IAG in Gelsenkirchen verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Wegen einer Bombendrohung mussten im Dezember 2013 Mitarbeiter und Kunden der Arbeitsagentur für Arbeit sowie des IAG alle Dienstgebäude in Gelsenkirchen (im Bild das Hochhaus Ahstraße 22) für rund zwei Stunden am Vormittag räumen.
Wegen einer Bombendrohung mussten im Dezember 2013 Mitarbeiter und Kunden der Arbeitsagentur für Arbeit sowie des IAG alle Dienstgebäude in Gelsenkirchen (im Bild das Hochhaus Ahstraße 22) für rund zwei Stunden am Vormittag räumen.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
In Behörden gehört Gewalt zum Arbeitsalltag. Im Integrationscenter für Arbeit in Gelsenkirchen gibt es nun ein umfangreiches Sicherheitskonzept.

Gelsenkirchen.. Angriffe, verbal wie physisch, sind längst zu einem Alltagsphänomen in den Behördenzimmern geworden. Der Beamtenbund fordert einen ganzen Katalog an Maßnahmen. Im Integrationscenter für Arbeit (IAG) an der Ahstraße, dort, wo sich Bezieher von Arbeitslosengeld II („Hartz IV) melden, werden sie bereits umgesetzt.

„Das IAG hat ein umfangreiches Sicherheitskonzept mit Personalrat, Fachleuten und Polizei entwickelt“, sagt IAG-Geschäftsführer Reiner Lipka. Die Mitarbeiter erhielten Deeskalations-Schulungen, die Büro-Möblierung wurde so gestellt, dass die Mitarbeiter eine Fluchtmöglichkeit haben, der Notfallknopf am Computer gehört zur Ausstattung (und mobilisiert die Kollegen in den Nachbarbüros bzw. signalisiert, dass sie sich im Fall eines Amoklaufs im Büro einschließen), Mitarbeiter sind angehalten, keine Waffen und ähnlichen Gegenstände im Büro liegen zu haben. Und: Das IAG hat einen Sicherheits- und Wachdienst eingekauft. „Bei 32.000 erwachsenen Kunden werden wir dennoch keine hundertprozentige Sicherheit erreichen. Die meisten Kunden sind freundlich, aber wenn ein Promille gewalttätig ist, sind das schon 32“, so der Geschäftsführer.

Gewaltprävention beginnt nach Ansicht Lipkas damit, Kunden zufrieden zu stellen. Wer das Arbeitslosengeld II nicht pünktlich auf seinem Konto hat, bekommt Einkaufsgutscheine für die Discounter Aldi und Lidl. Im IAG wurden Automaten aufgestellt, die Zwischenzahlungen für die Kunden ermöglichen.

Automaten und Gutscheine

Vorfälle, bei denen Mitarbeiter mit einer Waffe bedroht wurden, hat es an der Ahstraße noch nicht gegeben. „Aber wir zeigen null Toleranz gegenüber Gewalt“, so Lipka. Krawallmachern wird Hausverbot erteilt, u. U. zwischen sechs und zwölf Monaten. Diese Kunden werden zukünftig vom Ordnungsdienst im Haus begleitet. Spricht ein Kunde Drohungen aus, bekommt er Besuch von der Polizei („aufsuchende Betreuung“), die ihn ermahnt. Von Schleusen („zu hohe Kundenfrequenz“) und Großraumbüros („Einzelfallberatung“) hält Lipka nichts.

Eine Zufriedenheitsabfrage unter IAG-Kunden – sie werden per Zufallsgenerator ermittelt – bescheinigt der Behörde übrigens die Note 2,4.