Gelsenkirchener Verein feiert nepalesisches Neujahrsfest

Warten, dass es losgehen kann: Die Frauen vom Verein Laligurans Pariwar haben die ganze letzte Woche mit den Vorbereitungen für das Festprogramm  zu tun gehabt.
Warten, dass es losgehen kann: Die Frauen vom Verein Laligurans Pariwar haben die ganze letzte Woche mit den Vorbereitungen für das Festprogramm zu tun gehabt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ungewohnte Klänge und Gewänder im Gemeindehaus an der Franz-Bielefeld-Straße: Dort begrüßten am Montagabend an die 200 Menschen das neue Jahr in Nepal.

Gelsenkirchen..  „Subhakamana! – Alles Gute zum neuen Jahr!“ Für Nepalesen ist dieser Wunsch heute durchaus angemessen. Für sie ist heute Neujahr. An die 200 Menschen mit nepalesischen Wurzeln feierten am Montagabend im Gemeindehaus an der Franz-Bielefeld-Straße den Jahreswechsel. Nicht mit Raketen und Knallern, sondern mit Tänzen, traditionellen Kostümen und selbstgekochten Spezialitäten aus der Heimat. Samosa (gefüllte Teigtaschen), Dhal (Linsengericht) und „viel Fleisch“ zur Feier des Tages.

Das Neujahrsfest hat auch für die Nepalesen keine religiöse Bedeutung. Es ist schlicht der Beginn eines neuen Jahres. Allerdings ist nicht nur Neujahr an einem anderen Datum als in westlichen Kulturen, die sich am gregorianischen Kalender orientieren. Auch die Jahreszahl ist eine andere: das Jahr 2072 begrüßen Nepalesen heute

Der Verein trägt die nepalesische Nationalblüte des Rhododendron im Namen

Unter den Gästen der Feier fand sich neben Vereinsmitgliedern und deren Freunden auch der Honorargeneralkonsul Nepals aus Köln, Ram Pratap Thapa. Veranstaltet hat das Fest der in Gelsenkirchen beheimatete Verein Laligurans Pariwar. „Laligurans“ ist der Name der Nationalblume Nepals, die Rhododendronblüte. „Pariwar“ bedeutet Familie, und dieser Vereinsname ist unübersehbar wörtlich zu nehmen. Zahlreiche Kinder aller Altersgruppen, Teenager, junge Eltern, Großeltern sind zur Feier gekommen – es ist ein beneidenswert altersgemischter Verein.

Um 19 Uhr in Deutschland das neue Jahr in Nepal begrüßt

Und während die Feiergäste nach und nach mit Verzögerung eintreffen – mancher muss länger arbeiten, andere haben lange Schule gehabt – schmücken sich die Akteurinnen immer schöner. Selfies in allen Konstellationen, die Kleinsten tanzen sich schon mal auf der Bühne warm – natürlich auch in Tracht. Dass die Feier deutlich später anfängt, als ursprünglich gedacht, beunruhigt hier niemanden. Jeder kennt jeden, es gibt viel zu besprechen, und die Zöpfe könnten ohnehin noch mal neu geflochten werden.

Elina (17) ist in Gelsenkirchen geboren, eine moderne junge Frau, die sich dennoch gern das traditionelle Gewand anzieht, um darin zu tanzen. Ihr Großvater ist im Verein aktiv, hat sich mit den anderen auch um die Verköstigung der Gäste verdient gemacht. Doch vor dem Programm gibt es bestenfalls Tee, Schwarztee, das Nationalgetränk.

Die Männer tragen an diesem Festtag zu ihrer Dhakla Topi, der Kappe, Daura und Surwal, das knapp knielange Hemd mit Hose, die meisten Frauen Sari, das lang um den Körper gewundene schalartige Kleid. Die prächtigen Gewänder werden aus Nepal eingeflogen. „Subhakaman“ hat sich die Festgesellschaft dann gegen 19 Uhr gewünscht: Zu der Zeit war in Nepal Mitternacht.