Ikea-Anfrage an der A42 in Schalke ruft Kritiker auf den Plan
09.11.2012 | 18:52 Uhr 2012-11-09T18:52:00+0100
Gelsenkirchen. Der schwedische Möbel-Riese hat 2010 Ansiedlungs-Pläne für den Gewerbepark A 42 an der Uechtingstraße in Schalke-Nord vorgelegt. Die Stadt sah und sieht dort keine Realisierungschance – und ruft so Kritiker auf den Plan.
Eigentlich hat sich diese Geschichte vor Jahren erledigt. Und dennoch wurde sie jüngst zum politischen Aufreger in der Stadt. Auslöser: Ein Beitrag von Radio-Emscher-Lippe. Ikea, hieß es da, habe den Gewerbepark A 42 an der Uechtingstraße in Schalke-Nord zur Neuansiedlung ins Auge gefasst, die Stadt habe jedoch aus planerischen und rechtlichen Gründen abgewunken.
Kaum war die Nachricht durch, war die CDU auf dem Plan – und die Kritik an der Verwaltung groß. „Es kann nicht sein, dass Ikea einen Einkaufsmagneten in Gelsenkirchen etablieren will, das so einfach weggebügelt wird und wir diese Chance nicht beim Schopfe packen“, ärgert sich Guido Tann als Sprecher der CDU im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss.
Von der Stadt erwarte er „kreative Lösungsansätze. Wo ein Wille ist, ist ein Weg.“ Der „CDU-Ortsverband Schalke-Nord findet diese Entscheidung recht bedauerlich“. Peter Röttgen: „Es ist nicht gut, dass Bürger und Politik vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“
"Wo ein Wille ist, ist ein Weg"
In der Tat hat Ikea bereits 2010 im Rathaus wegen der Industriebrache im Besitz von NRW.urban angefragt. Dort stuft man den Kontakt als „lockeres Vorgespräch“ ein. Vorgelegt wurden offenbar Pläne für ein Ikea-Shoppingcenter neuer Generation (wie es derzeit in in Lübeck geplant ist) mit 70.000 m² Flächenanforderung, über 50.000 m² Verkaufsfläche, angegliedertem Einzelhandel (von Textil bis Elektro) und 2600 Stellplätzen.
Zahlen, die Ikea öffentlich nicht bestätigt. „Für uns wäre das ein interessanter Standort gewesen“, sagt Simone Settergren, beim Möbelriesen zuständig für „Expansions PR“. Doch sie sagt auch, dass sich Ikea längs der A 42 für „eine Handvoll Standorte“ interessiert und das Thema lokal „nach ersten Gesprächen durch“ war.
Für den Gewerbepark A 42 sehen alle Entwicklungspläne einen Industriemix vor. Entsprechende Kauf-Verhandlungen werden laut Wirtschaftsförderungsdezernent Joachim Hampe derzeit mit Interessenten geführt. Einzelhandelsnutzung ist ausgeschlossen. „Selbst wenn wir die Ansiedlung gewollt hätten, wäre das objektiv nicht möglich gewesen“, glaubt Stadtdirektor Michael von der Mühlen.
Gegen das Förderrecht verstoßen
Die Stadt hätte gegen Förderrecht (die acht Hektar Industriebrache der „Chemischen Schalke“ wurden mit Landes-Millionen aufbereitet) verstoßen, dazu ihr eigenes vom Stadtrat abgesegnetes Einzelhandelskonzept und den regionalen Flächennutzungsplan kippen müssen.
Verfahren, die Jahre gedauert hätten und aus Sicht der Verwaltung Millionen-Risiken bergen. Vor allem hätte das Ikea-Konzept aus Sicht des Stadtdirektors die Zentrenentwicklung in der Altstadt und in Buer torpediert. Für SPD-Fraktionschef Klaus Haertel ist „jeder einzelne Punkt Grund genug, das an diesem Standort nicht zu machen.“
20:54
Richtig so ! Wir brauchen kein neues shopping center auf der grünen wiese in ikea verkleidung!
22:19
Herrlich, diese amtlich bestellten Bedenkenträger.
IKEA Deutschland ist eine Deutsche Gesellschaft. Eine deutsche GMBH. Die zahlt hier in Deutschland Steuern.
Seit 2010 zahlt IKEA Tariflohn.
Und bei Ikea dürfen nach einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat maximal 10 der Arbeit durch Leiharbeiter gemacht werden.
IKEA gibt es seit 30 Jahren in Deutschland, wenn sie wirklich keine Steuern in Deutschland zahlen würden, hätte die Stadt Dortmund und andere Kommunen der Neuansiedlung bestimmt nicht zugestimmt.
Die Behauptung IKEA zahle keine Steuern in Deutschland kommt hauptsächlich von der Gewerkschaft Verdi. Beweise haben die natürlich nicht dafür.
Aber wer weiß, vielleicht machen sie Ikea genauso kaputt wie Schlecker
17:00
was wir brauchen sind Industrie und Dienstleister mit echter Wertschöpfung.
Vor allem was bringt es den Kommunen, wenn Ikea statt der bisherige Einzelhandel das Geld bekommt ? Es wird in der Regel sogar ein Verlustgeschäft werden, denn internationale Konzerne haben reichlich Möglichkeiten ihre Gewinne steuerfrei zu "exportieren". Das geht dann wie an den Tankstellen. Das Outlet wird mit PlusMinus Null gefahren, irgendwo in der Karibik verdient ein Zwischenhändler das Geld.
