Gelsenkirchener Gewerkschafterin fordert den „Lehr-Euro“

Susanne Neumann ist die Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbands Emscher-Lippe-Aa.
Susanne Neumann ist die Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbands Emscher-Lippe-Aa.
Foto: IG BAU
Was wir bereits wissen
Betriebe in Gelsenkirchen und der Region bezahlen einen festen Beitrag in einen Fonds. Firmen, die selbst ausbilden, bekommen daraus einen Teil ihrer Ausbildungskosten erstattet.

Gelsenkirchen.. In Gelsenkirchen sind rund 790 Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz, teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Emscher-Lippe-Aa, Susanne Neumann, fordert von den Betrieben in Gelsenkirchen daher größere Anstrengungen. „Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe hat abgenommen“, sagte Neumann. Zu Beginn des laufenden Ausbildungsjahres habe es in Gelsenkirchen 1034 Ausbildungsbetriebe gegeben. „Ihre Zahl ist innerhalb von zehn Jahren um rund acht Prozent gesunken“, so die Gewerkschafterin. Und das, obwohl die Zahl der Beschäftigten in der Zeit gestiegen seien.

„Es kann nicht sein, dass sich immer mehr Betriebe aus der Verantwortung stehlen“, sagte Neumann. Man müsse jetzt die Weichen gegen den Fachkräftemangel stellen. Als wirksames Mittel schlägt die IG BAU eine verpflichtende Ausbildungsabgabe vor. Betriebe bezahlen einen festen Beitrag in einen Fonds. Firmen, die selbst ausbilden, bekommen daraus einen Teil ihrer Ausbildungskosten erstattet“, erklärt Neumann. In der Bauwirtschaft gebe es diesen „Lehr-Euro“ für Chefs schon längst.