Gut bei Stimme im Kinderchor

Szene aus „War Requiem“, in dem auch der Kinderchor auf der Bühne steht.
Szene aus „War Requiem“, in dem auch der Kinderchor auf der Bühne steht.
Foto: Pedro Malinowski

Gelsenkirchen.. Singen kann jeder? „Singen kann jeder!“, versichert Alfred Schulze-Aulenkamp.

Der Leiter der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen muss es wissen. Er leitet seit nunmehr 25 Jahren den Kinder- und den Jugendchor des Instituts, hat schon so manches Talent entdeckt. Aber dass ein Kind gar nicht bei Stimme ist oder den Ton nur haarscharf daneben trifft? Fehlanzeige.

Wer nicht nur unter der Dusche trällern oder im Fußballstadion brüllen möchte, dem empfiehlt Schulze-Aulenkamp das gemeinsame Singen im Kinderchor unter fachkundiger Anleitung: „Zurzeit ist der Einstieg in den Kinderchor sogar sehr günstig.“ Einzige Voraussetzung: Freude am Singen.

Ausgezeichneter Ruf

Der Kinderchor der Musikschule hat sich in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Nicht zuletzt durch Auftritte auf der großen Opernbühne. Regelmäßig bucht das Musiktheater im Revier den Kinderchor für Opernproduktionen, begeistert das bestens geschulte Stimmpotenzial die Besucher.

Im letzten Jahr stand der Kinderchor in Inszenierungen wie „Frau ohne Schatten“ und „La Bohéme“ auf der Profibühne. Die Mädchen und Jungen sangen in Benjamin Brittens „War Requiem“ mit oder in Humperdincks „Hänsel und Gretel“.

„Auch in der nächsten Spielzeit ist der Chor an Opernproduktionen beteiligt“, sagt Schulze-Aulenkamp. Im Schnitt gehören der Sangesgemeinschaft rund 40 bis 45 Kinder im Alter zwischen neun und 17 Jahren an. Dass es zurzeit nur 32 Teilnehmer sind, liegt nach Meinung des Dirigenten unter anderem an den Ganztagsschulen und an G8: „Viele Kinder haben einfach immer weniger Zeit.“

Stimmbildung und Chorgesang

Die aber müssen sie mitbringen: Geprobt wird zwei Mal in der Woche. An einem Nachmittag findet die Stimmbildung mit dem Pädagogen Teik Poi Tan statt, am zweiten der Chorgesang. Tan wirbt zurzeit in den dritten und vierten Klassen der Gelsenkirchener Grundschulen für den Kinderchor. Alle Chorkinder werden in den Bereichen Stimm- und Gehörbildung, Bewegung und Tanz, Body-Percussion, Rhythmus-Training und natürlich Chorgesang unterrichtet. Der Chor singt geistliche und weltliche Chor- und Volkslieder, alte und neue Kinderchorkompositionen, Spirituals und Filmmusik in der jeweiligen Originalsprache.

Neben Auftritten im Opernhaus unternimmt der Kinderchor regelmäßig Auslandsreisen. Die nächste führt im Oktober nach Helsinki. In den Osterferien gibt es eine Probenfreizeit, am 2. Mai singt der Chor in der Matthäuskirche. Der Chorgesang bringt den Kindern eine ganze Menge, verspricht Schulze-Aulenkamp: „Er stärkt die Konzentration, die Sprachentwicklung, das Sozialverhalten, fördert die Disziplin, das Hinarbeiten auf ein Ziel. Und: Er macht einfach Spaß!