„Hände weg von der Kohle!“

Gladbeck..  „Hände weg von unserer Kohle“ - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wurde am Freitagabend vor der Stadthalle Gladbeck von einem besonderen Spalier empfangen. 150 junge Mitglieder aus den Reihen der IGBCE-Jugend zeigten Transparente wie „Hände weg von unserer Kohle“ und sangen sogar das Steigerlied.

Die IGBCE-Jugend demonstrierte auf diese Weise eindrucksvoll gegen einen übereilten Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Die Bundesumweltministerin ging kurz darauf in ihrer Rede auch auf diese Kritik ein und unterstrich ihre Position, dass der Klimaschutz gerade der Emscher-Lippe-Region hervorragende neue Chancen biete. „Klimaschutz ist ein echtes Wachstumsprogramm“, sagte die Ministerin, die auf erfolgreiche Projekte in der Region verwies. So habe Gladbeck im Jahr 2014 den Kommunalen Klimaschutzpreis in Berlin erhalten; und Bottrop setze mit der Innovation City neue Maßstäbe bei der energetischen Sanierung von Gebäuden und bei der Nutzung neuer Formen der Energiegewinnung.

„Das Marktvolumen für Umwelttechniken in Deutschland lag im Jahr 2013 bei 350 Milliarden Euro“, erklärte die Ministerin. Und dieses Volumen werde weiter steigen. Die Emscher-Lippe-Region biete beste Voraussetzungen, um ebenfalls davon zu profitieren. „Diese Region ist so etwas wie ein Labor für die Zukunft in Deutschland.“

Optimistische Worte der Ministerin also, die von weiteren Redebeiträgen begleitet wurden. DGB-Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker verwies auf die gewerkschaftlichen Erfolge des Jahres 2014 und stellte dabei besonders die Einführung des Mindestlohnes heraus. „Das ist ein Erfolg beharrlicher Gewerkschaftsarbeit“, rief Hülsdünker unter dem Applaus der Gewerkschafter in den Saal. Jetzt gelte es, durch wirksame Kontrollen ein Ausweichen auf illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit zu verhindern. In der Emscher-Lippe-Region werde man dazu ein Modellprojekt starten.

Auch das Thema Pegida sprach Hülsdünker gezielt an. Mehr Investitionen in politische Bildung seien nötig; und die Politik müsse dafür Sorge tragen, dass die immer tiefer werdende Spaltung der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer ein Ende habe. Denn auch diese soziale Spaltung befördere Entwicklungen wie sie in der islamfeindlichen Pegida-Bewegung deutlich würden.

Extra-Applaus gab es für das Grußwort des Gladbecker Bürgermeisters Ulrich Roland (SPD), der mit Blick auf das Attentat von Paris sagte: „Dieses Attentat ist ein Anschlag auf jene Werte, die wir über viele Jahrhunderte in Europa erkämpft haben.“ - „Je suis Charlie“, rief der Bürgermeister.

Und ein langer Applaus der Gewerkschafter folgte.