Hier bekommen junge Gelsenkirchenerinnen Hilfe fürs Leben

Ansprechpartnerinnen im Mädchenzentrum: Claudia Gertz (re.) und Angelika Hecht.
Ansprechpartnerinnen im Mädchenzentrum: Claudia Gertz (re.) und Angelika Hecht.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Mädchenzentrum und seine mobile Beratungsstelle betreuen neben anderen jungen Frauen in einer Projektgruppe intensiv Mädchen mit Behinderungen

Gelsenkirchen..  Für gewöhnlich spricht man vom Übergang Schule – Beruf, wenn junge Menschen einen Abschluss in der Tasche haben. Was im Einzelfall schon schwierig genug sein kann. Für eine Gruppe von Mädchen und jungen Frauen, die das Mädchenzentrum betreut, sind die Hürden ungleich höher. Da spricht Diplom-Pädagogin Claudia Gertz dann lieber vom „Übergang in ein selbstständiges Leben“, wenn sie körperlich oder mehrfach behinderte junge Frauen ab zwölf Jahren meint, die Begleitung, Betreuung und Assistenz brauchen. Bis zu zehn Jahre kann diese intensive Form der Hilfestellung dauern.

Simone Clever, die als Rehabilitationspädagogin im Frauen-Team des Mädchenzentrums beschäftigt ist, erreicht die Jugendlichen über das Projekt „Mobiles Mädchenzentrum“. Wenn sie etwa an Förderschulen wie der Löchterschule im Einsatz ist.

Anneliese-Brost-Stiftung unterstützt das Projekt

Zehn Mädchen sind zurzeit im Intensiv-Projekt, das im dritten Jahr von der Anneliese-Brost-Stiftung mit bisher insgesamt 11000 Euro gefördert wird. Aktuell legte die Sparda-Bank eine 2000 Euro-Spende zur Förderung der Projektarbeit dazu. Geld, für das man im Mädchenzentrum dankbar ist. Beispielsweise um damit mehr Einsatzstunden für das Projekt zu finanzieren. „Wir haben das MAIS kontaktet“, berichtet die Pädagogin. Allerdings: Im Düsseldorfer Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales „sind keine Extramittel für Mädchen mit Behinderung geplant“. Also sei man weiter auf die Anneliese-Brost-Stiftung und Spenden angewiesen.

„Der gesamte Aufbau des eigenen Lebens, der für andere Mädchen normal ist, ist für Mädchen mit Behinderungen sehr schwierig“, sagt Claudia Gertz. „Sie brauchen viel mehr Unterstützung und Assistenz in allen Lebensbereichen.“ Das sei eine ganz andere Art von pädagogischer Arbeit. Zum Beispiel, was die Medienkompetenz angeht. Auch Mädchen mit Behinderungen sollten sich sicher im Netz bewegen können. Ihre Kollegin Simone Clever helfe den Mädchen auch bei der Suche nach Praktikumsstellen und begleite sie während dieser Zeit. Wenn dann – wie im Falle einer in Gelsenkirchen lange intensiv betreuten jungen Frau – aus dem Praktikum eine richtige Ausbildung wird, ist das schon wie ein Sechser im Lotto.

Die Gruppenarbeit findet als außerschulisches Angebot in der Schule statt. Das Mädchenzentrum selbst bietet darüber hinaus Ferienaktivitäten an, die auch für Jugendliche mit Handicap offen sind. Der Mädchengarten in Schalke ist ein weiterer Kooperationspartner. Dorthin können die Pädagoginnen vom Mädchenzentrum Jugendliche vermitteln. Wichtiges Standbein ist die Einbeziehung der Eltern, die die Selbstständigkeit ihrer Töchter unterstützen müssten. Damit die eine Chance haben.

Förderverein freut sich über jede Spende

Hilfe bei der Lebensplanung, bei familiären Problemen, bei sexualisierter Gewalt, Essstörungen und selbstverletzendem Verhalten oder Gruppenangebote in Schulen sind weitere Arbeitsschwerpunkte.

Der Förderverein Mädchenzentrum GE e. V. hat ein Spendenkonto: Sparkasse GE, IBAN: DE31 420500001 0160110610.