Gelsenkirchener Knappenchor begeistert das Publikum

In der St. Joseph-Kirche gab der Knappenchor Consolidation sein Weihnachtskonzert.
In der St. Joseph-Kirche gab der Knappenchor Consolidation sein Weihnachtskonzert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Knappenchor „Consolidation“ berührte die Herzen mit einem schönen Weihnachtskonzert. Über 300 Zuhörer in der Kirche St. Joseph.

Gelsenkirchen.. Nein, Weihnachten ist nicht vorbei. Pfarrer Ingo Mattauch bat die über 300 Gäste von St. Joseph am Sonntag gar, „das ganze Jahr über den Geist der Weihnacht nicht zu vergessen“ – auf alle Fälle erfreute der Knappenchor Consolidation eineinhalb Stunden mit Liedern.

Majestätisch der Klang von der Orgelempore zu Beginn des Konzertes. Stolz schallte „Jerusalem – die heilige Stadt“, der Chor begleitet von Organist Bernd Sägebarth-Backwinkel, das Bass-Solo eindrucksvoll von Michael Skomroch präsentiert, schön umrahmt von den kräftigen Stimmen der Knappen.

Knappengebet rührt zu Tränen

Ein erhabener Auftakt, an den sich ein feierlicher Einzug der über 40 Sänger durch das Mittelschiff anschloss. Der Aufmarsch zu Orgel-Variationen über das Steigerlied, die in Melodien von „Adeste Fidelis“ übergingen – ein gelungener Einfall von Sägebarth-Backwinkel. Die Bergmannstradition fand Worte im „Knappengebet“, das andächtige Flehen an die Schutzpatronin Heilige Barbara um Beistand – das Herzstück der Bergleute rührte zu Tränen. „Halleluja, lasst uns singen“, Weihnacht im Waldkirchlein“, „Nun singet und seid froh“ – die schönsten Lieder der Männerchortradition zur Festzeit erfreuten die Zuhörer, viele neu arrangiert von Chorleiter Lothar Trawny.

Sprachunterricht für Kinder durch Paten Trawnys „Bachjugendchor“ bestritt den zweiten Teil des Konzertes. Die zwölf jungen Sänger und Sängerinnen aus Heßler, wunderbar intoniert, zeigten ein abwechslungsreiches Programm, meist a-cappella. Ein barockes „Joy to the World“ von Georg Friedrich Händel bezauberte tänzelnd, ein zartes „O Jesulein süß, o Jesulein mild“ vom Spätromantiker Max Reger berührte die Herzen, immer fein und sauber in den Kadenzen. Zwei Lieder des zeitgenössischen Komponisten John Rutter begleitete Trawny am Klavier. Die einzigartige Chor-Harmonik des englischen Meisters wahrhaft gut interpretiert, glockenrein jagte die Wendung „Gloria in excelsis“ aus dem Angel Carols wohlige Schauer über manchen Rücken.

Viele Erinnerungen

Journalist und Autor Gisbert Baltes moderierte erneut das Weihnachtskonzert der Knappen. Auch in diesem Jahr erfreute er mit schönen, aber auch nachdenklichen Geschichten. Herzliche Lacher bei Erinnerungen an das Samstagsbad in der Zinkwanne in alten Zeiten, nachdenklich bei Erinnerungen an Kardinal Hengsbach und seine Verbundenheit zum Ruhrgebiet und den Bergleuten. „Damals organisierte Hengsbach einen Besuch von Papst Johannes Paul II. auf Prosper Haniel. Jetzt ist es gerade diese Zeche, die 2018 das Ende des Bergbaus in Deutschland besiegelt“.

Das dies viele, wenn nicht alle in St. Joseph, tief berührt zeigte die Ergriffenheit, mit der sie spontan zum „Steigerlied“ am Ende des Konzertes aufsprangen, teils mit feuchten Augen und der Hand auf dem Herzen.