Immer mehr und immer jüngere Erkrankte

Der Diabetes Typ II, der deutlich häufigere, erworbene, hat viel mit dem Lebensstil zu tun. Laut neuesten Untersuchungen leiden 16 Prozent der über 55-Jährigen unter Diabetes, hinzu kommen ebenso viele, die unter einer Vorstufen leiden. Als erste Maßnahme empfiehlt der Internist Prof. Doberauer diesen Patienten eine Änderung des Lebensstils. Dazu zählen eine gesündere Ernährung (keine Diät, sondern ausgewogene Kost), regelmäßige Bewegung und – das Rauchen aufzugeben. Schließlich schädigt der Diabetes die Gefäße schon mehr als genug.

Die Statistik hat allerdings nicht nur Negatives zu vermelden. Zwar steigt die Zahl der Betroffenen steigt und es gibt immer mehr jüngere Erkrankte. Es gilt auch weiterhin: Diabetiker haben eine verkürzte Lebenserwartung. Aber: Die schweren Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle sind in den letzten Jahren dank verbesserter Therapien deutlich rückläufig.

Der Tipp des Experten zu medikamentösen Therapien: Maximal zwei orale Präparate, also zu schluckende Medikamente, parallel sollten als Faustregel gelten. Der Augenarzt, Priv.Doz.Michael Selbach rät: Das Wichtigste ist, den Blutzuckerspiegel im Blick zu halten. Wer erkrankt ist, sollte auch die verbesserte Diagnosetechnik für Augenschäden nutzen. Obwohl viele Kassen die Kosten (90 Euro) nicht übernehmen. Aber die OCT-Untersuchung (optische Cohärenz-Tomographie) zeige neben den kleinen Gefäßen auch die genaue Dicke der Netzhaut, was wichtig für die frühe, gefahrlose Erkennung von Makula-Schwellungen sei.