Greifvogel greift Joggerin an

Zwei kleine blutende Wunden am Hinterkopf und diverse Kratzer trug eine Joggerin davon, die Pfingstmontag vermutlich von einem Bussard angegriffen wurde. Die 42 Jahre alte Frau drehte ihre Abend-Joggingrunde in Bismarck, als sie im Bereich der Straße „Bickerer Höfe“, rund 150 Meter östlich der Reckfeldstraße, unerwartet Körperkontakt mit dem größeren Greifvogel bekam. „Vermutlich hat der Vogel dort eine Brutstätte und wollte sein Gelege verteidigen“, so Polizeisprecher Olaf Brauweiler.

Ein solcher Angriff ist der Polizei in Gelsenkirchen bislang nicht untergekommen. Für den Naturschutzbund (NABU) ist das dagegen kein ungewöhnliches Verhalten: „Solche Vorfälle haben wir in NRW praktisch jedes Jahr“, sagt Thorsten Wiegers vom NABU NRW. Die Brutzeit sei jetzt in vollem Gange. „Die Raubvögel sehen eine potentielle Bedrohung ihrer gerade flügge werdenden Jungvögel und wollen diese schützen“, erklärt Wiegers das Verhalten – und bittet um Verständnis: „Sie folgen wie wir Menschen auch einfach ihrem Elterninstinkt.“ Nach dem Brutgeschäft Mitte Juli seien Angriffe nicht mehr zu erwarten.

Bis dahin jedoch rät die Polizei Gelsenkirchener Joggern, Spaziergängern und Radfahrern, im Bereich „Bickerer Höfe“ besonders aufmerksam zu sein. „Am besten ändert man für die nächsten Wochen einfach seine Laufroute etwas ab“, schlägt dagegen Wiegers vor. Wenn ein Greifvogel doch einmal angreift sei es ratsam, einen Regenschirm oder einen Stock zur Hand zu haben und diesen über den Kopf zu halten, rät der NABU auf seiner Homepage. Die Tiere flögen immer den höchsten Punkt an.