Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 12°C
Tierschutz

Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos

25.10.2012 | 17:10 Uhr
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
Susanne Breitkopf und der zweijährige „Rhodos-Mix“ Mable. Die stark verängstigte Hündin kommt aus Rhodos und sucht ein neues Zuhause.Foto: Olaf Fuhrmann

Gelsenkirchen.   Susanne und Andreas Breitkopf aus Gelsenkirchen setzen sich privat für griechische Hunde ein. Das machen sie mit Kastrationen vor Ort auf Rhodos und durch Vermittlungen nach Deutschland. Die beiden wollen nicht wahllos Hunde nach Deutschland bringen, sondern das Übel an der Wurzel packen.

Wenn Susanne (46) und Andreas Breitkopf (51) vom Hundeleben in Griechenland erzählen, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Sie berichten nicht nur von streunenden und verwahrlosten Vierbeinern, sondern auch von solchen, die oft nicht einfach nur ausgesetzt werden, sondern auch zu Tode gequält werden. Dagegen setzen sich die Tierschützer aus Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen privat ein. Sie organisieren auf Rhodos Kastrationen und vermitteln einzelne Hunde in deutsche Haushalte.

Ziel sei es keinesfalls, „ohne Ende Hunde rüberzuholen“. Viel mehr wolle man das Übel an der Wurzel packen und Tierärzte „auf die Insel schaffen“, um dort Kastrationen vorzunehmen, sagt Andreas Breitkopf. „Kastration ist Tierschutz. Man muss die Population der Hunde so weit in den Griff bekommen, dass sich die Tierquälerei erübrigt.“ Startschuss der ersten Kastrationsaktion auf Rhodos war Mitte September. Zwei Tierärzte rückten mit Equipment aus und kastrierten 243 Streuner und Tierheim-Hunde. Außerdem führten sie 39 Operationen durch und entfernten den Tieren dabei etwa Tumore. „Für die Saison 2013 ist eine Wiederholung geplant“, sagt Susanne Breitkopf. „Dann aber in größerem Umfang.“

Genehmigung für Kastrationsaktion eingeholt

Die Breitkopfs sind Tierschützer durch und durch. „In Griechenland wird nicht gerade sanft mit den Hunden umgegangen“, berichten sie. In Sachen Tierschutz sträube sich die griechische Politik noch. Dennoch hat das deutsche Ehepaar es geschafft, den Bürgermeister von Rhodos für die Kastrationsaktion zu gewinnen und so eine Genehmigung dafür einzuholen. Andreas Breitkopf: „Man muss sich auch die wirtschaftliche Situation vor Augen führen – da ist Tierschutz schwierig, erst recht als Deutscher.“ Der deutsche Tierschutz sei Vorreiter in Europa.

Das Ehepaar berichtet von grausamen Zuständen in Griechenland. Die Hunde werden dort häufig vernachlässigt, misshandelt. Oft werden sie nicht einfach nur ausgesetzt, wenn ihre Halter ihrer überdrüssig sind. Eine gängige Praxis sei etwa, Hunde an einem Baum so hoch anzuleinen, dass sie nur mit den Hinterbeinen noch so gerade auf dem Boden stehen können. So lässt man die Vierbeiner dann elendig verrecken. Und von solchen Geschichten haben Susanne und Andreas Breitkopf noch mehr auf Lager.

Derzeit gibt es drei Pflegestellen

In der Hundeauffangstation auf Rhodos, die ebenfalls von einer Deutschen betrieben wird, können 60 bis 70 Hunde untergebracht werden. Im letzten Jahr konnten 27 Tiere innerhalb NRWs vermittelt werden. Die Breitkopfs selbst haben aktuell den stark verängstigten „Rhodos-Mix“ Mable zu Gast, der noch vermittelt werden soll. „Ein No-Go ist, einen griechischen Hund in ein deutsches Tierheim zu bringen“, sagt Susanne Breitkopf. Aktuell gibt es drei Pflegestellen (Gelsenkirchen, Münster, Gladbeck) – von dort aus finden die griechischen Hunde kastriert, getestet und geimpft dann ihr neues, besseres Zuhause.

Tobias Mühlenschulte



Kommentare
31.10.2012
21:50
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von Partik | #6

Leider zieht die Vermittlung eines deutschen Hundes aus dem Tierheim nicht besonders.

Sich einen aus Spanien oder Griechenland "geretteten" Hund anzuschaffen ist allerdings hipp. Da hat man immer ein tolles Argument, wenn sich jemand über den Hund beschwert.

So ein popeliger deutscher Tierheimshund ist anscheinend nicht besonders genug ...

1 Antwort
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von magla | #6-1

Leider ist es sehr häufig auch so, dass die Tierheime in Deutschland zu wählerisch sind.Ich weiß von mehreren Leuten die sich dann die Tiere eben wo anders besorgt haben,z.B. aus der Zeitung.Natürlich muss das alles gut überprüft werden aber ich denke es ist doch immer noch besser wenn vielleicht ein oder zwei Katzen in der Wohnung bleiben müssen als ihr restliches Leben im Tierheim zu verbringen.
Eine Kollegin von mir hat Haus mir grossen Garten und wollte einen Hund aus dem Tierheim.Die haben so ein Theater gemacht,dass sie sich aus dem Internet einen besorgt haben.Der hat jetzt das schönste Leben.

