Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 12°C
Schule

Gemeinsam länger lernen

29.03.2011 | 17:54 Uhr
Gemeinsam länger lernen
Die Nordsternschule (Grundschule) und die Gesamtschule Horst starten mit dem neuen Schuljahr 2011/12 das Projekt „Gemeinsam länger lernen“. Dabei sollen die 25 Grundschüler nach vier Jahren an der Nordsternschule geschlossen mindestens zwei weitere Jahre an der Gesamtschule zusammenbleiben und lernen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Gelsenkirchen ist in punkto Bildung wieder einmal Vorreiter in Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Stadtteil Horst startet mit dem kommenden Schuljahr 2011/2012 das Projekt namens „Gemeinsam länger lernen“ – kurz „Gell“ genannt.

Doch aufgepasst: Bei „Gell“ handelt es sich (noch) nicht um das Thema Gemeinschaftsschule; das sich ebenfalls in den Vorbereitungen befindet (siehe: Zweittext).

Bei „Gell“ dreht es sich darum, dass es ab dem Sommer in der Nordsternschule (Gemeinschaftsgrundschule Devensstraße) eine Klasse mit I-Dötzen geben wird, die vom ersten bis zum mindestens sechsten Schuljahr zusammenbleiben wird. Das bedeutet: Die Mädchen und Jungen werden nach dem Abschluss der vierten Klasse komplett in den Jahrgang fünf der Gesamtschule Horst wechseln und dort weiterlernen.

Für OB Frank Baranowski (SPD) ist das „ein aufregendes Projekt“. „Bildung hat in Gelsenkirchen Priorität. Die Zukunft darf man nicht dem Zufall überlassen“, sagte er am Montag während einer Informationsveranstaltung für die kommenden Grundschul-Eltern in der Nordsternschule.

25 Kinder werden dem Klassenverband ab September angehören. Interesse gab es darüber hinaus. „Wir haben eine kleine Warteliste“, sagte Schulleiterin Petra Hupperts im WAZ-Gespräch. Sie freue sich auf das Projekt und erläuterte, dass das Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Horst durchgeführt würde. Dadurch würden Angebote im musisch-kulturellen Bereich ebenso möglich wie im Segment MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Ein regelmäßiger Lehreraustausch zwischen beiden Einrichtungen werde ebenfalls schon mit dem Start der Kinder ins Schulleben stattfinden.

Zu den pädagogischen Zielsetzungen gehört u.a. das Erstellen individueller Lern- und Förderpläne, die Orientierung an Stärken der Kinder, die Teilhabe von Eltern am Schulalltag oder die Strukturierung von Tages- und Wochenplänen.

Stichwort Struktur: Dazu gehört auch die enge Verbundenheit des Projekts zur Offenen Ganztagsschule. „Wir wollen den Ganztag für die Kinder neu rhythmisieren“, so Petra Hupperts. Erzieher und Lehrer beider Schulen werden über den ganzen Tag verteilt in der „Gell“-Klasse unterwegs sein. „Dadurch bekommen die Kinder feste Ansprechpartner und verbringen den größten Teil ihrer Zeit in der Ganztagsklasse“, erläutert Bernd Zenker-Broekmann aus dem Kommunalen Bildungsbüro. Ihn bezeichnet Stadtrat Dr. Manfred Beck (B 90/Die Grünen) als „Motor bei der Umsetzung dieses Vorhabens“.

Dass die Stadt bei der Durchführung dieses Schulentwicklungsprojektes nichts dem Zufall überlässt und ihm eine Zukunftstauglichkeit abgewinnen möchte, verdeutlicht die enge Zusammenarbeit mit der Ruhr-Uni Bochum. Die steht für eine erforderliche, kontinuierliche Begleitforschung, die später einmal eine Übertragung von „Gell“ in andere Gelsenkirchener Stadtteile möglich machen soll.

Friedhelm Pothoff

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4480983/create

Aktuelle Fotos und Videos
40 Jahre Maritim
Bildgalerie
Hotel
Eine echte Gaudi
Bildgalerie
Schützenfest
Drachenwetter auf Consol
Bildgalerie
Himmelsstürmer
Rock Hard in Gelsenkirchen
Bildgalerie
Festival
Aus dem Ressort
Vor 2021 wird Gelsenkirchen den Haushalt nicht ausgleichen
Stärkungspakt
Von 2014 bis 2018 wird die Stadt Gelsenkirchen jährlich gut 25 Millionen Euro zusätzlich aus Düsseldorf erhalten, dem Stärkungspakt Stadtfinanzen sein Dank. Aber die Summe der Kassenkredite wird steigen, bis die Stadt es schafft, den Haushalt aus eigener Kraft auszugleichen – also nicht vor 2021.
Farfan im Visier - Einbrecherbande muss lange ins Gefängnis
Prozesse
Fleischgroßhändler und Weinlager hatten sie jahrelang leer geräumt, nun müssen sie mit karger Gefängniskost vorlieb nehmen. Das Landgericht Essen verurteilte vier Angeklagte aus Bottrop und Gelsenkirchen wegen schweren Bandendiebstahls in mehreren Fällen zu bis zu fünf Jahren und drei Monaten Haft.