13:59
Wenn die Fläche mit Landesmillionen saniert worden ist und deshalb entsprechende Nutzungseinschränkungen vorliegen, dann ist es ziemlich sinnlos auf GE-Verwaltung und Politik zu schimpfen, die können nämlich an diesen Einschränkungen dann auch nix machen. Da müsste das Land dann überdenken, ob alte sanierte Industrieflächen auch anders genutzt werden dürfen als als neue Industrieflächen.
Das Einzelhandelskonzept kann (und sollte) die Lokalpolitik ändern. Bei Nutzungseinschränkungen von Landesebene ist sie aber machtlos.
Da ist man machtlos? Da fallen mir aber spontan mehrere Möglichkeiten ein. Man kann mit den entsprechenden Stellen sprechen die die Fördergelder bewilligt hat ob sie auf die festgeschriebene Nutzung verzichtet. Man kann mit dem Investor verhandeln ob er die Zurückzahlung der Fördergelder ganz oder teilweise übernimmt. Wenn das nicht funktioniert könnte man prüfen ob man die Fördergelderselbst zurück zahlt. Man könnte Sponsoren suchen, oder sich wenn alle Stricke reißen sich daß Geld leihen. Es wird sich für alle möglichen auch unnützen Dinge verschuldet, dass wäre in diesem Fall mal eine Sache die sich auf lange Sicht auch rechnen würde. Das sind nur einige spontane Ideen. Wenn man noch etwas länger darüber nachdenkt gibt es bestimmt noch bessere Lösungsansätze.
Ich kann mir nicht helfen, aber mir scheint der enorme Leidensdruck der nicht wenigen Arbeitslosen und Hartz4- Empfänger aus Gelsenkirchen ist bei den Leuten die diese unerträgliche Absage getätigt haben noch nicht angekommen.
11:00
Wer zu spät kommt, straft das Leben ....
10:48
In Essen hat Ikea das Ziel der Verkaufs-Flächenvergrößerung nicht erreicht.
Politik und Verwaltung waren sich einig, wir akzeptieren das neue Nutzungskonzept von Ikea nicht. Es sah vor eine Flächen- und Sortimentserweiterung.
Jetzt hört man, dass der Standort Essen von Ikea aufgegeben wird.
Gelsenkirchen hat nun die einmalige Chance Ikea als Einkaufsmagnet nach Schalke zu bekommen.
Damit wird die unschöne Brachfläche brauchbar genutzt.
Einzelhandelskonzepte für Buer und die Altstadt kann man alle Jahre ändern.
Das Einkaufsverhalten von Kaufinteressenten passt sich schnell der jeweiligen Marktsituation an.
Danach spricht alles für Ikea als Einkaufsmagnet.
09:40
Wartet ab.
Wenn Steinbrück seinen Vortrag gehalten hat geht es evtl. weiter
09:36
In 10 Jahren wird Gelsenkirchen endgültig von der wirtschaftlichen Entwicklung abgeschlagen sein. Merken die Verantwortlichen gar nicht, dass GE in den meisten Statistiken die letzten Plätze belegt? OK, im Fußball sieht es zurzeit besser aus, aber Brot und Spiele reichten vor 2000 Jahre.
Es drängt sich im Ruhrgebiet der Verdacht auf, dass Verwaltung und POlitik sich für die eigenen Taschen interessieren und eine Bevölkerung entwickeln, die finanziell nicht mehr auf eigenen Beinen stehen kann, damit sie abhängig von Transferleistungen ist.
Wirtschaftliche Entwicklung findet nicht statt. Es gelingt nur Billig-Arbeitsplätze mit großen Flächen zu etablieren.
Ehrlich gesagt wäre ich nicht traurig drum, wenn man ganz Gelsenkirchen einfach abreissen würde. Ist ohnehin nur ein Fussballstadion mit ein paar Einwohnern drumherum. Allein 80.000 leerstehende Wohnungen in GE dürften alles sagen.
18:04
War es nicht so, dass auch das vor vielen Jahren das Möbelhaus Ostermann auf einer Fläche am Rhein-Herne-Kanal eine Filiale eröffnen wollte und das Unternehmen wegen Inkompetenz von Gelsenkirchener Verwaltungsmitarbeitern sein Vorhaben alsdann in Bottrop realisiert hat?!
Die wirtschaftliche Kompetenz der örtlichen SPD beschränkt sich maximal auf das Eröffnen von Supermärkten, z. B. in Scholven, Buer-Domplatte oder der Pleite-supermarkt im Tossehof.
Für zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik sitzen in der SPD einfach zu alte Knacker am Rad.
Die SPD-Basis hat sich erst einmal von den alten Pfeffersäcken zu trennen.
15:53
p.s.: Was mich auch wundert, ist die Art wie die Redaktion von der Westen.de mit diesem Aufregerthema in ihrer Berichterstattung umgeht. Erst am Samstag taucht das Thema unter ferner liefen als Randrubrik auf. Donnerstag hatte REL in den Regionalnachrichten darüber berichtet. Am Freitag war eine ganz kleiner Nebenbericht in der Printausgabe der WAZ. Man hat den Eindruck man will den Artikel "Ikea-Anfrage an der A42 in Schalke ruft Kritiker auf den Plan" regelrecht verstecken. Als ob das Thema unangenem ist. Dieser Artikel gehört mit seiner Brisanz an erster Stelle der Gelsenkirchener Stadtseite dieses Internetportals. Wem ist eine breite Diskussion über diese nicht nachzuvollziehende Entscheidung hinderlich? Man macht sich so seine Gedanken.
Alles in allem keine Sternstunde der freien Presse im Ruhrgebiet.
Hier im Portal wird nichts versteckt. Um so mehr ein Beitrag aufgerufen wird, um so "höher" steigt er. Automatisch. Das sieht man hier deutlich. Der Artikel ist auf der "ersten Seite" des Portals.