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Nordsternpark

Gelsenkirchener Zechenrelikt im Dornröschenschlaf

22.03.2016 | 06:00 Uhr
Gelsenkirchener Zechenrelikt im Dornröschenschlaf
Das Kohlebunker-Ensemble im Buga-Park.Foto: Lutz von Staegmann

Gelsenkirchen.   Der RVR will die Chancen der Metropole Ruhr als IGA-Standort 2027 ausloten. Auch der Nordsternpark gehört dazu. Fragen nach dem Kohlebunker.

Die Grünspechte sind am Werk, um die Grünanlagen des Nordsternparks für die neue Saison fein herauszuputzen. Genauer gesagt, für Saison Nummer 19, seit das ehemalige Zechenareal zur Bundesgartenschau (Buga) 1997 erblühte. Wenn es mit der Bewerbung klappt, könnte der Nordsternpark bei der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2027 dreißig Jahre nach der Premiere erneut mit seinem Charme punkten.

Der RVR-Verbandsausschuss jedenfalls hat – mit Gelsenkirchener Beteiligung – ein Interessensbekundungsverfahren, wie es so schön sperrig heißt, eingeleitet. Die Voraussetzungen, in der Metropole Ruhr 2027 die IGA auszurichten, will der Regionalverband Ruhr im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ausloten.

Kaum war die Nachricht ‘rum, dass der Nordsternpark möglicherweise noch einmal groß herauskommen könnte, meldete sich die Linke zu Wort. Auch deren Ratsfraktion begrüßt das Procedere grundsätzlich. Linke-Bezirksverordneter Tomas Grohé indes ist skeptisch. Der Grund: Die nach seiner Beobachtung laufenden Pflegearbeiten der Nordsternpark Pflegegesellschaft als qualitätssicherndes Konzept zur Erhaltung des Landschaftsbildes seien kaum noch erkennbar. Er hat einen offenen Brief an OB Frank Baranowski (SPD) geschrieben. Ihm gehe es nicht um die Sauberkeit, auch wenn das nach seiner Einschätzung vielen schon reiche, um den Nordsternpark toll zu finden, schreibt Grohé. Abgesehen von „verbuschenden“ Pyramiden, Trampelpfaden quer zu den Hängen, zugewachsenen Sichtachsen oder wenig erlebbarer Kultur im Amphitheater treibt den Linken die Sorge um Kohlebunker samt Bandbrücke und Mischanlage um.

Kosten der Instandhaltung kann die Stadt nicht stemmen

Lokales
Millionen allein für die Außenarbeiten

2003 habe die Stadt den Kohlebunker begutachten lassen, sagte Stadtsprecher Martin Schulmann. Ergebnis: Die Stadt hätte allein für die Außenarbeiten 2,5 Millionen Euro aufbringen müssen. „Ob da jemals einer wieder rein darf, ist fraglich.“

Stadtrat Dr. Christopher Schmitt hatte in der Beantwortung der Anfrage von Udo Gerlach geschrieben, eine Entwicklung der Kohlenwäsche sei nicht vorgesehen. Eine Erstinstandsetzung über den städtischen Haushalt sei nicht darstellbar.

„Der Kohlebunker als – neben dem Gasometer Oberhausen – sicher höchster Aussichtspunkt im neuen Emschertal darf nicht dem langsamen Verfall übereignet werden.“ Im Gegenteil, so Grohé, verdiene er es, aus seinem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Auch der Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion West, Udo Gerlach, hatte bereits Ende Oktober 2015 in einer Anfrage geäußert, seine Fraktion würde es bedauern, wenn das Gebäude samt Brücke und Kohlemischanlage dem Verfall überlassen würde.

Unbenommen von der Frage, ob Nordstern als Teil der IGA neue Blüten treibt: Die Kosten der Instandhaltung kann die Stadt nicht stemmen, eine Nutzung im heutigen Zustand ist auszuschließen. Stadtsprecher Martin Schulmann gab zu bedenken: „Der Kohlebunker muss ja nicht zwingend zum IGA-Gelände gehören.“

Inge Ansahl

Kommentare
22.03.2016
08:28
Gelsenkirchener Zechenrelikt im Dornröschenschlaf
von gelsenkirchen | #1

Der Kohlebunker ist sicher nicht der höchste Aussichtspunkt im Emschertal. Direkt nebenan gibt es die Besucherterrasse des Nordsternturms in 83 Metern...
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Gelsenkirchener Zechenrelikt im Dornröschenschlaf
Gelsenkirchener Zechenrelikt im Dornröschenschlaf
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http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/gelsenkirchener-zechenrelikt-im-dornroeschenschlaf-id11672928.html
2016-03-22 06:00
Gelsenkirchen, Internationale Gartenaustellung, Metropole Ruhr, Regionalverband Ruhr, Buga, Nordsternpark, Frank Baranowski
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