Gelsenwasser präsentiert für 2014 ein „robustes Ergebnis“

Neben der Hauptverwaltung in Erle entsteht der neue Büroturm. Anfang2016 soll er bezugsbereit sein.
Neben der Hauptverwaltung in Erle entsteht der neue Büroturm. Anfang2016 soll er bezugsbereit sein.
Foto: Gelsenwasser
Was wir bereits wissen
Der Konzernumsatz brach um 273,8 auf 902 Millionen Euro ein. Der Rückgang traf Gelsenwasser nicht in der Substanz. Der Jahresüberschuss stieg dennoch von 89,4 auf 93 Mio. Euro.

Gelsenkirchen.. Ein „robustes Ergebnis“ für das Wirtschaftsjahr 2014 präsentierten der Vorstandsvorsitzende Henning Deters und Vorstand Dr. Dirk Waider Freitag bei der Bilanzpressekonferenz der Gelsenwasser AG. Die Umsatzzahlen scheinen allerdings auf den ersten Blick ernüchternd: Um 273,8 auf 902 Millionen Euro ging der Umsatzerlös zurück.

„Vor allem das niedrigere Handelsvolumen im Energiebereich zeichnet hierfür verantwortlich. Da auch der Materialaufwand entsprechend sank, hat dies auf den Jahresüberschuss 2014 von 93 Millionen Euro (2013: 89,4 Millionen Euro) keinen nenneswerten Einfluss“, so Deters. Die besseren Abschlüsse einiger Gelsenwasser-Partnerunternehmen machten sogar ein gegenüber 2014 leicht verbessertes Ergebnis möglich. Entsprechend traf der Umsatzrückgang das Unternehmen nicht in der Substanz.

Detaillierte Analyse für Kunden

Der Wasserpreis bleibt nach der Erhöhung zum letzten Jahr stabil. Kunden könne auf eine detaillierte Trinkwasseranalyse zurückgreifen. Waider: „Unsere Kunden sollen sich über einen möglicherweise vorhandenen Spurenstoffgehalt informieren können. Nach wie vor gilt: Unser Trinkwasser ist einwandfrei, hält alle Normen ein und kann ohne Einschränkung für jeden Verwendungszweck genutzt werden.“ Der Wasserabsatz des Konzerns erhöhte sich um 3,1 auf 273,9 Millionen Kubikmeter. Die Zuwächse erklärte Deters im Wesentlichen mit neuen Verträgen der französischen Tochtergesellschaft NES.

55 Mio Euro investiert Gelsenwasser in die neuartige Wasser-Aufbereitungstechnik mit Aktikohlefestbettfilter an der Ruhr, die Wasserwerke in Westfalen (Echthausen und Witten) werden aktuell für 37 Millionen Euro umgebaut. Eine weitere Großbaustelle des Konzerns liegt direkt an der Hauptverwaltung an der Willy-Brandt-Allee 26: Ein runder Bürokomplex wird hier derzeit hochgezogen. Der Rohbau ist weit gediehen. Die AGG, die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen und Gelsenkanal werden in den sechsstöckigen und 22 Meter hohen Neubau mit 120. Beschäftigten einziehen. Die Fertigstellung ist Anfang 2016 geplant. Insgesamt werden in den Standort 8,5 Millionen Euro investiert.

Das Handelsvolumen in der Sparte Energie war rückläufig: Der Gasverkauf sank um 8 auf 17,1 Milliarden Kilowattstunden - auch wegen des milden Winters. Durch Kundenzuwachs stieg der Stromverkauf um 17 Millionen auf 201 Mio. Kilowattstunden.

Dienstleistungen für Kommunen und Industrie

Ein neues Geschäftsfeld beackert Gelsenwasser im 128. Firmenjahr und bietet Dienstleistungen für Kommunen und Industrie. „Straßenbeleuchtung, Windkraftanlagen, Energieanalysen von Kläranlagen oder energieeffiziente Blockheizkraftwerke – wir sind in allen Bereichen der Energie- und Wasserversorgung in der Lage, unseren Kunden weiterzuhelfen“, betont Deters. Derzeit ist Gelsenwasser für Planung und Bau von 16 Windprojekten tätig, diverse Kläranlagen werden energetisch untersucht und optimiert.

Der Gelsenwasser-Vorstand fordert klare Vorfahrtsregeln beim Trinkwasser. Beim Thema Fracking seien zwar für den neuen Gesetzentwurf wichtige Themen des Ressourcenschutzes aufgenommen worden, ausreichend sei das aber nicht. Kritisch sieht der Konzern auch den Entwurf zur Düngeverordnung. Die vorgeschlagenen Grenzwerte für Nitrat im Boden seien „unzureichend“.