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Gelsenkirchen auf der Spur der Trauerkultur

12.11.2015 | 18:12 Uhr
Gelsenkirchen auf der Spur der Trauerkultur
Wie sieht die Zukunft der Trauer aus? Darüber wird an diesem Wochenende im Bildungszentrum Gelsenkirchen diskutiert.Foto: Franz Luthe

Gelsenkirchen.   Wie sieht die Zukunft unserer Trauerkultur aus? Darüber wird an diesem Wochenende im Bildungszentrum von Gelsenkirchen diskutiert

Friedwälder, anonyme Urnengräber oder virtuelle Gedenkkerzen im Internet: Die Trauerkultur in unserer Gesellschaft verändert sich. Werden wir die traditionellen Rituale eines Tages vermissen? Auch dieser Frage will die Tagung „Gib’ mir ein bisschen Tod“, die am Freitag, 13. November, um 18 Uhr im Bildungszentrum an der Ebertstraße 19 eröffnet wird, nachspüren.

Gleich zu Beginn steht nach der Begrüßung von Stadtdirektor Dr. Manfred Beck und den Initiatorinnen Dr. Zuzanna Hanussek vom Verein Ruhesteine und Anja Herzberg von der VHS ein Vortrag, der sich den kulturellen Veränderungen widmet. Der Hamburger Anthropologe Professor Dr. Norbert Fischer stellt dabei „Neue Wege der Abschieds- und Erinnerungskultur“ vor.

Mit Musik unter Leitung von Andreas Fröhling klingt dieser Abend aus – fortgesetzt wird die Tagung am Samstag mit einer Lesung der „Bucheckern“ und sechs Parallelen Workshops, die sich ganz unterschiedlichen Aspekten der Trauerkultur kreativ nähern: „Unsere Besucher können sich ganz spontan entscheiden, wonach ihnen an diesem Tag der Sinn steht. Wenn ihnen der Sinn nach Tanz steht, können sie in den Workshops „Verleih’ Deiner Trauer Flügel“ und „Kreistanz zu den Lebensübergängen“ lernen, wie man Trauer in Bewegung oder Theater ausdrücken kann. Wer sich lieber über interkulturelle Trauerrituale, weltliche Trauerfeiern (ohne religiösen Anklang) oder über das unterschiedliche Trauerverhalten von Männern und Frauen informieren oder austauschen will, findet dazu ebenfalls Angebote“, betont Anja Herzberg, die stellvertretende Direktorin der Gelsenkirchener Volkshochschule.

Workshop für Kinder und Jugendliche

Ein Workshop lädt auch Kinder und Jugendliche ein, kreativ zu den Themen Tod und Trauer zu arbeiten.

„Unser Programm ist sehr kulturlastig geworden, wohl auch, weil sich Trauer durch Kunst, Musik und Tanz gut ausdrücken lässt, wenn die Worte fehlen“, so Herzberg.

Am Samstag, 14. November, ab 15 Uhr sind Interessierte zudem eingeladen, sich an einer Podiumsdiskussion mit Friedhofsgärtnern, Vertretern der Kirchen und der jüdischen Gemeinde, eines Hospizes und des Palliativnetzes, eines Bestattungsunternehmens und der Metal-Band Axolotl zu beteiligen. Dann stehen erneut die „Abschieds- und Erinnerungskultur“ und ihre Veränderungen zur Debatte.

„Wir möchten mit dieser Tagung Bürger ansprechen, die sich beruflich mit Trauer beschäftigen, aber auch all’ jene, die sich ganz persönlich mit diesem Thema beschäftigen, entweder weil sie jetzt gerade trauern oder eine Phase der Trauer hinter sich haben“, erzählt Anja Herzberg.

Anne Bolsmann

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2015-11-12 18:12
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