Heidemann wirbt für Ausweg nach Attacke

Das gelbe Haus auf der Schalker Meile und der Farbanschlag vom Wochenende beschäftigen auch den ehemaligen Gelsenkirchener Stadtplaner Dr. Lutz Heidemann. „Es ist eigentlich eine gute Sache, wenn an der Kurt-Schumacher-Straße ein Hauseigentümer Geld investiert“, so Heidemann. Doch hier sei die „senfgelbe Farbe unangenehm und durch eine neuartige Zutat wie bei einer Warnfarbe aggressiv- störend. Wollte das der Eigentümer? Bei Bauvorhaben lautet die gesetzliche Vorgabe: … muss sich in die Umgebung einfügen und darf das Ortsbild nicht beeinträchtigen. Ein neuer Haus-Anstrich ist in der Regel nicht genehmigungspflichtig. Nun ist aber dieser Straßenabschnitt keine Allerweltsgegend. Sie ist durch Verkehr und Feinstaubbelastungen hoch belastet, Wohnen macht hier wenig Spaß. Eine Abwärtsentwicklung zum Slum wäre an dieser Hauptschlagader fatal.

Vor einiger Zeit erfolgte hier im Zusammenwirken von privaten und öffentlichen Kräften eine Aufwertungskampagne als „Schalker Meile“. Vor diesem Hintergrund kam hier nun ein farbpsychologisches Element hinzu. Für überzeugte Schalke- Anhänger war das Gelb keine Stadtbild- Verunstaltung, sondern die Herabsetzung eines wichtigen Gelsenkirchener Identifikationselementes. So wurden am letzten Wochenende Farbbeutel geschleudert und jetzt sieht die Fassade erst ,richtig’ scheußlich aus“, findet Heidemann, der Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer anregt, um nach einem Ausweg zu suchen. Foto: Martin Möller