Gute Stimmung beim letzten "Blackfield" in Gelsenkirchen

Cool, cooler, Blackfield: Wer am Wochenende im Amphitheater zu Gast war, kam auf seine Kosten. Damit schließt sich diese Festival-Akte für Gelsenkirchen. Im Bild: die Gruppe „Unzucht“.
Cool, cooler, Blackfield: Wer am Wochenende im Amphitheater zu Gast war, kam auf seine Kosten. Damit schließt sich diese Festival-Akte für Gelsenkirchen. Im Bild: die Gruppe „Unzucht“.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Beim letzten Blackfield-Festival im Gelsenkirchener Amphitheater heulte nur manche Gitarre – die Fans waren auch beim Schlusspunkt so cool wie immer.

Gelsenkirchen.. „Feiert und liebt euch, als gäb’s kein Morgen!“ Das war eine Aufforderung der Veranstalter, der die Blackfield-Gemeinde im Amphitheater mit großer Lust nachkam. Beim letzten Blackfield Festival heulte nur manche Gitarre – die Fans waren so cool wie immer.

Als „Familie“ reden die Veranstalter die Gäste an, und das hat seine Berechtigung: So sauber und lässig die schwarz gekleideten, besser gesagt kostümierten Besucher drei Tage und Nächte lang zu feiern wissen, daran könnte sich manch Kegelclub mal ein Beispiel nehmen.

Trotzdem war wohl auch wegen dieses letztmaligen Treffens im Amphitheater das offizielle Festival-Shirt der große Verkaufsschlager. „Muss ich haben“, sagt Silke Kirow (38) aus Krefeld, Blackfield-Gemeindemitglied der ersten Stunde. Die Location findet sie super und bedauert es, dass diese letzten drei Tage die letzten gewesen sein sollen. „Man kennt sich hier, das ist wirklich wie eine Familie.“

Viel harter Rock im Spiel

Blackfield ist kein reines Goth, es war viel guter und harter Rock im Spiel. Auch Elektro wurde nicht verschmäht. Egal, wie heftig die Musik auch war, gesungen wurde über Liebe, Schmerz und den ganzen Rest. Mit Top Acts wie Subway to Sally, die heiß verehrten Eisbrecher (von ihren sah man mit Abstand die meisten Fan-Shirts) und Project Pitchfork war das Programm gekrönt. „Ich fand’s klasse, auch wenn ich nur am Samstag Zeit habe und nicht wie früher alles mitnehme“, meinte Tobias Henkel aus Dinslaken, in Jeans und schwarzem T-Shirt ohne Spruch minimalistisch unterwegs.

Festivals Nimmt man die Autokennzeichen als Messstation, ist die Blackfield-Gemeinde über ganz Deutschland verteilt. „Es waren wirklich gute Tage“, bilanzierte Michael Eifflaender. Als Mann an der Kasse müsste er es wissen, außerdem ist er Azubi bei der Rockpalast GmbH.

Volles Gelände, volles Amphitheater

Volles Gelände, volles Amphitheater. Das Wetter ließ die Männer in Lack und Leder, die Frauen in schwarzen Miedern, die kleinen Mädchen in schwarzer Leggings mit rosa Tutu, die älteren Herren mit schwarzem Zylinder und die Damen in wallenden schwarzen Roben mit Netzstrümpfen nicht im Stich.

Unter den Bands waren echte Hochkaräter. Subway to Sally (Folk, Ska, Rock) touren seit über 20 Jahren durch Deutschland. Eisbrecher (sie spielten einiges von ihrem neuen Album „Schock“) und Project Pitchfork haben über die Grenzen hinaus ein Publikum. Viele Blackfield-Fans schmetterten die Refrains bei Songs alt-bekannter Kapellen wie Deine Lakeien mit Inbrunst mit.