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Soziale Stadt

Hilferuf für das Recht auf Zukunft

20.02.2010 | 07:00 Uhr

Gelsenkirchen. Weiter runter kann und darf es nicht gehen. Da ist sich die AG der Wohlfahrtsverbände in der Stadt einig – und wird aktiv. Auch aus der puren Not heraus. Die finanziellen Spielräume sind ausgeschöpft.

„Gelsenkirchen wehrt sich. Denn auch Gelsenkirchen hat ein Recht auf eine gute Zukunft“ heißt es im Aufruf „GEmeinsam für Gelsenkirchen.“ Die Erstunterzeichner sind auch die Initiatoren: Caritasdirektor (und Vorsitzender der AG Wohlfahrt) Peter Spannenkrebs, Diakoniepfarrer Matthias Kreft, Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde, AWO-Unterbezirksgeschäftsführerin Gudrun Wischnewski und Norbert Korte, Geschäftsführer des Paritätischen.

Seit vielen Jahren bemühe sich die Stadt durch „Haushaltskonsolidierung aus der Schuldenfalle heraus zu kommen, Gestaltungsperspektiven zu entwickeln und gleichzeitig den wachsenden kommunalen Aufgaben gerecht zu werden. Ein Widerspruch, den Gelsenkirchen alleine nicht lösen kann“, stellen die Verbände fest. „Gelsenkirchen trifft es besonders hart. Wir machen uns Sorge um die Daseinsvorsorge“, sagt Kreft, und „erheben unsere Stimme, um den Hilferuf laut und vernehmlich auszusenden.“

„Wir verstehen uns als überparteiliche Initiative“, betont Spannenkrebs. Wie er hofft Korte auf „eine Initialzündung. Da steht eine ganze Stadt auf, die das so nicht mehr hinnehmen will. Wir gehen davon aus, dass uns viele unterstützen.“ An Verbände, an Gemeinden, an Firmen und Vereine denken die Initiatoren, aber eben auch an alle Gelsenkirchener. Denn sie werden weitere Kürzungen direkt treffen. Vom Straßenbelag bis zur Kita-Betreuung: „Auf örtlicher Ebene sind die Auswirkungen direkt zu spüren“, glaubt Wischnewski und sieht beispielsweise Projekte der sozialen Stadt gefährdet. Kulturelle Vielfalt zu erhalten, ist Neuwald-Tasbach wichtig. „Das wird bedrohlich ab 2011, wenn die Mittel dazu nicht mehr da sind. Die Stadt wird ärmer werden“, fürchtet sie.

Die Verbände fordern ein „gerechtes und solidarisches System der Lastenverteilung“, ferner von Bund und Land verursachte gesetzliche Verpflichtungen vollständig gegen zu finanzieren, Altschulden der Kommune abzulösen und die Belastungen armer Städte durch den Fonds deutsche Einheit einzustellen.

Jörn Stender

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Kommentare
20.02.2010
13:26
Hilferuf für das Recht auf Zukunft
von kaputtesGelsenkirchen | #3

Mit der edel anmutenden Überparteilichkeit ist das so eine Sache in einer Stadt, in der absolute Verhältnisse herrschen... Trotzdem, oder vor allem deshalb viel Glück beim Aufstehen, Auferstehen, Aufstand ...oder was da demnächst von den Wohlstandsverbänden zu erwarten ist.

20.02.2010
11:58
Hilferuf für das Recht auf Zukunft
von Zeche. | #2

Na da haben sich ja die richtigen Pharisäer zusammengeschlossen!
Jetzt machen sie gegen die Stadtverwaltung die Welle und spekulieren dabei insgeheim doch nur darauf, dass sie seitens der Stadt und hier durch das IAG noch mehr Ein-Euro-Kräfte zugeschustert bekommen.
Sind sie für die sich jetzt Echauffierenden doch pro zugewiesenem Zwangsarbeiter eine sehr gute Einnahmequelle!
Pro Zwangsarbeiter bekommen sie monatlich 500 € Prämie. Von diesen 500 € Prämie geben sie lediglich maximal 120 € an den Zwangsarbeiter ab und den Rest i. H v. 380 € tut man sich schön auf die eigene Tasche.
Mal schauen, ob die Verwaltung -hier das Dezernat Arbeit und Soziales- dieses perfide Spielchen rechtzeitig durchschauen wird und diesen Vereinen keinen einzigen Zwangsarbeiter mehr abkommandieren werden.

20.02.2010
09:09
Hilferuf für das Recht auf Zukunft
von manni | #1

Es wird halt bei denen genommen, die sich nicht wehren können. Dann versucht man die , die wenig haben , gegen die , die nichts haben auf zu hetzen.
Bei geschätzten 80 Milliarden Steuerbetrug im Jahr, unbesteuerten oder gering besteuerten Riesengewinnen und Finanzgeschäften, ungerecht verteilten Sozialabgaben kann eine gesunde Gemeinschaft nicht ent- oder bestehen.
Da arbeiten auch Sozial- und Wohlfahrtsverbände mit Leiharbeitsfirmen und Dumpinglöhnen, Ausbeutung der Pflegekräfte und aufgeblähtem Verwaltungswasserkopf.

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