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WAZ-Leserbeirat

Gelsenkirchener Leserbeirat zu Besuch im Medienhaus

20.02.2016 | 06:00 Uhr
Gelsenkirchener Leserbeirat zu Besuch im Medienhaus
So viele Knöpfe hier: Ralf Laskowski (Mitte) zeigt dem WAZ-Leserbeirat und WAZ-Redakteuren das Studio von Radio-Emscher-Lippe.Foto: Funke Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Ein Besuch in Buer. Hier sind Stadtteil-Redaktion und Lokalradio zuhause. Unten: Transparenz. Oben: Viele Knöpfe und ein straffer Zeitplan.

Unten Zeitung, oben Radio: Nicht umsonst wird die alte Villa an der Hochstraße 68 „Medienzentrum“ genannt. Der WAZ-Leserbeirat erhielt nun einen Blick hinter die Kulissen von WAZ-Buer und Radio Emscher Lippe (REL). Er erfuhr, was eine gläserne Redaktion ist. Oder auch, warum REL manchmal nicht von allen Spiel-Situationen auf Schalke live berichtet.

Ein bisschen irreführend ist der Begriff „gläsern“ auf den ersten Blick schon: Tür und Fassade der Stadtvilla sind massiv. Auch innen; normale Büroausstattung – nicht nennenswert viel Glas. Was also hat es mit dem Begriff der „gläsernen Redaktion“ auf sich? Das ist die erste Frage, die sich die sechs Leserbeiräte, die vorbeigekommen sind, an diesem Abend stellen. Und sie erfahren, dass die gläserne Redaktion für Transparenz steht. Hier sind Leserservice und Redaktion in einem Raum vereint – ob Kartenwunsch oder Kritik – hier wird Bürgern geholfen.

Hauptsächlich aber soll es an diesem Abend darum gehen, die Arbeit bei Radio Emscher Lippe näher kennen zu lernen. Dessen Kopf ist Ralf Laskowski. Seit 2005 ist er Chefredakteur des Lokalsenders, bei dem 20 feste und freie Mitarbeiter beschäftigt sind. Er führt die Leserbeiräte durch seine Redaktion, stellt sich mit ihnen hinter das Sprecherpult. Zeigt auf Bildschirme, Regler und weitere Knöpfe; erklärt, was wofür verwendet wird. „Beim Radio zählt die Zeit“, sagt Laskowski. Das Programm aus Musik- und Wortbeiträgen, live oder vom Band, ist streng getaktet. Ein fester Ankerpunkt: Die Werbung. Bei REL gibt es die zwei Mal stündlich. „Darauf muss der Moderator achten. Ist er nur eine Sekunde zu lang, wird sein Programm unterbrochen – und wir gehen in die Werbung“, sagt Laskowski. Überraschte Gesichter.

Eine Sekunde Werbung kostet sechs bis sieben Euro

„Was kostet so eine Minute Werbung bei Ihnen?“, möchte Thomas Tölle wissen. „Etwa sechs bis sieben Euro die Sekunde“, erklärt Laskowski ihm und den anderen Leserbeiräten. Und betont: „Eine Trennung von Werbung und Inhalten ist uns sehr wichtig. Diese Unabhängigkeit halten wir ganz hoch.“

Das Thema „unabhängige Medien“ beschäftigt die Anwesenden an diesem Abend sowieso. Ob es auch mal den Versuch gebe – von Politikern wie von Unternehmen – auf die Berichterstattung Einfluss zu nehmen, wollen sie wissen. „Das gab es schon“, antwortet Laskowski. „Selten zwar, aber ja“ – und vergebens.

Die Schalker unter den Leserbeiräten wollen wissen, warum nicht alle Aktionen auf Schalke sofort über das Radio gesendet werden. „WDR 2 ist da manchmal schneller“, bemängelt Tölle. Und das hat folgende Gründe: Einerseits, so Laskowski, dürfe die Werbung nicht unterbrochen werden. Fällt also ein Tor, wenn ein Werbeblock läuft, müsse REL warten, bis dieser vorbei sein. „Andererseits haben wir nur eine subsidiäre Lizenz: Wir dürfen lediglich zehn Minuten pro Halbzeit live drauf sein.“ Schon das koste in der Bundesliga einen niedrigen fünfstelligen Betrag.

Lob gibt es von den Lesern für den Internetauftritt des Radios. „Die Online-Redaktion ist sehr gut, immer sehr aktuell und schön lokal gefärbt“, findet Regina Koch.

Anna Katharina Wrobel

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2016-02-20 06:00
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