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Gelsenkirchen ist zum dritten Mal in Folge Stadt der UN-Weltdekade

21.09.2012 | 18:34 Uhr
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Gelsenkirchen ist zum dritten Mal in Folge Stadt der UN-Weltdekade
Am Freitag nahm Gelsenkirchens Bürgermeisterin Gabriele Preuß (links) im Wissenschaftspark Unesco-Urkunde und -Fahne entgegen.Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.  Im Rahmen der Unesco-Aktionswoche „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat es Gelsenkirchen aufgrund seiner vielseitigen Bildungsangebote und -projekte für Kinder und Jugendliche bereits zum dritten Mal in Folge geschafft, die Jury zu überzeugen.

Die „lernende Stadt“ war am Freitag auch Gastgeber der Preisverleihung im Gelsenkirchener Wissenschaftspark , wo zugleich der Auftakt zur nationalen Unesco-Aktionswoche „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ stattfand.

Der Vorsitzende der Unesco-Kommission Deutschland mit Sitz in Berlin, Professor Gerhard de Haan, unterstrich die Bedeutung der wiederholten Titel-Vergabe dabei mit wenigen Zahlen.

„Es gibt in Deutschland nur 14 ausgezeichnete Städte. Und Gelsenkirchen ist erst die fünfte Stadt, die drei Mal nacheinander ausgezeichnet wird.“ Die Stadt habe vieles zu bieten und schaffe damit Fundamente. Möglicherweise folgt schon bald die nächste Auszeichnung.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Darauf jedenfalls setzt Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck, der gestern sagte: „Wir sind in der engen Auswahl für den deutschen Nachhaltigkeitspreis.“ Damit steht Gelsenkirchen auf Augenhöhe mit den nominierten Mitbewerbern Hamburg und Neumarkt. „Das ist eine ganz andere Liga“, meinte Stadtrat Beck. „Aber nachhaltige Bildung ist auch etwas anderes in einer Arbeiterstadt mit Strukturwandel.“

Die Arbeiterstadt GE war 2008 immerhin erste Stadt im Ruhrgebiet, die als UN-Dekade-Stadt ausgezeichnet wurde. Was Oberbürgermeister Frank Baranowski bereits im Vorfeld mit den Worten würdigte: „Dass der Prozess von ersten Projekten bis zur strukturellen Verankerung so schnell ablief, ist ein Erfolg aller, die kontinuierlich daran gearbeitet haben.“ Es sei ein gelungenes Beispiel dafür, was bewegt werden könne, wenn ehrenamtlich engagierte Bürger, Politik, Kirche, Wirtschaft, Kulturschaffende und Stadtverwaltung eng zusammenarbeiten würden.

Nachhaltige Entwicklung
Gelsenkirchen wieder von der Unesco ausgezeichnet

Die Deutsche Unesco-Kommission der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) zeichnet Gelsenkirchen erneut als...

Im Rahmen der Veranstaltung wurden gestern auch zwei ausgewählte Projekte aus der gastgebenden Stadt besonders ausgezeichnet: Das Schüler-Labor „EnergyLab“, getragen von der Wissenschaftspark GmbH, und die Landesarbeitsgemeinschaft Autonome Mädchenhäuser/Fachstelle interkulturelle Mädchenarbeit für das Projekt „Internationaler Mädchengarten“.

Nachhaltige Grüße aus GE

Und wo es gerade um grüne Oasen geht: Agenda-Beauftragter Werner Rybarski erklärte die Bedeutung der „Nachhaltigen Grüße aus Gelsenkirchen“, die den Veranstaltungsteilnehmern überreicht wurden: Armreifen mit Blumensamen. Die möge doch jeder einpflanzen, hegen und ein Foto der blumigen Pracht zum Nationalkomitee UN-Dekade nach Berlin schicken. Draußen im Foyer präsentierten sich derweil einzelne Projekte, wie das LaLok Libre , die Falken mit ihren Bildungsgestalten, das Jugendforum Süd , der Malkasten und mehr. Neun Ämter, Kirchenkreis, Förderverein Lokale Agenda 21, Agenda-Büro und -Werkstatt und sechs Netzwerke von der Bildungsoffensive Hassel bis zur Kreativwerkstatt mit 65 Netzwerkpartnern sind in strukturelle Maßnahmen der BNE eingebunden.

Fairer Kaffee und Bio-Speisen

Die enge Vernetzung von Projekten im Sinne der Nachhaltigkeit wurde auch beim Verzehr deutlich: Natürlich war der Kaffee fair gehandelt – und das Essen vom „Ziegenmichel“ echt bio. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist in Gelsenkirchen seit dem einstimmigen Agenda 21-Ratsbeschluss im Jahr 1997 zu einem Schwerpunkt kommunaler Arbeit geworden.

Inge Ansahl

Kommentare
24.09.2012
10:34
Grüße von Fr. Reker
von somjotien | #1

Mit schönen Grüßen von Frau Reker zur Gesamtsituation in Gelsenkirchen: "“Es ist daher festzustellen, dass das Angebot kommunaler Leistungen für die Bürger gegenüber dem Landesdurchschnitt, aber auch im Vergleich mit Kommunen ähnlicher Finanzsituation deutlich geringer ausfällt.” (Entwurf des Haushaltssicherungskonzeptes 2010-2013, Drs. 09-14/516, Pkt. 4.1, H. Reker, S. 9/10)

Diese Leuchtturmprojekte blenden diese Lage aus. Gutes Marketing. - Nur die Bürger haben in der Breite nichts davon, dass hier gut übertüncht werden kann. Das Geld für die Bürgerarbeit im Stadtteilprojekt Schalke, inkl. eines funktionierenden Bürgerbüros, ist nicht da. So siehts nämlich aus!

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