Gelsenkirchen bereitet sich auf Hochwasser-Gefahr vor

Hochwasser an der Gottfriedstraße in Gelsenkirchen.
Hochwasser an der Gottfriedstraße in Gelsenkirchen.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Extreme Wetterlagen können in Gelsenkirchen für gefährliches Hochwasser sorgen. Nun wurde ein Hochwasserrisiko-Management-Plan auf den Weg gebracht.

Gelsenkirchen.. Hochwasser-Katastrophen richten Milliarden-Schäden an. Extreme Wetterlagen sorgen schon jetzt immer häufiger dafür, dass Landflächen überflutet werden. Experten befürchten, dass sich die Flut-Gefahr durch den Klimawandel weiter zuspitzt. Deswegen hat die Bezirksregierung Münster eine Hochwasserrisiko-Management-Planung auf den Weg gebracht. Sie wurde in der Bezirksvertretung Süd vorgestellt.

Die Gefahrenkarte nennt für den Gelsenkirchener Süden drei Risikobereiche: Schwarzbach, Wattenscheider Bach und Leithebach. In der Karte sind die Hochwasserlinien eingezeichnet bei Ereignissen, die statistisch einmal in 20 oder in 100 Jahren auftreten (HQ 20 und HQ 100). Dazu kommen zwei Szenarien, bei denen Schutzvorkehrungen wie Deiche nicht ausreichen und/oder Pumpen ausfallen.

Ein Großteil der geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz fallen unter das Stichwort „Vorsorge“ für die Bürger. Das ist vor allem an Grund- und Hausbesitzer adressiert, damit diese sich ausreichend versichern. Fakt ist: Die Prämien in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten dürften höher liegen als in der Nicht-Gefahrenzone. „Einen vollumfänglichen Hochwasserschutz gibt es nicht“, stellte Max Roerkohl vom Umweltamt klar.

Fernziel: Stadtfläche entsiegeln

Die Stadt selbst hat in der Vergangenheit präventiv gearbeitet bzw. tut es. „Alle Maßnahmen baulicher Art wären auch ohne die Hochwasser-Risiko-Management-Planung der Bezirksregierung umgesetzt worden“, so Roerkohl. So versuche die Stadt seit Jahren auf die Entsiegelung von Flächen hinzuarbeiten. Gerade wegen des hohen Versiegelungsgrades im Ruhrgebiet gelte die Region als Hochwassergefährdungsbereich.

Städtische Maßnahmen gegen Hochwasser sind der natürliche Wasserrückhalt, aber auch Vorsorgemaßnahmen wie die Entflechtung des Springbaches, der Umbau des Sellmannsbaches, die Unterhaltung des Grabensystem Berger Feld, der Bau des Notpumpwerks Hartmannstraße. Letzteres soll Mitte 2015 fertiggestellt sein.