Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 22°C
JVA

Häftling in der JVA Gelsenkirchen tot aufgefunden - vermutlich Suizid

08.05.2012 | 17:25 Uhr
Häftling in der JVA Gelsenkirchen tot aufgefunden - vermutlich Suizid
Die Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Aldenhofstraße in Gelsenkirchen. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Als JVA-Beamte am Dienstagmorgen in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen die Einzelzelle eines 37-Jährigen öffneten, bot sich ein schockierendes Bild. Insasse K. hat vermutlich Suizid begangen. Offenbar hat er sich in der Nacht in seiner Zelle erhängt. Was ihn dazu bewegt haben mag, war am Dienstag noch völlig unklar.

Nichts deutete darauf hin, dass Häftling K. irgendein Problem hatte. Im Gegenteil. Umso geschockter waren die Justizvollzugsbeamten der Frühschicht, als sie gestern Morgen um 6.15 Uhr routinemäßig die Zelle des 37-jährigen Mannes öffneten und K. tot vorfanden. Stranguliert mit einer Kordel.

Alles spricht für Suizid. Denn der Häftling hatte auf Grund seines positiven Vollzugverlaufs den Vorzug einer Einzelzelle. In der er sich, wie es scheint, nachts erhängt hat. Was ihn dazu bewegt haben mag, war am Dienstag noch völlig unklar. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Auch Häftlinge, mit denen er noch am Montag zusammen war, hatten nichts Ungewöhnliches an K.’s Verhalten bemerkt.

„Es lag grundsätzlich überhaupt keine Veranlassung dazu vor, sich Sorgen um den Mann zu machen“, sagte Carsten Heim, der Leiter der Justizvollzugsanstalt, am Mittag im Gespräch mit der WAZ deutlich betroffen. „Er hatte Arbeit und Außenkontakte.“ Tragische Fußnote: „Er wäre Ende August entlassen worden.“

Seit Juli 2011 saß K. seine Haftstrafe in Gelsenkirchen weiter ab

K., Jahrgang 1975, saß seit Ende März 2010 unter anderem wegen Körperverletzung ein. Seine Unterbringung in der JVA Gelsenkirchen wurde für die Dauer einer Ausbildung in einer Vollzugsanstalt in Geldern unterbrochen. Seit Juli 2011 saß K. seine Haftstrafe in Gelsenkirchen weiter ab. „Gemessen an dem, was Vollzug bewirken kann, hat er einen günstigen Verlauf genommen“, fasste Heim seinen positiven Eindruck des Häftlings zusammen.

So ein tragischer Vorfall, sagte der Gefängnis-Leiter, ließe niemanden unberührt. „Das legt sich wie ein Schleier über die Einrichtung.“ Besonders für die Vollzugsbeamten, die den Toten völlig unvorbereitet gefunden hätten, sei das ein sehr belastendes Erlebnis. Ein Notfall-Team der JVA habe sich der Beamten bereits angenommen, um ihnen zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten.

Carsten Heim, seit Ende November vergangenen Jahres Chef der JVA an der Aldenhofstraße, erlebt so einen Fall zum zweiten Mal während seiner gesamten Dienstzeit. Und natürlich, räumt er ein, frage man sich da, ob es da nicht irgend etwas, auch nur irgendeine Kleinigkeit, einen Hinweis gab? Etwas, dass man vielleicht übersehen haben könnte? Aber es habe im Falle des Häftlings K. keinerlei Verdacht auf eine Gefährdung bestanden, beantwortet sich Heim die Frage selbst. Andernfalls hätte man den Häftling, dessen letzter ziviler Wohnsitz Dortmund war, nicht in einer Einzelzelle untergebracht.

Was im Knast in der Feldmark bleibt, sind viele Fragezeichen. Und Betroffenheit.

Inge Ansahl



Kommentare
09.05.2012
00:24
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Ab sofort läuft die Anmeldung für den Vivawest-Marathon
Marathon
Am 17. Mai 2015 fällt der Startschuss für den dritten „Vivawest-Marathon“, der die ausdauerndsten Läufer durch Gelsenkirchen, Essen, Bottrop und Gladbeck führt. Ab sofort sind die Anmeldelisten geöffnet. Hier ein erster Ausblick auf das Laufereignis mit dem fröhlich mitgehenden Pott-Publikum.
Kunst entdeckt Kirche
Musik
„Kunst entdeckt Kirche“, heißt es seit 17 Jahren in der Matthäuskirche an der Cranger Straße 81 in Middelich. Und wer mag, darf auch in dieser Saison wieder mit auf Entdeckungsreise gehen.
Casting für die Passionsfestspiele
Passionsspiele
Der Gelsenkirchener Regisseur Elmar Rasch bereit die zweiten Passionsfestspiele in Rotthausen für 2015 vor. Im Gemeindehaus ging nun das erste Casting über die Bühne. Die Rollen von Jesus und Judas stehen bereits fest.
Am Ende der Woche
Kommentar
Angesichts des alarmierenden CO2-Anstiegs, den Klimaschützer jüngst beklagt haben, mag sich manch einer nun vielleicht fragen: Was bringt es denn da, wenn wir drei Wochen Fahrrad fahren und CO2 einsparen, wo doch gleichzeitig ein weltweit dramatischer Anstieg von Kohlendioxid beklagt wird?
Kleine ganz groß
Kinderrechte
Unter dem Motto „Jedes Kind hat Rechte“ demonstrierten rund 40 Kinder Freitagvormittag vor dem Hans-Sachs -Haus. Sechs Kindertageseinrichtungen des Gelsenkirchener Bezirks aus dem Kita Zweckverband im Bistum Essen beteiligten sich mit viel Engagement an der Aktion für Kinder.
Umfrage

Im Essener Folkwang-Museum denkt man derzeit über freien Eintritt für die Besucher nach - zumindest samstags. Im Gelsenkirchener Kunstmuseum gilt schon längst an allen Tagen: Eintritt frei. Auch ins Horster Schloss kommt man für wenige Euro in die sehenswerte historische Schau. Was meinen Sie, sollte der Eintritt zu Museen generell frei sein?

 
Fotos und Videos
Der Südosten ist bunt
Bildgalerie
Stadtteilfest
Gigantisches Oktoberfest auf Schalke
Bildgalerie
Oktoberfest
Gelsenkirchen-Buer von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Gelsenkirchen von oben
Bildgalerie
Aus der Luft