Gewerkschaften wollen Dumpinglöhne öffentlich machen
27.08.2009 | 18:32 Uhr 2009-08-27T18:32:00+0200Gelsenkirchen. Arbeitnehmer, die 5,50 Euro in der Stunde oder weniger verdienen, können sich bis zur Bundestagswahl an den "Dumpinglohn-Melder" wenden. Mit dieser Aktion wollen die Gewerkschaften Verdi und NGG auf schlecht zahlende Branchen und Betriebe aufmerksam machen.
Die Gewerkschaften Verdi und NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) sind Niedriglöhnen auf der Spur. Fünf Wochen vor der Bundestagswahl bringen sie den „Dumpinglohn-Melder” ins Spiel, bei dem sich auch Nichtmitglieder zu Wort melden können. Und das entweder telefonisch oder via Internet. Auf der Internetseite www.dumpinglohn.de gibt der Arbeitnehmer die Art seiner Tätigkeit, die Branche und seinen Betrieb an und macht außerdem Angaben zu seinem Gehalt. Zwar muss das Namensfeld ausgefüllt werden, aber darüber hinaus ist Anonymität gewährleistet.
„Wir wollen an die Öffentlichkeit gehen und auf Branchen, aber auch auf einzelne Betriebe hinweisen”, sagt Oliver Kolberg, stellvertretender Geschäftsführer der Verdi Bezirk Emscher-Lippe Süd. Arbeitgeber, die ihren Angestellten skandalöse Dumpinglöhne zahlten, würden dann auch namentlich genannt.
Niedriglöhne im Fokus
Die beiden Gewerkschaften streben mit der Aktion eine Bestandsaufnahme der Einkommenssituation in Gelsenkirchen an und haben dabei die Niedriglöhne im Fokus. Trotz ihrer Vollzeitarbeit sind laut Verdi und NGG in der Stadt 5500 Erwerbstätige auf staatliche Zuschüsse angewiesen. „Die so genannten ,Aufstocker' können von dem, was sie mit ihrer Arbeit verdienen, nicht leben. Schuld daran sind häufig Niedriglöhne von 5,50 Euro oder weniger”, sagt Martina Peil, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Emscher-Lippe Süd. Für sie ist es ein „unhaltbarer Zustand, wenn Menschen trotz Vollzeitarbeit auf Geld aus dem Hartz-IV-Topf angewiesen sind”.
„Gerade Frauen verdienen oft extrem wenig”, weiß der NGG-Geschäftsführer der Region Gelsenkirchen-Herten, Werner Kraupner, und denkt vor allem an Friseurinnen, Kellnerinnen und Verkäuferinnen in Bäckereien. „Wir wollen wissen, wie gut oder schlecht Gelsenkirchener Chefs bezahlen.”
Gewerkschaften für Mindestlohn von 7,50 Euro
Verdi und NGG treten für einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde ein. Beschäftigte aus Gelsenkirchen, die einen Dumpinglohn verdienen, melden sich unter der oben angegebenen Internetadresse oder unter 94 09 40 (Verdi) oder unter 02 08/ 3 05 82 20 (NGG). tom
13:34
@ #7 von gajulca, am 27.08.2009
Sorry, aber Leute wie Sie sind es doch, die den Arbeitgebern die Frechheit derartiger Entlohnung erlauben.
Man darf sich auch nicht über Bauchschmerzen beklagen, wenn man Glasscherben gegessen hat.
15:02
Und nach der Wahl fallen die satten Gewerkschaftsfunktionäre wieder ins Wachkoma.
RIP
12:23
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12:15
Uff hoffentlich wollen die nicht ihre Hungerlhnabschlüsse im Osten öffentlich machen....und überhaupt, wer ist denn heute noch Tarifgebunden?
11:55
Steht nicht an anderer Stelle, dass die Beschäftigten mehr Geld in der Tasche haben?
http://www.derwesten.de/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/2009/8/28/news-131027691/detail.html
Und gerade Frauen verdienen oft extrem wenig - mag ggf. stimmen, aber derlei Aussagen führen üblicherweise nur dazu, dass Männer künftig auch extrem wenig verdienen. War immerso.
10:39
flächendeckende mindestlöhne sind überfällig und haben
sich nachweislich im benachbarten ausland bewährt !!!
die arbeitgeber vertrauen auf die scham, das tabu zum thema zu machen -
endlich soll diese mauer des schweigens gebrochen und ross und reiter
der ausbeutung benannt werden ...
das wäre für mich eine verbraucherschutzinformation ...
für soziale gerechtigkeit und gegen krieg -> mein herz schlägt links ...
09:17
Vergessen zu sagen: Für alle die es nicht wissen Arbeitsangebotsüberschuss bedeutet Arbeitslosigkeit.
Also führt Mindestlohn zu einer höheren Arbeitslosigkeit. Damit wird keinem geholfen
09:14
Mindestlohn führt zu einem Arbeitsangebotüberschuss. Das ist wissenschaftlich belegt und kann mit Hilfe der Volkswirtschaftslehre erklärt und beschrieben werden. Dem einzigen den Mindestlohn hilft, ist der linke Flügel der Politik, der damit Wähler locken will, die es nicht besser wissen.
07:40
Eine sehr gute Sache, hoffentlich setzt sie sich durch
05:18
Meine Frau arbeitet bei einer Reinigungsfirma. Im Vertrag wird sie mit Stundenlohn 8,15 bezahlt, der trickreich aber unterboten wird, weil die Arbeitsleistung nach Zimmern (1 Zimmer=1/4 Stunde) berechnet wird. Wenn die Gäste z.B. nicht rechtzeitig das Zimmer räumen, geht das immer zu Lasten des Reinigungsdienstes. So kommt es, daß nach einem Monat harter Arbeit 550 Euro ausgezahlt werden. Wer sagt denn, daß Sklaverei abgeschafft ist?