Gelsenkirchener Familie feiert koptische Weihnachten

Plätzchen backen und verzehren gehört auch bei den koptischen Ägyptern zum Weihnachtsfest.
Plätzchen backen und verzehren gehört auch bei den koptischen Ägyptern zum Weihnachtsfest.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vor eineinhalb Jahren kam die Zuwandererfamilie aus Ägypten nach Gelsenkirchen. Bereits zum zweiten Mal können die Kopten hier Weihnachten feiern.

Gelsenkirchen.. Eigentlich ist es nur eine Diskrepanz zwischen den Kalendern: die koptische Gemeinde, d.h. die ägyptischen Christen, feiern Weihnachten nicht am 24. oder 25. Dezember, sondern am 7. Januar - auch in Gelsenkirchen.

Traditionelle Mlochya-Suppe

„Als traditionelles Essen gibt es eine besondere Suppe aus Mlochya. Das ist ein Gemüse, das wie Spinat aussieht, aber ganz anders schmeckt“, erklärt die Tochter einer ägyptischen Zuwandererfamilie. Dazu gibt es Pute oder Ente. Zum Nachtisch gibt es traditionell Früchte und ägyptische Weihnachtskekse.

„Wir gehen am 6. Januar in die Mitternachtsmesse, diese dauert meist sehr lange. Danach trifft man sich dann mit Freunden und Familie oder ruft sie an,“ erklärt der Familienvater. Am 7. Januar trifft man sich dann in großem Kreis, die Kinder gehen noch einmal in einen besonderen Kindergottesdienst. Am Nachmittag kommen wieder alle zusammen, um die Geburt Christi zu feiern.

Das Fest mit den Nachbarn begehen können

Ob sich das Fest für die koptische Familie verändert hat, seitdem sie in Deutschland leben? „Schon ein bisschen. In Ägypten ist der 7. Januar kein Feiertag, da es ein überwiegend muslimisches Land ist. Die Kinder müssen in die Schule, die Eltern zur Arbeit,“ erklärt der Vater der in Gelsenkirchen lebenden Familie. Da der 7. Januar in Deutschland oft noch in die Schulferien fällt, sei die Situation hier eine andere. „Außerdem ist es schön, das Fest mit unseren Nachbarn gemeinsam feiern zu können. Die Häuser sind hier alle so schön geschmückt, auch außen. In Ägypten beschränkten wir uns immer auf die Innendekoration“, berichtet die zweifache Mutter der koptischen Familie, in deren Wohnzimmer ein kleiner Tannenbaum steht, der festlich in Gold geschmückt ist.