Große Solidarität nach Synagogen-Anschlag in Gelsenkirchen

Die Synagoge am 30. Juli 2014. In der Nacht zum 14. Juli hatten Unbekannte mit einem Gullydeckel ein Fenster beschädigt.
Die Synagoge am 30. Juli 2014. In der Nacht zum 14. Juli hatten Unbekannte mit einem Gullydeckel ein Fenster beschädigt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am frühen Morgen des 14. Juli warf eine Gruppe Vermummter Gullydeckel in eine Scheibe der Synagoge an der Georgstraße in der Gelsenkirchener Altstadt...

Gelsenkirchen.. Ein Facebook-Aufruf zu einer spontanen Anti-Israel-Demonstration folgten am späten Abend des 11. Juli rund 200 Menschen. Sie zogen am Grillo-Gymnasium los und machten ihrem Unmut über den Nahostkonflikt Luft.

Allerdings: Augen- und Ohrenzeugen fanden es nicht akzeptabel, was die offenkundig pro palästinensisch gesinnten Leute unter anderem an antisemitischer Hetze „lautstark unter Polizeibegleitung“ von sich gaben. Die Demo schlug Wellen – auch, weil die Polizei von Hetzparolen nichts gehört haben wollte. Diese sind jedoch in einem Video dokumentiert, das ins Internet gestellt worden war.

Wellen schlug die Demo auch im Nachgang: Am frühen Morgen des 14. Juli nämlich hat eine Gruppe Vermummter Gullydeckel in eine Scheibe der Synagoge an der Georgstraße geschmissen. Die Kamera der Synagoge hat die Tat aufgezeichnet, die Täter waren allerdings nicht zu erkennen. Dieser Akt von Sachbeschädigung erschütterte die Jüdische Gemeinde zutiefst, weil davon ausgegangen wurde, dass es einen Zusammenhang mit der Demonstration, die sich gegen die israelische Politik im Gazastreifen richtete, gab.

Eine Welle der Solidarität und Hilfe erreichte die Vorsitzende der Gemeinde, Judith Neuwald-Tasbach in den Tagen und Wochen nach der Tat. Tief gerührt bedankten sich Neuwald-Tasbach und die Gemeinde im Herbst mit einem Dankeschön-Tag der ganz besonderen Art.

Viele verbindende Elemente

Jugendliche der drei großen Weltreligionen trafen sich einen Sonntag lang in der Synagoge, um voneinander zu lernen und miteinander über die Religion und religiöses Brauchtum der jeweils Anderen zu sprechen. Eines haben die Jugendlichen sicherlich mit nach Hause genommen: Die Erkenntnis, dass es trotz der Unterschiede viele verbindende Elemente zwischen Christen, Juden und Moslems gibt.