Häftling brachte sich in seiner Zelle in Gelsenkirchen um
18.02.2010 | 15:31 Uhr 2010-02-18T15:31:00+0100
Gelsenkirchen.In der Sozialtherapeutischen Anstalt (Sotha) in Gelsenkirchen hat es einen Todesfall gegeben. Ein 44 Jahre alter Häftling wurde morgens vor dem Aufschluss blutüberströmt in seiner Einzelzelle gefunden. Der Mann hatte um 5.30 selbst Alarm ausgelöst. Ärzte konnten ihn nicht retten
In der Sozialtherapeutischen Anstalt (Sotha) an der Munckelstraße hat es einen Todesfall gegeben. Ein 44 Jahre alter Häftling wurde morgens vor dem Aufschluss blutüberströmt in seiner Einzelzelle gefunden. Der Mann hatte um 5.30 offenbar selbst Alarm ausgelöst. „Um 5.32 Uhr“, so Anstaltsleiter Carsten Heim, „waren die Kollegen drin und haben sofort Notarzt und Rettungswagen alarmiert.“ Doch der 44-Jährige Häftling war nicht zu retten.
Nach der polizeilichen Untersuchung und der mittags durchgeführten Obduktion „spricht alles für Suizid“, so Heim. Offenbar hat sich der Mann mit der Klinge eines Einmalrasierers die tödlichen Verletzungen zugefügt.
Krisenintervention
Seit 1975 arbeitet die Sotha an der Munckelstraße mit bis zu 57 Gewaltverbrechern und Sexualstraftätern, die teils zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Zum Konzept gehört Sozialtherapie im Strafvollzug mit Wohngruppenkonzept und psychologischer Begleitung. „Wir sind nah dran. Auch die Wohngruppe ist sehr betroffen, insgesamt ist Krisenintervention nötig“, sagt Heim.
Der 44-Jährige hatte sich auf einen Platz in der Gelsenkirchener Anstalt beworben und war seit einem halben Jahr in der Sotha. Anzeichen für eine Selbsttötung habe es laut Heim keine gegeben. Seit 18 Jahren ist er Anstaltsleiter. Den Freitod hat in dieser Zeit in Haft nur ein weiterer Häftling gesucht. Heim: „Doch der ist rechtzeitig entdeckt worden.“
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