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Hilfe für die Gelsenkirchener Flüchtlingshelfer

26.02.2016 | 18:44 Uhr
Hilfe für die Gelsenkirchener Flüchtlingshelfer
Zum Auftakt der Fortbildungsreihe “Hilfe für Helfer " veranstalten Ehrenamtsagentur und Integrationsagentur der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Freitag an der Grenzstraße einen Markt der Möglichkeiten.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Beim ersten großen Markt der Möglichkeiten informierten im Awo-Begegnungszentrum Organisationen, Vereine und Initiativen über Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements.

Die stillen Alltagshelden und die, die auf öffentlicher Bühne für Vereine, Organisationen oder die großen Wohlfahrtsverbände in der Flüchtlingshilfe aktiv voran gehen, geben sich auf dem bunten Markt der Möglichkeiten ein Stelldichein.

Es ist ein beeindruckendes Bild: 25 unterschiedliche Gruppen bilden mit ihren Infoständen Seite an Seite mit der Bühne einen großen, Kreis im Saal des Schalker Awo-Begegnungszentrums. Viele interessierte Frauen und Männer, darunter auch Kommunalpolitiker wie etwa Sozialausschuss-Vorsitzender Lutz Dworzak, schauen sich an, was Gelsenkirchen auf dem großen Feld der Flüchtlingshilfe zu bieten hat – und wo noch Hilfe nötig ist.

Vor der Bühne tummeln sich fröhliche Flüchtlinskinder mit Luftballons, hören aufmerksam zu, was die „Promis“ am Mikrophon berichten. Einer ist Oberbürgermeister Frank Baranowski, der in die Zuhörermenge hinein lobt: „Ich bin stolz darauf, dass Sie in dieser Stadt Dinge in die Hand nehmen.“ Das sei nicht nur eine positive Stimmung gegenüber den Ankommenden, „das ist Haltung, und die bleibt“, so der OB.

Oberbürgermeister Frank Baranowski umringt von fröhlichen Kindern. Foto: Martin Möller

Geadelt wird der von der Awo-Integrationsagentur und der Ehrenamtsagentur organisierte Markt der Möglichkeiten durch den Besuch von Integrations-Staatssekretär Thorsten Klute. Und auch der unterstrich die Leistungen der „stillen Helden, die einfach mit anpacken“. Anstatt lautstark Parolen in den Straßen zu brüllen.

Lars Gieskes (48), Ehefrau Gabi (52) und Sohn Lasse (16) sind solche stillen Helden, die aus eigenem Ansporn eine Masche ins große GE-Netzwerk einbringen. „Wir haben uns schon im Sommer überlegt, wie man helfen kann“, sagt Gieskes. Über die Ehrenamtsagentur und einen WAZ-Bericht über das erste Café Miteinander in der Altstadt sind die Drei schließlich bei einem weiteren Treffen in Kontakt zu einer vierköpfigen syrischen Familie gekommen. Im September ging es los. „Wir sind als Familie los gezogen und haben uns erst einmal um die Wohnung und um schriftliche Sachen gekümmert.“ Bei Anträgen und Verträgen etwa haben Lars und Gabi Gieskes geholfen.

Lokales
Ehrenamtliche qualifizieren

Mindestens 2000 ehrenamtlich Engagierte sind nach Schätzungen von Beate Rafalski und Admir Bulic in der Gelsenkirchener Flüchtlingshilfe unterwegs. „Die ganz stillen Helden nicht mitgezählt“, sagt die Geschäftsführerin der Ehrenamtsagentur. Menschen also, die im Alltag einfach helfen, die aber nicht bekannt sind.

Im Kern sei Integration ein Ausdauersport, betont Staatssekretär Thorsten Klute, der Freitag Landesmittel in Aussicht stellt, um Ehrenamtliche durch Qualifizierungen zu unterstützen.

„Hilfe für Helfer“ ist als Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Fortbildungsangeboten angelegt. Erster Termin: Am 8. April referiert Beate Rafalski über die Unterbringung von Flüchtlingen und den Zugang zu ehrenamtlichem Engagement. Info: 169-3333.

Die Aktionen des Architekten und seiner Familie aus Bulmke blieb deren privatem und nachbarschaftlichem Umfeld nicht verborgen. Und plötzlich kamen die Nachrichten: „Wir haben da noch ...“ „Könnt ihr .... gebrauchen?“ Gabi Gieskes lächelt. „Der Unterschied ist eben: Das ist nicht mehr nur der Flüchtling; der Flüchtling hat plötzlich ein Gesicht.“ Ende 2015 waren die Einstandsprobleme des syrischen Ehepaares und seiner beiden drei- und sechsjährigen Kinder geregelt. „Wir halten aber noch Kontakt zu der Familie, erzählt das Ehepaar Gieskes, das seit einer Woche eine neue, diesmal eine indische Patenfamilie betreut. Heute sind Lars und Gabi Gieskes hier, um sich zu informieren. „Weil es jetzt um die Jobsuche geht.“ Und darum, dass der sechsjährige Spross der syrischen Familie gerne Schwimmen lernen möchte. Aber natürlich ist auch Gelsensport beim Markt der Möglichkeiten präsent, ebenso Elnet, das Integrationsprojekt mit seinen differenzierten Angeboten.

Am Rande des Aktionsnachmittages holen Admir Bulic (Awo) und Beate Rafalski (Ehrenamtsagentur) einmal Luft. Vier Wochen hat das Duo geackert und diesen Nachmittag vorbereitet. Aber: Die Arbeit hat sich sichtbar gelohnt.

Inge Ansahl

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2016-02-26 18:44
Gelsenkirchen