Gelsenkirchener Friedhofsgärtner fordern Gebührensenkung

Das dauergrabgepflegte Gemeinschaftsgrabfeld auf dem evangelischen Altstadtfriedhof vor. Die Anlage für Erdbestattungen, Urnenbestattungen und der Bestattung von Urnen in Kolumbariumsstelen ist in Form eines Fisches ausgearbeitet.
Das dauergrabgepflegte Gemeinschaftsgrabfeld auf dem evangelischen Altstadtfriedhof vor. Die Anlage für Erdbestattungen, Urnenbestattungen und der Bestattung von Urnen in Kolumbariumsstelen ist in Form eines Fisches ausgearbeitet.
Foto: Martin Möller
Was wir bereits wissen
  • Friedhofsgärtner Gelsenkirchen unterstützen Bündnisgrüne bei ihrer Forderung nach niedrigeren Gebühren
  • Als Argument dienen die drastischen Unterschiede zwischen kirchlichen und kommunalen Ruhestätten
  • Wahlgrab auf kommunalen Friedhöfen koste 3780 Euro, auf dem katholischen Altstadtfriedhof nur 2015 Euro

Gelsenkirchen..  Die Friedhofsgebühren in Gelsenkirchen sind ein Streitthema – weil sie zum Ärger der Bürgerschaft im Laufe der Jahre angestiegen sind. Den Bündnisgrünen um Burkhard Wüllscheidt mit ihrer Forderung nach mehr Entlastung springen nun auch die genossenschaftlich organisierten Friedhofsgärtner (FGG) bei. „Der grünpolitische Wert eines Friedhofs muss aus Steuern finanziert werden, nicht aus Gebühren“, sagte FGG-Vorstandsmitglied Andreas Mäsing. Auch die FGG spricht sich dafür aus, den Anteil an öffentlichen Grünflächen auf kommunalen Friedhöfen wieder höher anzusetzen, um so die Gebühren zu senken.

In 2001 wurden mit den Stimmen von CDU und SPD nur 20 statt vorher 50 Prozent der Friedhofsflächen als öffentliches Grün festgesetzt.

Hintergrund der Forderung beider Seiten ist, dass sich die Friedhofskultur verändert hat. Der Anteil der Urnenbestattungen hat sich erhöht, die der Sargbeisetzungen ist gesunken. Folge: Es gibt auf Friedhöfen mehr Frei- bzw. Grünflächen.

Parallel dazu sind die Gebühren angestiegen, drastisch fällt der Vergleich zwischen kommunalen und kirchlichen Friedhöfen laut FGG aus. Ein Wahlgrab (WG I, Erdbestattung) auf den kommunalen Friedhöfen koste 3780 Euro, auf dem katholischen Altstadtfriedhof nur 2015 Euro. Ein Urnen-Reihengrab auf den kommunalen Friedhöfen schlage mit 1730 Euro zu Buche, auf dem evangelischen Friedhof Rosenhügel nur mit 860 Euro. „Mit höheren Pflegekosten auf kommunalen Friedhöfen allein“, sagte Andreas Mäsing, „lässt sich das nicht erklären. Weil Friedhofsanlagen in den Augen der FGG „der wichtigste Teil öffentlichen Grüns sind und als Park genutzt werden“, müsse sich das auch in der Finanzierung niederschlagen.

Einen größeren Anteil der Finanzierung dem Haushalt zuzuschlagen, stößt aber auf den Widerstand der SPD-Hausmacht. Birgit Dupont (SPD), Vorsitzende im Betriebsausschuss Gelsendienste: „Das lässt sich im Etat nicht darstellen.“ Dupont sprach dabei von Größenordnungen von bis zu 750 000 Euro.

Die neue Gebührenbedarfsberechnung wird der Politik erst in etwa drei Wochen vorgestellt, erklärte Wilhelm Weßels, Abteilungsleitung Kaufmännische Dienste bei Gelsendienste. Einen Trend, wohin sich die Gebühren entwickeln, nannte Weßels jedoch nicht. Für die Vorstellung des Friedhofsentwicklungplanes gibt es eine Sondersitzung am achten Dezember.