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Konzert

Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen

16.06.2013 | 17:09 Uhr
Wenig artistisch, aber diesmal mit einnehmendem Stimmvolumen: Helene Fischer in der Mitte ihrer Tanzcrew aus Los Angeles.Foto: Günter Blaszczyk

Gelsenkirchen.   Neben dem Feuerwerk ihrer bekannten Hits begeistert Helene Fischer die 40.000 Fans in der Arena mit Cover-Songs aus den Siebziger Jahren. Einer Helene Fischer kann man sich schwerlich entziehen. Das Parkplatz-Chaos rund um die Spielstätte trübte dagegen das Vergnügen: Das Leitsystem war ein einziges Leid-System.

Um 20.45 Uhr schwebte sie endlich, endlich an einem Seil vom Arena-Himmel, Deutschlands Wunsch-Schwiegertochter Nummer eins. Zu Beginn im weißen Einteiler, rückenfrei, das Top mit gaaanz tiefem Einblick – da waren auch die männlichen Begleiter, die angeblich nur ihrer Freundin zuliebe mitgekommen waren, plötzlich hellwach.

Einer Helene Fischer, Sängerin, Moderatorin, Zirkus-Akrobatin, Entertainerin, kann man sich schwerlich entziehen. Die 28-jährige Allzweckwaffe in der deutschen Unterhaltungsindustrie entwaffnet einfach ihre letzten Kritiker mit ihrem umwerfenden Charme.

Helene Fischer im Revier

Ihre Fangemeinde ist in den letzten acht Jahren steil angewachsen, Und auch die Künstlerin selbst war verzückt von diesem Mega-Sommerevent: „Ich habe mich wahnsinnig auf diesen Abend gefreut, dies ist mein allergrößtes Konzert meiner bisherigen Karriere.“ Und die nur 1,55 Meter große Akteurin füllte mit ihrer Bühnenpräsenz jeden Winkel der riesigen Arena aus.

Sie kann auch anders

Helene, die Wandelbare: Auf das unschuldige Weiß folgte das Flower-Power-Minikleid, bei Coversongs wie „Ein Bett im Kornfeld“, „Griechischer Wein“, „Biene Maja“ und „Über den Wolken“ rastet die Arena förmlich aus. Offenbar besteht eine tiefe Sehnsucht nach den (musikalisch) unbeschwerten „70ties“.

Info
Chaos

Schon zwei Stunden vor Konzertbeginn rollte die Blechlawine auf die Arena zu: Von Helmstedt oder Braunschweig bis Oggersheim, von Weilerswist bis zu den Niederlanden reichte die Fanschar, die Pkw-Insassen vorwiegend weiblich.

Die Straßenbahn dagegen blieb fast leer – ein Grund für das spätere Chaos.

Aber sie kann auch anders: Das „Somewhere“ hätte auch das Wohlwollen vom Original, La Streisand, gefunden. Dazu die Fischerin als Bond-Girl: Klassisch schwarzer Hosenanzug, und bei der Kehrtwende, ups, ja was denn, völlig blanke Rückseite? Erst bei genauem Hinsehen entpuppt sich die scheinbar nackte Haut als knalleng anliegendes fleischfarbenes Textil.

Nach gefühlten fünf Sekunden setzt auch bei den männlichen Besuchern wieder die Atmung ein. Dazu noch ziemlich im letzten Teil eine Ehrenrunde durch den Innenraum, Schwerstarbeit für die Bodyguards. Ein bis dahin rundum gelungenes Musikfest.

Die zweite, weniger schöne Halbzeit draußen

Die letzten Böller in der Arena waren gegen 23 Uhr verklungen, da fand die zweite, weniger schöne Halbzeit draußen auf den Parkplätzen statt. Noch eine Stunde nach Konzertschluss irrten verzweifelte Eltern mit ihren jammernden Kindern auf der Suche nach ihren Fahrzeugen durch die schlecht beleuchteten und notdürftig ausgeschilderten Parkreihen.

Schlagerstar
Warum Helene Fischer nicht immer "die Nette" sein will

Sie sieht Kunst als Dienstleistung. Helene Fischer ist es wichtig, mit ihrem Schlager-Konzept niemanden zu verprellen. Ihre Rechnung geht auf: Der Schlager-Star bedient alle Generationen. Dabei sagt sie selbst: „Ich will nicht immer die Nette sein.“ Die ARD widmet ihr einen Themenabend.

Dies ließ sich alles in Ruhe betrachten, weil man selbst in einer Schlange stand, die sich eine geschlagene Stunde keinen Zentimeter fortbewegte.

Das Park-Leitsystem war ein einziges Leid-System. Die Hartgesottenen starteten ihr Fahrzeug gar nicht, sondern schoben lieber eine Helene-Fischer-CD rein – und setzten die Party einfach fort. Der Wunsch nach Unendlichkeit, den ihr Idol zuvor mit dem Tote-Hosen-Kultsong „An Tagen wie diesen“ heraufbeschwor, er fand auf P7 seine traurige Wirklichkeit.

Ralf Wilhelm



Kommentare
17.06.2013
22:14
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von Otto99 | #6

Man sollte sich schon merken, wo sein Auto steht und nicht alles auf den Veranstalter schieben.

17.06.2013
15:10
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von jaro_pouzar | #5

Eigenartig! Auch bei Eröffnungsspiel der Eishockey-WM 2010 gab es keine nennenswertem Probleme mit dem Parken an der Schalke-Arena. Bei diesem Spiel waren nahezu 78.000 Zuschauer in Deutschlands geilster Multifunktionsarena.

