Hunde-Schaulaufen im Musiktheater in Gelsenkirchen

Gesucht wird der Hund „Toto“ für das Musical „Der Zauberer von Oz“. Hier im Bild läuft gerade das Casting von „Xiva“ , sie kommt bei Sängerin Dorin Rahardja gut an.
Gesucht wird der Hund „Toto“ für das Musical „Der Zauberer von Oz“. Hier im Bild läuft gerade das Casting von „Xiva“ , sie kommt bei Sängerin Dorin Rahardja gut an.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Musiktheater im Revier veranstaltet ein Casting für das Märchen-Musical „Der Zauberer von Oz“. „Toto“ soll neben Dorothy eine gute Figur machen.

Gelsenkirchen.. Ein Fellknäuel dreht am Rad: Endlich mal tierisch was los in der Bude! Paddy, ein süßer Mini-Terrier, rast wie ein wild gewordener Feger über die Probebühne des Musiktheaters im Revier, hetzt von der Regisseurin zum Pianisten, schnüffelt hier und schnuppert dort.
Herrchen zuckt entschuldigend mit den Schultern beim Anblick seines aufgedrehten Vierbeiners: „Es ist ja sein erstes Casting!“

Premiere ist am 12. April

Dennoch, wer auf der Bühne bestehen will, muss vor allem eines können: Anweisungen folgen. So suchte Regisseurin Sandra Wissmann beim Hunde-Casting am Donnerstagabend pfiffige Fiffis und brave Bellos für einen echt tierischen Auftritt auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Wenn das populäre Märchen-Musical „Der Zauberer von Oz“ am 12. April Premiere auf der Opernbühne feiert, dann soll auch ein kleiner Hund als „Toto“ neben der Hauptfigur Dorothy eine gute Figur machen.

Bühne sucht den Superstar auf vier Pfoten: Die Einladung zum Casting galt Lieblingen im Handtaschenformat, die sich leicht auf den Arm nehmen und im Körbchen tragen lassen. Neun Bewerber saßen schließlich brav vor der Tür zur Bühne und warteten mit Frauchen oder Herrchen wie beim Arzt im Wartezimmer auf ihren Aufruf.

Die verschiedenen Bewerber

„Toto, da bist du ja!“ ruft Dorin Rahardja betont laut, und „Filou“, der 15 Jahre Senior unter den Bewerbern, springt herbei, als seien die Sopranistin und er schon seit Jahren beste Kumpel.
Der zottelige Cain Terrier der Essenerin Antje Deeg, die ihn einst aus dem Tierheim holte, lässt sich von der Sängerin auch mühelos auf den Arm nehmen. „Und jetzt mal singen“, kommt die Anweisung aus der Regie. Rahardja hebt ein glockenklares „Somewhere over the rainbow“ an, dazu greift Kapellmeister Thomas Rimes kräftig in die Tasten. „Filou“, der Pfifikus, bleibt gelassen. Ein Perfektionist und ein „feiner Kerl“, wie Frauchen betont.

„Was bist du süß!“, jubelt Dorin Rahardja und schnappt sich Xeva, die neun Jahre alten Cairn-Terrier-Lady von Rainer Richartz aus Wuppertal. 5,8 Kilogramm Glück: Xeva geht bei Fuß, ist gesangsfest, freundlich. Herrchen weiß: „Die ist lieb und super gehorsam.“

Die ersten Kandidaten vor der Tür sind leicht genervt und jaulen. Eine Theatermitarbeiterin verteilt Hundekuchen, für bessere Stimmung. Klappt!

Gute Zusammenarbeit mit Tieren

Auftritt Rocky. Der Pudel (8) von Manfred Mazannek aus Herten sucht erstmal die Leckerchen, spielt dann brav mit. Caroline Hagen aus Gelsenkirchen stellt ihre Ziri vor, einen fünf Kilo leichten Mini-York-Pu-Mix, ein Energiebündel. Gabi Kitzsteiner-Dettmer und ihr Mann Rüdiger aus Erlekommen mit Anton, ihrem sieben Jahre alten Cairn-Terrier. Ob Jessy, die erst 15 Monate alte Hündin der Gelsenkirchenerin Birgit Beckmann oder Dörte aus Kirchhellen, sie alle begeisterten vor allem eine: die Dorothy-Darstellerin.

„Ich bin mit vielen Tieren aufgewachsen, ich habe mich riesig auf das Casting gefreut.“ Derweil schleimt sich „Öhrchen“, der Hund von Rebecca Beeck aus Essen, ein und gibt Pfötchen. Der Vierbeiner mit den Fledermauslauschern hat es faustdick hinter den Ohren, spielt perfekt mit. Von Lampenfieber keine Spur.

Wer am Ende die Schnauze vorn hat, steht noch nicht fest. Das Regieteam wird sich neben der Erst- noch für eine Zweit- und Drittbesetzung entscheiden. Auch ein Vierbeiner kann schließlich mal ausfallen.