Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 13°C
Tag der offenen Tür

Helfen kann jeder

18.06.2012 | 06:00 Uhr
Helfen kann jeder
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) veranstaltete auf dem Gelände des Katastrophenschutzzentrums an der Adenauerallee einen Tag der offenen Tür. Einer der Höhepunkte des Programms war eine Rettungsvorführung.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen. „Wichtig ist, dass die Menschen nicht vorbei gehen“, appelliert Rettungsassistent Michael Waterwiese. Beim Tag der offenen Tür des Deutschen Roten Kreuzes auf dem Gelände des Katastrophenschutzzentrums informierte der Profi am Samstag mit seinen Mitstreitern über Ersthilfe am Unfallort, das richtige Verhalten beim Notruf und über die Rettungskette bei Einsätzen. „Einen Notruf absetzen kann jeder.“

Oft hätten die Menschen schlichtweg Angst, am Unfallort etwas falsch zu machen. Dabei kann der Griff zum Telefon bereits Leben retten. „Selbst die Frau, die Nachts alleine in ihrem Auto auf der Landstraße angehalten und um Hilfe gebeten wird, kann die Türen verriegeln und zum Handy greifen“, so Michael Waterwiese. Die moderne Technik ist allerdings Fluch und Segen zugleich. „Wenn wir beispielsweise zu einem Einsatz auf einer Einkaufsstraße gerufen werden, kommt es nicht selten vor, dass wir dabei gefilmt oder fotografiert werden“, sagt der Rettungsassistent, der über den Zivildienst zum DRK gekommen ist.

Interaktive Einbindung der Zuschauer

Bei einem simulierten Unfall, bei dem ein Arbeiter von einer Leiter stürzte, war Zuschauen aber ausdrücklich erlaubt. Während das DRK-Team die Rettung umsetzte, wurde das Geschehen live kommentiert. So erfuhren die Zuschauer beispielsweise, dass von einer stabilen Seitenlage dringend abgeraten wird, solange das Unfallopfer ansprechbar ist, dass das Halten von Infusionen durchaus von Passanten übernommen werden kann und dass Ersthelfer während der gesamten Rettung in die Maßnahmen eingebunden wird. Interessant war für viele Besucher auch der Einblick in das Handwerkszeug der Rettungskräfte. Zum Einsatz kamen unter anderem eine Schaufeltrage und eine Vakuummatratze, die einen Abtransport ermöglichen, ohne die Wirbelsäule zu belasten.

Neben dem Rettungsdienst präsentierte das DRK sein gesamtes Spektrum: Hausnotruf, Blutspende oder Altkleidersammlung. Auch der Bereich Jugend und die Ehrenamtsabteilung zeigten ihre Arbeit. „Es sind leider immer weniger Menschen bereit, sich zu engagieren, obwohl es spannende Aufgaben bei uns gibt“, so Johannes Heinrich, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbandes Gelsenkirchen, der für den Tag der offenen Tür aber ein positives Fazit zog.

Patrick Schleu

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
So trainiert man für einen Extremlauf
Extremlauf
Halbmarathon mit Hindernissen: Im Oktober findet in Gelsenkirchen und Essen die Xletix Challenge statt. Wie man sich fit macht, sehen Sie im Video.
Ratsfraktion zahlt der Stadt Geld zurück
Politik
Die Ratsfraktion Die Linke hat sparsam gewirtschaft und zahlt der Stadt Gelsenkirchen 12 596,62 Euro zurück.
Natriumhydroxid verletzte Gelsenkirchener am Ehrenmal
Chemie-Attacke
Die Verletzungen am Gelsenkirchener Ehrenmal sind durch Natriumhydroxid entstanden. Ein Mann und eine Frau leiden noch heute unter den Folgen.
Geschichten zum Ohrenspitzen in Gelsenkirchen
Festival
Der Nachwuchs gestaltete auf der Bühne des Consol Theaters einen imposanten Beitrag zum „Gelsenkirchener Erzählfrühling“
Bündnis erklärt sich solidarisch mit Heike Jordan
Reaktion
Die Attacken auf Heike Jordan haben das Gelsenkirchener Bündnis gegen Faschismus und Krieg auf den Plan gerufen.
Fotos und Videos
Missglückter Fällversuch
Bildgalerie
Feuerwehreinsatz
article
6775782
Helfen kann jeder
Helfen kann jeder
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/helfen-kann-jeder-id6775782.html
2012-06-18 06:00
Gelsenkirchen, Tag der offenen Tür, DRK, Erste Hilfe
Gelsenkirchen