Gelsenkirchener Grundschullehrer warnen vor Systemfehlern

Ihren Protest haben die Gelsenkirchener Lehrerzuletzt  im März in die Landespolitik getragen: Knapp vierhundert Unerschriften von Lehrern überreicht Lothar Jacksteit (li.), Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Gelsenkirchen, damals an den SPD-Landtagsabgeordneten Markus Töns.
Ihren Protest haben die Gelsenkirchener Lehrerzuletzt im März in die Landespolitik getragen: Knapp vierhundert Unerschriften von Lehrern überreicht Lothar Jacksteit (li.), Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Gelsenkirchen, damals an den SPD-Landtagsabgeordneten Markus Töns.
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Was wir bereits wissen
Resolution des Personalrats wird an alle politischen Verantwortlichen im Land geschickt: Klagen über hohe Belastung, zu große Klassen,schlechte Ausstattung.

Gelsenkirchen.. Bei ihrer Personalratssitzung haben die Gelsenkirchener Grundschullehrer eine Resolution mit dringenden Forderungen verabschiedet, die jetzt an alle politischen Verantwortlichen im Land geschickt wird. Im Kern geht es um die wachsende Belastung der Grundschullehrer und - schüler aufgrund verschiedener Reformen und immer heterogener werdender Schülerschaft.

In der Resolution betonen die Lehrer, dass „dem Anspruch, den Schülerinnen und Schülern mit ihren unterschiedlichsten Bedürfnissen gerecht zu werden, aufgrund fehlender personeller und sächlicher Ressourcen trotz größten Engagements nicht annähernd nachgekommen werden kann“. Weiter heißt es: „Die gesundheitlichen Folgen bei den Beschäftigten nehmen schon jetzt besorgniserregende Dimensionen an. Es ist zu befürchten, dass sich die Lage weiter verschlechtert.“

Inklusion und individuelle Förderung angemessen umsetzen

Konkret fordern die Lehrkräfte von ihrem Arbeitgeber, dem Land mehr personelle und sächliche Ressourcen. Nur so könne Inklusion und individuelle Förderung angemessen umgesetzt werden. Dafür müsse auch vom ersten Schuljahr an Förder- und Forderbedarf diagnostiziert und kontinuierlich durch multiprofessionelle Teams sichergestellt werden. Auch die räumliche Ausstattung sei in vielen Fällen unangemessen bis schlecht, was sich auf Arbeit und Gesundheit aller Beteiligten auswirke. Zudem müsse die Klassengröße weiter begrenzt werden. Mehr als 30 Kinder pro Klasse seien nicht hinnehmbar.

Eine weitere Forderung bezieht sich auf mehr Zeit: Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung als Ausgleich für Nachmittagseinsatz einerseits, mehr Zeit durch den Einsatz von Vertretungskräfteb für Fortbildungen andererseits.

„Wir können nicht tatenlos zusehen, wie eine gesamte Generation von Schülerinnen und Schülern aufgrund eines Systemfehlers benachteiligt und in absehbarer Zeit für sozialen Zündstoff sorgen wird,“ haben die 200 der 600 Grundschullehrer bei der Personalratsversammlung einmütig im Namen aller Kollegen resümiert, so der Vorsitzende Lothar Jacksteit.