17.06.2013
14:48
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von ichliebekoenigsblau | #4

die schlecht beleuchteten und notdürftig ausgeschilderten Parkreihen.

da irren auch Fußball-Fans , bei über 63.000 herum ;

warum jetzt Kinderchen ins Spiel beingen ? Herr Wilhelm ! ?

müssen sich denn Kinderchen den Lärm auf ihr junges Trommelfell antum ( müssen !)
D A sollten Sie mal nachhaken;

die Kleinkinder überall hinzuschleppen !?

Grausam für deren Öhrchen !
Hauptsache Mama hat ihren Spass !

Glückauf

17.06.2013
12:30
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von Wippermann | #3

Was die WAZ da Berichtet ist mal wieder ziemlich übertrieben („Das Park-Leitsystem war ein einziges Leid-System.“). Ich habe noch keinen Bericht von der WAZ gelesen wo KEIN NEGATIVER Punkt über eine Veranstaltung in der Arena stand. Viele Besucher sollten sich auch mal an die eigene Nase fassen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Arena anreisen. Mit der Straßenbahn ist man innerhalb von max. 40 min. vom Sitzplatz der Arena in GE- Buer oder GE-City, dort gibt es auch ausreichend Parkmöglichkeiten. Aber viele Besucher möchten am liebsten mit Ihrem Auto in der Arena Parken damit Sie nicht laufen müssen. Bei anderen Veranstaltungsorten geht es viel chaotischer zu wie an der Arena in Gelsenkirchen.

Meiner Meinung nach Berichtet die WAZ Mediengruppe sehr oft negativ über Geschehnisse in Gelsenkirchen und Umgebung (nicht neutral/objektiv).Aber so ist das halt, wenn die Lokalen Nachrichten wie die B-Zeitung oder der Teil Recklinghausen einfach mal verschwinden oder abgeschafft werden.

17.06.2013
08:21
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von knutknutsen | #2

Bei Schalker Heimspielen vor je 60 000 Zuschauern klappt das eigentlich immer recht gut. Keine Ahnung warum die rüstigen Schlagerfreunde ihre Abreise nicht auf die Kette gekriegt haben.

3 Antworten
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von Pase_Lacki | #2-1

Wer ist hier rüstig?

Ich habs so gemacht wie immer: Regionalexpress, dann Straßembahn. Jedesmal einen Sitzplatz bekommen, lustige Leute getroffen, Spaß gehabt. Keine Ahnung, warum manche Leute jeden Weg mit dem Auto fahren müssen. Unsere Begleitung kam aus Lohne mit dem Zug, andere aus gronau. Auto hindert doch nur.

Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von westmann | #2-2

Knutknutsen,ist ganz einfach: Bei Schalker Heimspielen kommt gefühlt die Hälfte der Zuschauer aus GE mit der Straßenbahn, bei Konzerten dagegen ist sie ziemlich leer...

Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von knutknutsen | #2-3

@Westmann. Ich finde es grade nicht, aber da gab´s auch mal Statistiken zu. Erstaunlich viele Schalke-Fans kommen tatsächlich mit dem Auto z.B. aus dem Sauer- oder Münsterland angereist ohne größere Schwierigkeiten.
Aber es ist natürlich nachvollziehbar, dass Probleme eher bei ortsunkundigen Besuchern auftreten.
Grundsätzlich ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine super Alternative. Aber auch da würde man wieder jemanden finden der jammert, weil eventuell beim Einsteigen gedrängelt wird. Meckern ist in Deutschland Volkssport Nr. 1!

16.06.2013
23:12
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von informiert | #1

Ja, es bleibt traurigerweise dabei:
In Gelsenkirchen kann man keine Großereignisse richtig organisieren. Geht einfach nicht wegen Unfähigkeit! An- und Abfahrt sowie Parkplätze - das war schon vor Jahrzehnten (!) ein Desaster hier. Nix gelernt! Einfach nix gelernt ... Aber Besucher haben wollen. Wie gesagt, ein sich ständig wiederholendes Trauerspiel. Wer ist dafür verantwortlich? Konsequenzen gibt es offenbar keine. Oje.

2 Antworten
Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von Pase_Lacki | #1-1

"Wer ist dafür verantwortlich?"

Ist doch recht einfach zu beantworten: Jeder, der meint, der muss aus Düsseldorf, Duisburg, Bochum, Dortmund oder Essen mit dem Auto anreisen, wenn es keinen zwingenden Grund (Oma an Bord, körperliche Gebrechen etc.) dafür gibt. Selbst Schuld kann ich da nur sagen.

Helene Fischer begeistert 40.000 Fans in der Arena in Gelsenkirchen
von martino | #1-2

Herr informiert, Sie sind ziemlich uninformiert. Wer verantwortlich ist, kann ich Ihnen genau sagen: meistens die Zuschauer selbst! Auf jedem Parkplatz wurden vor dem Konzert von Volunteers Handzettel mit Markierung des jeweiligen Parkplatzes verteilt. Als ich mich auf den Heimweg machte und an den Parkplätzen vorbei kam, sprach ich mehrfach Suchende an. Und siehe da: die Hälfte, nämlich drei von sechs (!) hatte diese Flyer im Auto liegen lassen. Tut mir leid, aber diese Leute sind nun wirklich selber schuld, wenn sie ihr Fahrzeug nicht finden.

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