28.10.2012
08:58
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von magla | #5

Natürlich haben wir hier überfüllte Tierheime aber deshalb kann man doch nicht im Urlaub die Augen verschließen.Die meisten die so klug reden unternehmen selber gar nichts.Auch nicht in Deutschland.Dabei wird soviel nutzlosses gekauft, da könnte man leicht was Spenden.Auch nur 5 oder 10 Euro.Ich kaufe zum Beispiel wenn ich beim Fressnapf bin immer was und gebe es in die aufgestellten Boxen für die Tierheime.

1 Antwort
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von tierfreund61 | #5-1

Genau, so sehe ich das auch.

27.10.2012
14:47
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von geronimo1 | #4

ich sehe das wie neuich, nach Gelsenkirchen brauchen keine Rhodoshunde gebracht werden. Zum einen haben wir im hiesigen Tierheim mehr als genug zu vermitteln und zum zweiten schlägt hier die Erhöhung der Steuer mehr als nur zu Buche.

26.10.2012
10:19
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von tierfreund61 | #3

Haben Sie nicht über das Schicksal der Tiere gelesen??? An Ihren Kommentaren erkennt man, dass Sie Misshandlungen und das ganze Elend für akzeptabel heissen. Ich bin froh, dass es solche Menschen gibt. Für jedes gerettete Tier hat sich die Arbeit gelohnt.

26.10.2012
08:36
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von Cagliostro | #2

Das ist gut, das ist richtig gut,
hier quellen die Tierheime über und Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos. Rettet liebr Tiere aus D.

26.10.2012
07:59
Gelsenkirchener Tierschützer retten Hunde auf Rhodos
von neuich | #1

Mein Gott! Rettet doch erst einmal hier die Tiere und holt sie aus dem Tierheim. Nach der Hundesteuererhöhung habt Ihr hier demnächst mehr als genug zu tun!

Aus dem Ressort
Öffentliche Toiletten sind in Gelsenkirchen ein Problem
Infrastruktur
Es gibt 34 öffentliche Toiletten in der Stadt. Damit liegt Gelsenkirchen im Mittelfeld. Aber die Öffnungszeiten sind höchst unterschiedlich. Die öffentlichen Toiletten zum Beispiel im Stadtteil Rotthausen sind auf der Themenpalette von Bürgerverein und Netzwerk Rotthausen .
Schalke-Fans befürworten neue Kennung für Polizisten
Sicherheit
Der Vorstoß des Innenministeriums zur Einführung einer Kennzeichnung von Polizisten in Einsatzhundertschaften stößt in Gelsenkirchen auf positive Resonanz. Das Schalker Fanprojekt und der Fan-Club Verband sehen in dem Vorschlag einen Schritt hin zu mehr Transparenz.
Sturmhilfe - Gelsenkirchener Stadtspitze vom Land enttäuscht
Sturmschäden
Die finanziell klamme NRW-Landesregierung kann einer armen Stadt wie Gelsenkirchen nicht wirklich über den Berg helfen, um die Schäden, die Pfingst-Unwetter „Ela“ verursachte, spürbar aufzufangen. Das wurde jetzt durch die Zuweisung von bescheiden anmutenden 1,05 Millionen Euro mehr als deutlich.
Gelsenkirchener Traditionsbetrieb feiert Jubiläum
Wirtschaft
Vor 50 Jahren hat Magdalene Gerlemann ihren Blumenladen am Fersenbruch in Gelsenkirchen-Heßler eröffnet.Höhen und Tiefen haben den Familienbetrieb begleitet, das Edeka-Aus bereitet Sorgen. Sohn Christian Gerlemann führt den Betrieb mit vier Mitarbeitern seit dem Jahr 2010.
Flusspferd Ernie und Eisbärin Fanny - die Senioren im "Zoom"
Zoo
Alter kennt keine Grenzen, auch in der Gelsenkirchener Zoom Erlebniswelt nicht. Wie auch: Träge in der Sonne liegen, es geruhsam angehen lassen und nur noch selten ganz langsam ins Wasser gleiten – das etwa zeichnet den Tag der Eisbärseniorin Fanny in der Erlebniswelt Alaska aus. Auch bei den...
Umfrage

Im Essener Folkwang-Museum denkt man derzeit über freien Eintritt für die Besucher nach - zumindest samstags. Im Gelsenkirchener Kunstmuseum gilt schon längst an allen Tagen: Eintritt frei. Auch ins Horster Schloss kommt man für wenige Euro in die sehenswerte historische Schau. Was meinen Sie, sollte der Eintritt zu Museen generell frei sein?

 
Fotos und Videos
Benefiz Golfturnier erlöst 55.100 Euro
Bildgalerie
Haus Leythe Hilft
Das Revier bewirbt sich um die Akademie
Bildgalerie
Sparkassen-Akademie