Gelsenkirchener Pflanzentauschbörse gut besucht

Die vierte Pflanzentauschbörse fand auf dem Bauernhof „Am Mechtenberg“ in Gelsenkirchen statt.
Die vierte Pflanzentauschbörse fand auf dem Bauernhof „Am Mechtenberg“ in Gelsenkirchen statt.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Der Naturschutzbund veranstalte auf dem Bauernhof am Mechtenberg die Pflanzentauschbörse. Hobbygärtner tauschten ihr Grün gegen heimische Gewächse.

Gelsenkirchen.. Sauerampfer, Waldmeister und Küchenschelle reihten sich an Vergissmeinnicht, Schwarze Edelraute und Bärlauch in Schalen und Kisten. Die Pflanzen warteten darauf, einen neuen Besitzer zu bekommen. Entweder dadurch, dass sie ihren Platz mit einer anderen Pflanze tauschten oder indem Bares als Spende in einer Spardose landete. Am Samstag hatte der Naturschutzbund zur Pflanzentauschbörse auf dem Bauernhof am Mechtenberg an der Grenze zu Essen geladen.

„Das ist schon die vierte Tauschbörse. Schön, dass viele junge Familien hier sind“, sagte Jutta Wenzel, die Leiterin der NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet. Die Mit-Initiatorin fügte hinzu: „Wir freuen uns, wenn mehr Menschen ihre Gärten oder Balkone mit heimischen Pflanzen bepflanzen. Auf dem Land haben zum Beispiel Wildbienen oft keine Überlebenschance wegen des hohen Einsatzes von Pestiziden. Wird in der Stadt mehr gegärtnert, schafft man den Tieren neuen Lebensraum.“

Waldmeister in die Wäsche

Die Pflanzen stammen aus privaten Gärten, außer Zimmerpflanzen wurde fast alles getauscht. Und neben frischem Grün haben die Besucher noch jede Menge Tipps und Ratschläge an die Hand bekommen, wie die Pflanzen richtig zu kultivieren sind. Durch zwei Exkursionen etwa unter der Leitung von Umweltwissenschaftler Bernhard Demel lernten die Besucher viel dazu. Er betrachtete und erklärte die Flora und Fauna rund um den Hof. „Viele Pflanzen sind giftig, aber eine Schachtel Zigaretten ist häufig viel giftiger“, sagte der Ökologe.

Auch war er als Aufklärer unterwegs: „Es gibt das Gerücht, Löwenzahn sei giftig. Das stimmt nicht. Er schmeckt zwar bitter, ist aber problemlos genießbar und wirkt gleichzeitig entwässernd“, erklärt Demel, während er ein solches Pflänzchen präsentiert. Ein weiterer Rat: „Getrockneter Waldmeister duftet angenehm, man kann ihn daher prima in Duftsäckchen für Wäsche verwenden.“

"Gärtner helfen sich untereinander"

Ein Vortrag mit Diashow zum Thema Naturgärten von Diplom-Ingenieurin Dorothea Schulte gehörte auch zum Programm. Nistkästen und Insektenhotels warteten am Stand der Tagesstätte „TOR 23“ für Menschen mit psychischen Erkrankungen auf Käufer. Kleine Besucher wiederum hatten die Möglichkeit, Bienen-Brumm-Schleudern oder Vogelnistkästen zu bauen. Und Stärkung wie Kaffee und Kuchen bot das Hofcafé an.

Das kam an. Petra Fiedler und Rudolf Rabe brachten eine Kiste Vergissmeinnicht und nahmen dafür Schwertlilie, Sonnenhut und Fette Henne mit. „Gärtner helfen sich untereinander. Solche tollen Aktion sollte es öfter geben“, ist sich Petra Fiedler sicher. Nicole Sowa ist zum ersten Mal vor Ort. „Ich finde diese Örtlichkeit toll. Bei der Führung rund ums Haus, habe ich viel Neues erfahren.“