30 weitere Bücher.

Zeit für Fragen an eine Schriftstellerin

Wie sie auf die Ideen für so viele Bücher gekommen sei, fragt einer der Schüler: „Das ist ganz unterschiedlich“, erklärt die Autorin und erzählt, dass sie oft Themen behandelt, die ihr selbst Spaß machen oder ihr Interesse geweckt haben. So auch bei „Plascha“, ihr wohl bekanntester Roman. „Ich wusste viel über den zweiten Weltkrieg, nicht aber über den ersten“, erläutert Meyer-Dietrich ihre Inspiration. Zwei Jahre betrieb sie intensive Recherchen, sprach mit Zeitzeugen und setzte sich schließlich ein weiteres Jahr hin, um das Werk zu schreiben. „Im Durchschnitt brauche ich nur ein halbes oder ein Jahr für ein Kinderbuch“, meint sie.

Aktueller Stoff in historischem Gewand

Obwohl zwischen Handlung des Buches und Zuhörerschaft über 100 Jahre liegen, ist der Stoff hochaktuell. „Noch heute werden Menschen ausgegrenzt und nicht akzeptiert. Leider müssen sie auch nicht selten als Sündenbock herhalten“, beschreibt die Autorin die Aktualität ihres Buches und geht auch auf die Geschehnisse der letzten Woche in Paris ein.

Den Abschluss der Lesung bildet ein Buch, das sie gemeinsam mit ihrer Tochter Anja Kiel geschrieben hat: „Die Hüter des Schwarzen Goldes“, welches in die geheimnisvolle und fantasiereich gestaltete Welt des Bergbaus entführt. „Schwarzmännchen und Blaukobolde sind Sagenfiguren des Ruhrgebietes“, erklärt Meyer-Dietrich die ungewöhnlichen Völker ihres Romans.

Ob sie immer schon Autorin werden wollte? „Ganz klar: Ja! Ich habe schon als Kind gern geschrieben.“