Gelsenkirchener Miss-Turkuaz-Kandidatinnen üben finalen Walk

Die jungen Frauen mit türkischen Wurzeln üben den Walk über den Laufsteg im Hans-Sachs-Haus.
Die jungen Frauen mit türkischen Wurzeln üben den Walk über den Laufsteg im Hans-Sachs-Haus.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Was wir bereits wissen
Die Finalistinnen der Miss Turkuaz-Wahl übten nun unter der Leitung von Choreograph Torsten Galts den finalen Walk im Hans-Sachs-Haus.

Gelsenkirchen.. Zwanzig hübsche Frauen stolzieren nacheinander über einen Laufsteg im Bürgerforum des Hans-Sachs-Hauses -- einige mit einem Lächeln im Gesicht, andere mit einem leichten Hüftschwung. Nein, in Gelsenkirchen findet kein Casting für „Germanys Next Topmodel“ statt. Dafür wird aber unter der Leitung von Torsten Galts für das große Finale der „Miss Turkuaz“ geprobt. Der Choreograph hat bereits einige Miss-Wahlen und Fashion Shows begleitet. „Nicht nur der Gang ist wichtig, auch die Ausstrahlung und Persönlichkeit. Man merkt auch immer, ob sich die Frauen wohlfühlen“, betont er und gibt weiter klare Anweisungen.

„An die 200 Frauen mit türkischen Wurzeln, zwischen 17 und 26 Jahren, hatten sich online anhand eines Fragebogens und Fotos beworben“, erklärt Yildiray Cengiz, der das Event zum sechsten Mal veranstaltet. Bereits zum vierten Mal findet der Contest in Gelsenkirchen statt.

Es zählt nicht nur die Schönheit

Der Anspruch des Wettbewerbs ist nicht allein als „Schönste“ gekürt zu werden, sondern besonders die in Europa lebenden Türkinnen zu repräsentieren. Innere Eleganz, Intelligenz, Verantwortungsbewusstsein für andere Menschen und Selbstbewusstsein sind bei dem Wettbewerb besonders wichtig. Dieses Jahr steht die Miss Turkuaz Wahl unter dem Motto: „New Colors of Europe“ und verstärkt damit noch einmal den Integrationsgedanken der Misswahl. „Mir ist wichtig, dass hierbei ein schönes Bild von Migration vermittelt wird und nicht wie sonst immer nur die negativen Aspekte angesprochen werden“, so Cengiz.

Neu ist, dass anstelle der „Miss Turkuaz Germany“ in den Vorjahren, in diesem Jahr die „Miss Turkuaz Europe“ gewählt wird. „Für mich ist auch die Türkei ein Teil von Europa. Außerdem unterstreicht der Name noch einmal die spannende Vielfalt der Menschen“, erläutert der Veranstalter.

Am Samstag ist nach fünf Runden das große Finale

Unter den hübschen Kandidatinen sind die beiden Schwestern Arzum und Gamze (23) Ogus. Arzum lebt in Essen und studiert an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen im zweiten Semester Wirtschaftswissenschaften. „Ich habe mich entschieden mitzumachen, um Vorurteilen gegenüber jungen Türkinnen in Europa zu begegnen, der Schönheitsaspekt ist da eher eine Nebensache. Ich hoffe, dass die Leute uns einmal mit anderen Augen betrachten“, so die 19-jährige, die ihre ältere Schwester zum Casting überredet hat.

Auch Elif Zahra Kilic aus Gummersbach probt Donnerstag das Posieren auf dem Catwalk. Sie ist durch eine Freundin auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. Doch gibt es bei so vielen Frauen nicht auch Zickereien? „Nein, wir Mädels gehen abends gemeinsam in Restaurants und verstehen uns super. Alle halten hier zusammen“, stellt die 23-Jährige nach gemeinsamen Vorbereitungs-Tagen und Abenden im Hotel fest. Laut Alev Elibol wird frau „hier viel selbstbewusster“. „Das Präsentieren vor anderen Menschen wird mir beruflich auf jeden Fall weiterhelfen“, ist sich die 20-Jährige sicher, die eine Ausbildung zur Modedesignerin absolviert hat und in naher Zukunft Modemanagement studieren möchte.